Mit Pacific Rift bietet uns Motorstorm noch mehr Strecken, noch mehr Fahrzeuge und noch mehr Fun!
Gut anderthalb Jahre haben die Fans von Motorstorm auf den ersehnten Nachfolger warten müssen. Nun endlich ist es soweit und wir können uns wieder auf ganz besonders rüde Art und Weise den Schlamm und die Steine um die Ohren hauen. Egal ob off- oder online, hat der Titel dabei in allen Belangen zugelegt. So gibt's nun noch mehr Fahrzeuge und vor allen Dingen noch mehr Strecken, denn die relativ übersichtliche Pistenauswahl war wahrscheinlich der größte Kritikpunkt an Motorstorm.
MotorStorm: Pacific Rift
Legen wir das erste Mal die Motorstorm: Pacific Rift Blu-ray ins Laufwerk, stellen wir erfreut fest, dass keine Zwangsinstallation nötig ist. Stattdessen lagert das Spiel schnell ein paar wichtige Cache-Daten auf die Festplatte aus und schon können wir uns ins Vergnügen stürzen. Das sodann erscheinende Hauptmenü könnte übersichtlicher nicht mehr ausfallen, es bietet uns exakt vier Auswahlmöglichkeiten. Als da wäre der Dreh- und Angelpunkt der Singleplayer-Karriere, "Das Festival" genannt. Darunter finden wir die Punkt "Zeitfahren", "Werkstatt" und "Optionen". Wer sich nun fragt wo der Multiplayer verblieben ist, der kann sich beruhigt zurücklehnen. Es gibt ihn natürlich, die Entwickler haben den besagten Punkt nur unter "Zeitfahren" versteckt, warum auch immer.
Das Festival
MotorStorm: Pacific Rift
Das Festival stellt den Singleplayer-Part von Motorstorm: Pacific Rift dar. Wie schon im Vorgänger dreht sich auch hier wieder alles um die wichtigen Tickets, quasi unsere Einladungskarten für die einzelnen rennen. Allerdings bietet uns das Spiel neuerdings vier komplett unterschiedliche Welten, welche nach den klassischen Elementen eingeteilt wurden. So können wir von Beginn an zwischen der Earth-Zone, der Air-Zone, der Fire-Zone und der Water-Zone wählen, welche jeweils entsprechende Kurse für uns bereithalten. Für jede einzelne Zone gilt, dass wir erst einen bestimmten Rang erreicht haben müssen, um an die Tickets für die nächsten Rennen zu kommen. Auf die gleiche Art und Weise schalten wir auch die weiteren Vehikel im Spiel frei.
MotorStorm: Pacific Rift
Egal in welcher Zone wir unterwegs sind, Motorstorm ist seinem ursprünglichem Gameplay absolut treu geblieben und bietet uns nach wie vor die bekannten Pisten die sich gerne und oft teilen, kreuzen und wieder zusammengeführt werden. Und genau hier streifen wir ein Highlight von Motorstorm: PR, nämlich das hervorragende Design der Strecken. Klar, geht es primär darum den besten Weg zu finden um möglichst vor den Mitstreitern durchs Ziel zu fetzen, doch ist das nicht so einfach wie es sich anhört. Denn den idealen Weg gibt es nicht, stattdessen hängt er stark davon ab welches Fahrzeug wir benutzen. Beispielsweise gibt's Abkürzungen die praktisch nur mit LKWs oder Monster Trucks vernünftig zu bewältigen sind, wir aber auf gleicher Strecke mit den Buggies oder Motorrädern an den hohen Kanten zerschellen. Und umgekehrt gibt Sprünge die wir mit schwereren Fahrzeugen erst gar nicht versuchen sollten, weil sie unweigerlich im Abgrund enden. Es kommt also nicht nur auf die Streckenkenntnis an, man muss auch über das eigene Fahrzeug und seine Leistungen Bescheid wissen um eine Siegchance zu haben.
Quelle: coroflot.com
MotorStorm: Pacific Rift
Denn die KI-Fahrer kennen kein Erbarmen, die warten nicht auf uns wenn wir unser Vehikel im Fluss versenken oder in der Lava verlieren. Ganz im Gegenteil gehen sie mitunter recht rüde ans Werk, ohne aber all zu unfair zu werden. Da ärgert man sich schon eher über die mitunter etwas unrealistische Physik der Fahrzeuge. Denn zum einen genügt ein bestimmter Schlag von einem bestimmten Winkel heraus, und unser Gefährt löst sich auf der Stelle in alle Einzelteile auf. Dies kann deswegen ärgern, weil es kaum vorherzusagen ist ob man sich noch innerhalb der Toleranz bewegt oder nicht. Manchmal verzeiht es einem das Spiel wenn man mit Endgeschwindigkeit die Felswand entlang schliddert, und manchmal eben nicht. Dazu gesellt sich der Umstand, dass unsere Fahrzeuge liebend gern abheben. Das ist gut wenn man einen Canyon überspringen will, kann aber auch ganz schön nervig sein, wenn man gerne wieder Bodenkontakt hätte um noch vor der Kurve lenken zu können. Die schwereren Fahrzeuge aber betrifft das kaum, die fallen lieber um und rollen den Berg hinab statt abzuheben. Und so kommt es, dass die Rennen bis zum letzten Meter spannend bleiben, weil man sich bis zum Schluss nicht sicher sein kann den ersten Platz zu behalten, bzw. bis zum Ende noch die Möglichkeit hat gut aufzuholen.
MotorStorm: Pacific Rift
Neben dem Gaspedal ist die Nitro-Taste unser bester Freund im Spiel. Anders als in anderen Rennspielen aber genau so wie im Vorgänger muss man den Nitro in Motorstorm: PR nicht aufladen, man kann ihn jederzeit einsetzen, stattdessen gilt es darauf zu achten ihn nicht zu überhitzen, weil er uns sonst um die Ohren fliegt. Es gilt also immer darauf zu achten nicht zuviel "Stoff" zu geben. Dabei wird das Nitro-Feature von den Umweltbedingungen beeinflusst, was wirklich ein gelungenes Gameplay-Feature geworden ist. Brennt unser Fahrzeug beispielsweise weil wir dem Vulkan zu nahe kamen, erhitzt unser Nitro umso schneller, umgekehrt kühlt er sehr schnell ab bzw. ist fast ohne Unterlass einzusetzen wenn wir durchs Wasser fahren. Doch Vorsicht wenn wir an der Grenze agieren, schon ein kleiner Sprung aus dem Wasser genügt und der Nitro fliegt uns um die Ohren.
Grafik & Sound
MotorStorm: Pacific Rift
Grafisch gibt Motorstorm: PR eine wirklich gute Figur ab. Die Spielwelten sind angenehm hoch detailliert, mitunter entdeckt man noch auf der zehnten Fahrt auf der gleichen Piste Neues, und während des gesamten Spielgeschehens scheint die PS3 nicht ein einziges Frame zu verlieren. Stattdessen bekommen wir ein superflüssiges Spiel geboten welches uns zudem noch mit einem herrlich hohen Geschwindigkeitseindruck belohnt. Zwar gibt es hier und da durchaus mal eine flimmernde Textur oder Kante, doch im Großen und Ganzen macht der Titel eine gute Figur. Einzig schade ist, dass uns Pacific Rift nur eine Auflösung von 720p statt der erwarteten 1080p bietet.
MotorStorm: Pacific Rift
Soundtechnisch sieht es da schon anders aus, wobei klar sein muss, dass Musik Geschmackssache ist. Aber genau aus dem Grund sind die meisten Hersteller inzwischen dazu übergegangen ein recht breites Spektrum an unterschiedlichen Stilrichtungen anzubieten, wohingegen uns Motorstorm: PE ausschließlich Hardrock bietet. Das passt zwar ganz gut zum Spiel, und Freunde dieser Stilrichtung werden sich freuen, wer aber gern etwas Melodie hätte wird enttäuscht. Dafür stimmt die restliche Soundkulisse. Praktisch alle Fahrzeuge kann man schon an ihren Motorgeräuschen erkennen, auch der Bodenkontakt ist zu hören, genau so wie das Knirschen des hochgeschleuderten Schotters sowie das Knarzen und Brechen von Blech und Metall. Unterstützt wird das Ganze dann auch noch von vielen Umweltgeräuschen, die das i-Tüpfelchen auf der Soundkulisse darstellen.
