Capcom startet mit Monster Hunter einen durchaus guten Versuch, frischen Wind ins MMO-Genre zu bringen.
Neue Rüstungen und Waffen erfinden
Monster Hunter
Erfrischend und recht interessant gestaltet sich die Waffen- und Rüstungswahl. Diese können recht teuer beim Händler erstanden werden, oder aber auch selbst angefertigt werden. Das ist durchaus die günstigere Variante und sollte als wichtiges Spielfeature nicht unterschätzt werden. Dazu muss der Held jedoch während seiner Missionen die erlegten Tiere auseinander nehmen, Knochen, Schädel und Haut, sowie vom selbst in Minen abgebaute Erze dienen zur Herstellung der neuen Rüstungsgegenstände. Bei Bedarf können zumindest die Waffen auf ähnliche Art und Weise verbessert werden. Ihr müsst gut abwägen, welche Sachen ihr euch kauft, denn verschiedene Attribute der Spielfigur hängen von den Gegenständen ab. Werden Rüstungen und Schwert angelegt, erstrahlt euer Charakter im neuen Glanz. Leider braucht die PS2 zum Laden des neuen Charaktermodels sehr lang. Schade ist zudem, dass nur eine einzige Waffe mit in die Quest genommen werden kann. Sind auch Armbrust oder Hammer neben dem Schwert im Besitz, muss man sich für eine Waffe entscheiden und den Rest Zuhause lassen. Etwas Flexibilität Taktik geht dadurch leider verloren. Nervig und unlogisch erscheint uns auch, dass man nach Beginn einer Quest nicht mehr die Möglichkeit hat, seine Rüstungen und Waffen zu wechseln.
Der Onlinemodus
Monster Hunter
Ist ein Charakter erstellt, kann man mit diesem vom Hauptmenü aus auch in die Stadt gehen. Diese fungiert ähnlich wie das Dorf als Ausgangspunkt für alle Missionen, nur dass sie für den Onlinemodus konzipiert ist. Auf dem umfangreicheren Marktplatz lassen sich so manch seltene Objekte finden, die es offline nicht zu kaufen gab. In der Taverne trifft man sich dann mit anderen Jägern, trinkt sich einen an und sucht sich eine Quest. Entweder besorgt man sich selber eine, oder schließt sich über die Questtafel (Inserate) einer anderen Truppe an. Die Aufgaben im weltweiten Netz unterscheiden sich vollkommen von den Offlinemissionen und bieten zugleich auch noch einen größeren Umfang. Zudem wird es immer wieder spezielle Events geben, welche Capcom vorher ankündigt und durchgeführt werden. Aber erst wenn der Char online genug Erfahrung gesammelt hat, darf er auch entsprechend höhere Quests annehmen. Gemeinsam sind wir stark, das wird man hier schnell raus finden. Was offline oft eine schier unüberwindbare Aufgabe war, kann mit bis zu drei weiteren Mitspielern oftmals schnell und einfach erledigt werden. Taktisches Vorgehen wie das beschriebene Fallenbauen ist genauso gefragt, wie auch gemeinsames handeln. Zwar kann man sich über eine virtuelle Tastatur unterhalten und alles planen, dennoch empfiehlt es sich aus Bequemlichkeit, eine USB Tastatur an die PS2 anzuschließen. Ein Headset wird leider nicht unterstützt. Bis auf wenige Ausnahmen und einigen Synchronisationsfehlern läuft das Spiel online recht gut. Erst im Internet entfaltet sich auch das volle Potential des Spieles. Wer schon immer ein Fable für Onlinerollenspiele hatte, wird sich sicherlich auch mit Monster Hunter anfreunden können. Es macht einfach richtig Spaß, mit einigen Leuten zusammen auf die Jagd zu gehen, bzw. sich jagen zu lassen (was auch nicht gerade selten in der Onlinewelt vorkommt).
Technische Schlussworte
Monster Hunter
Grafisch hat Capcom durchaus ordentliche Arbeit geleistet. Die Umwelt erscheint fast schon real, dazu tragen vor allem fast lebensecht gestalteten Bäume und Büsche bei. Schummriges Licht, vom reißenden Fluss aufsteigender Nebel, Spuren von Tiere am Boden und einige Überreste einer fremden Kultur sorgen für eine tolle Atmosphäre. Auch die vielen Tiere in der Welt von "Monster Hunter" sind gelungen. Von kleinen Insekten bis zum größten Flugsaurier haben sich die Macher ordentlich Mühe gegeben. Die Modelle der Tiere sehen einfach wunderschön aus. Prächtige Animationen sorgen für ein fast schon reales Verhalten der Tiere in ihrer detailreichen Umgebung, selbst deren Gemütszustand kann man schon an den Bewegungen ablesen. Geruhsame Pflanzenfresser können, wenn sie aufgescheucht werden, durchaus mit ihren mächtigen Schwanz gefährlich werden. So macht das Studieren der Tiere in ihrer freien Umgebung aufgrund der schönen Darstellung richtig Spaß. Capcom schafft es tatsächlich, das Gefühl eines Forschers und Jägers herüberzubringen. Leider muss die Playstation 2 dafür auch einiges schaffen - zwischen zwei kleinen Arealen sorgt ein Ladebildschirm für unangenehme Pausen. Zudem muss man sich mit fetten PAL-Balken zufrieden geben. Musikalisch werden wir dafür eher weniger beglückt. Die Sprachausgabe ist minimal und nicht verständlich. Nur wenige Musikstücke aus dem orchestralen Bereich begleiten das Jagdabenteuer. Zumeist versucht man einzig allein mittels atmosphärischen Geräuschen wie das Rauschen des Wassers und des Windes im Wald Stimmung zu machen. Zwar steigert dies den Realismus des Spieles, bringt aber auch etwas Langeweile in die Sammlertouren.
