Monster Hunter triumphiert mit atemberaubender Optik, nach wie vor genialem Gameplay und wieder eingeführtem Onlinemodus!
Die Jagdsaison ist eröffnet
Monster Hunter Tri
Neben diversen Aufgaben der Bewohner sollte die Hauptanlaufstelle die Gilde sein, welche nach getaner Prüfung diverse Quests anbietet. Derer gibt es prinzipiell zwei unterschiedliche Varianten: Sammeln von Materialien und das erlegen diverser Monster. Ungefährlich sollte es meist bleiben, wenn bestimmte Beeren oder Heilkräuter gefunden werden müssen, beim Diebstahl von Eiern sieht das natürlich dezent anders aus. Ungemütlich wird die Geschichte aber erst, wenn ein großes Tier erlegt werden soll. Nicht nur das Fleisch ist gegrillt mit dem BBQ-Set eine Delikatesse, auch die Knochen und Häute werden in der urzeitlichen Rüstungsindustrie gebraucht. Die Jagd auf Raubtiere kann letztendlich richtig gefährlich werden und sobald man zum ersten mal einem haushohen Drachenwesen gegenübersteht, stockt jedem Frischling der Atem. So schnell kann man gar nicht schauen, da haben die Finger schon reagiert und versuchen hektisch,um nicht gar panisch zu sagen, den geliebten Helden in Sicherheit zu bringen. "Monster Hunter Tri" gibt sich ebenfalls pompös und verzichtet ebenfalls nicht auf riesige Monster, die alleine fast gar nicht zu besiegen sind!
Monster Hunter Tri
Die Aufgaben entführen abermals in eine opulente und geradezu atemberaubende urzeitliche Landschaft, welche mit saftigen und sich im Wind wiegenden Wiesen, üppig überwucherten Wäldern, staubig heißen Wüsten, herrlichen Sandstränden und von Lava durchströmte Kluften imponiert. Dem bisherigen Schema bleiben die Entwickler trotz völlig neuer Welten treu: Jede Landschaft ist in viele kleine Untergebiete eingeteilt, welche durch einen immerhin recht kurzen Ladebildschirm getrennt sind. Ein flüssiger Übergang oder gar eine offene Welt wird nach wie vor vermisst, doch stören eigentlich nur noch die deutlich längeren Ladepausen zu Beginn und am Ende einer Mission. Darüber hinaus liefert "Tri" völlig neue Impressionen mit zauberhaften Unterwasserwelten. Erstmalig in der langen Geschichte von "Monster Hunter" wird dem Hobby auch im kühlen Nass nachgegangen und nicht nur der Meeresgrund nach lang vermissten Schätzen abgesucht, sondern vor allem auch neue Kreaturen erlegt. Die ersten Runden im Wasser fühlen sich noch etwas ungewohnt an, doch da die Steuerung sich nur marginal gegenüber dem Festland unterscheidet, kommt man recht schnell zurecht. Zusätzlich zu den bekannten Gefahren wie Raubtiere sorgt eine weitere Anzeige für mehr Komplexität, denn der Held muss immer wieder Frischluft schnuppern, um nicht unfreiwillig der wässrigen Natur zum Opfer zu fallen.
Monster Hunter Tri
Ob nun zu Fuß oder schwimmend, Kräuter und ähnliches lässt sich ja noch ohne viel Aufwand sammeln. Doch gilt es besonders aggressive Monster auszuschalten, ist nicht nur der Jagdinstinkt gefragt, sondern nach wie vor Köpfchen. Es ist zum Beispiel recht hilfreich, wenn vor dem Angriff Fallen aufgestellt werden und das Inventar mit ein paar explosiven Items gefüllt ist, um sich gegenüber den Urzeittierchen einen gewissen Vorteil zu verschaffen. Umso weiter man im Spiel voran schreitet, umso wichtiger ist zudem das Studium der Flora und Fauna. Ihr solltet wissen, wo sich die Raubtiere am liebsten aufhalten, was deren Schwachstellen sind und wie man am besten mit diesen umzugehen hat. Dank herrlicher Animationen und einem schier lebensechtem Verhalten der Tiere macht das Beobachterdasein sogar richtig Laune. Wer aufmerksam ist, bemerkt vielleicht sogar, dass sich mittlerweile die Raubtiere auch an den Vegetariern vergreifen und sich mit einem Happen auf den Kampf vorbereiten. Die Raptoren wiederum reagieren auf eine Bedrohung, indem sie lauthals nach Verstärkung rufen - die prompt auch kommen wird!
Monster Hunter Tri
Kommt es zu einer meist unvermeidlichen Auseinandersetzung zeigt sich, wer das größere Raubtier ist und ob der Spieler seine Hausaufgaben gemacht hat. Im Kampf spielt die jeweils gewählte Ausrüstung eine tragende Rolle. Das riesenhafte Zweihandschwert macht zwar ordentlich Schaden, eine Attacke kann aber nur alle paar Sekunden ausgeführt werden, ist also sehr gemächlich. Während der Held noch ausholt, ist er jeglicher Aggression der wilden Tiere ausgeliefert. Leichte und kurze Schwerter, Säbel oder Dolche sind dagegen schnell, fügen aber nur einen geringen Schaden zu. Die Armbrust ist wiederum praktisch für einen fiesen Hinterhalt. Und so unterscheiden sich die unendlich vielen Waffen über Lanzen, Großschwertern, Hämmern, Äxten und Armbrüsten hinweg gewaltig und beeinflussen den allgemeinen Spielablauf. Die Steuerung geht, zumindest nach einer langen Eingewöhnungszeit, recht gut von der Hand, weißt aber dieselben Macken wie in den PS2- und PSP-Ablegern auf. Nach wie vor sorgt vor allem die Kamera für etliche Probleme. Diese muss manuell nachjustiert werden, wozu der Daumen vom Stick zum Steuerkreuz wandert (Classic Controller Steuerung). Dadurch vernachlässigt man seinen Helden und lässt ihn wie ein dummes Opfer in der Landschaft herumstehen. Die Übersicht geht vor allem in den hektischen Kämpfen verloren, so dass zahlreiche Attacken nur Luftlöcher schlagen, anstatt die Monster bluten zu lassen. Seit dem ersten Ableger plädieren wie für ein entsprechendes Lock-On Feature im Stile der Zelda-Reihe oder Konsorten, aber leider scheint Capcom bis heute keinen Grund zur Überarbeitung der Steuerung zu sehen. Sehr schade, da die Handhabe alles andere als intuitiv und angenehm ausgefallen ist.
