Motorstorm Apocalypse ist die pure Anarchie in Rennspiel-Form, leider aber trüben viele Bugs das Online-Spielvergnügen.
Die Stars des Spiels: Die Strecken
Motorstorm 3: Apocalypse
Wer dachte, dass in Split/Second schon genügend Explosionen und Zerstörung das Renngeschehen aufwerteten, der hat Motorstorm Apocalypse noch nicht gesehen, das den Konkurrenten wie einen Ausflug einer Kindergartengruppe aussehen lässt. Zunächst sei angemerkt, dass nur 12 Strecken auf den Spieler warten, doch da es viele verschiedene Wegen innerhalb der Kurse gibt, reicht diese Anzahl völlig aus, vor allem weil man einige Zeit benötigt, um alle Routen kennen zu lernen. Abwechslungsreicher könnte es ohnehin nicht zu gehen: Man rast durch Downtown, Parks, U-Bahn-Schächte, Hafengebiete oder einen Vergnügungspark. Und überall warten Rampen, die zu weiten Sprüngen animieren. Wenn man über die Dächer von Hochhäusern brettert und jede falsche Lenkbewegung den Tod bedeutet, könnte das Spielgeschehen kaum spektakulärer ausfallen. Das Strecken-Design zeigt sich allerdings recht unübersichtlich, weswegen viel Trial & Error angesagt ist, bis man den günstigsten Weg gefunden hat. Leider funktioniert die Kollisionsabfrage nicht immer zu 100 Prozent, weswegen ich mich das eine oder andere Mal gefragt habe, warum ich da jetzt gerade explodiert bin. Zum Glück wird man sehr schnell wieder auf die Strecke gebeamt, weswegen Fahrfehler schnell verziehen sind.
Motorstorm 3: Apocalypse
Die Rennabschnitte in Motorstorm Apocalpypse sind höchst interaktiv und von Naturkatastrophen dominiert. Das eine Mal durchfährt man einen Tornado, etwas später wird ein Riesenrad von einem Blitz getroffen und rollt auf die Strecke zu. Mächtige Erdbeben reißen Straßen auf und lassen riesige Hochhäuser vor unserer Nase einstürzen, was zu einer erhöhten Unfallgefahr führt. Dabei werden zusätzlich neue Wege eröffnet, weswegen ein Strecke am Ende eines Rennens völlig anders aussieht, da plötzlich Tankstellen in die Luft fliegen, Wracks und Trümmer auf die Fahrbahn geschleudert werden oder ein Kampfhubschrauber das Feuer eröffnet und dicke Löcher in den Untergrund ballert. Wenn man Pech hat, wird man selbst von einer Rakete getroffen. Teilweise ist es allerdings gewollt, dass sich vor uns die Straße öffnet und man das Rennen in der Kanalisation fortführt. Ein weiterer positiver Aspekt ist das Geschwindigkeitsgefühl, welches durch den ständig verfügbaren Boost eine flotte Figur macht. Man muss nur aufpassen, dass der Motor nicht überhitzt. Da jedoch überall Wasserrohre platzen, ist nicht selten für Abkühlung gesorgt. Feuer, das ebenso oft vorkommt, hat hingegen den gegenteiligen Effekt.
Motorstorm 3: Apocalypse
Durch diese unvorhersehbaren Skripts, die allerdings nur beim ersten Mal richtig überraschend sind, kommt sehr viel Effektfeuerwerk zu Stande, was jedoch dazu führt, dass man vor lauter Explosionen, Wasser, Rauch und einstürzender Gebäude kaum noch die Strecke sieht, aber das Trial & Error-Prinzip hab ich bereits angesprochen. Da kann man fast von Glück reden, dass Motorstorm Apocalypse eine Gummiband-KI wie aus dem Lehrbuch entfesselt, die uns immer in der letzten Runde aufholen lässt. Andererseits kann man sich nur selten so richtig absetzen, höchstens in den ersten Rennen. Wenn man Pech hat, kracht man als Führender kurz vor Schluss irgendwo gegen oder wird unfair von den Rädern geholt, was übrigens sehr häufig passiert, und verliert unzählige Plätze auf einen Schlag. Wenn man einige Frust reiche Stellen überwindet und sich damit abfindet, dass man keinerlei Freiheiten bei der Fahrzeugwahl hat, merkt man, dass die Kampagne in rund sechs bis acht Stunden beendet ist. Der Wiederspielwert tendiert gegen Null, doch dafür schaltet man diverse Herausforderungen frei. Und diese sind Mal so richtig bockschwer. Zeit- und Einzelrennen, in denen man bestimmen kann, wie hart es zur Sache geht, sind ebenfalls an Bord. Letztendlich ist der Umfang dennoch nicht sonderlich groß.
Optisch eine Naturkatastrophe?
Motorstorm 3: Apocalypse
Die ganzen tollen Blitze, Explosionen und Wassereffekte machen eine unheimliche gute Figur. Die geskripteten Ereignisse und die Tatsache, dass ständig etwas passiert, sorgen zumindest dafür, dass nicht sofort auffällt, dass die technische Seite höchstens als gut bezeichnet werden kann. Was zum Start der PlayStation 3 noch spektakulär aussah, machen einige Konkurrenten heutzutage deutlich besser. Schaut man genau hin, bemerkt man oft die matschigen Texturen, doch letztendlich spielt das keine wichtige Rolle, vor allem weil das Spiel flüssig läuft und man keine Grafikfehler vor die Nase gesetzt bekommt, außer die Pop-Ups, die an gewissen Stellen merklich vorhanden sind. Letztendlich verzeiht man dem Spiel das alles, weil auf dem Bildschirm wirklich, wirklich, wirklich viel los ist und nicht mit Details gegeizt wird.
Motorstorm 3: Apocalypse
Motorstorm: Apocalypse kommt mit einem 3D-Modus daher, der die Katastrophen weitaus plastischer auf den Bildschirm zaubert. Insgesamt hat sich der Racer in der Grafikwertung eine solide acht verdient, auch wenn die Evolution Studios langsam ein wenig an der Optik schrauben sollten. Während es beim den Positionskämpfen wuchtiges Renngeschehen zu hören gibt, dass von treibenden Beats dramatisch begleitet wird, ist die Sprachausgabe genau wie die Story leicht albern/trashig ausgefallen. Das muss nicht jedem Spieler gefallen. Gefallen hat mir jedoch die Steuerung, die die verschiedenen Untergründe und Fahrzeugklassen sehr gut vermittelt, auch wenn sie manchmal etwas direkter ausfallen könnte. Einen letzten Nervfaktor hätte ich da aber noch: Die Ladezeiten sind zu lang.
