Mystery Dungeon: Shiren the Wanderer im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Dieses RPG verzeiht euch keinen einzigen Fehler und wird euch um den Verstand bringen!

Wer früher stirbt, ist länger Tod

Mystery Dungeon: Shiren the Wanderer Mystery Dungeon: Shiren the Wanderer Wo wir gerade wieder vom Gevatter Tod gesprochen haben, wollen wir doch endlich mal auf die Anspielungen eingehen das Mysterium um den Game Over Bildschirm auflösen. Denn "Mystery Dungeon - Shiren the Wanderer" bringt auch ganz unangenehme Eigenschaften mit sich, die den Titel nur noch für Hardcore-Spieler rentabel machen. Shiren kann natürlich, wie jede tragische Hauptfigur eines Rollenspiels, den Heldentod sterben. Nur solltet ihr dies um alles in der Welt vermeiden - denn einmal gestorben bedeutet dies für euch normalerweise auch das Ende des Spieles. Ihr werdet in die Anfangsstadt zurückgebracht, verliert all eure Items, müsst auf das bisher gesammelte Geld komplett verzichten, müsst einen harten Verlust aller Erfahrungspunkte hinnehmen und darüber hinaus alle bisherigen Level-Up abgeben. Ihr startet das Abenteuer quasi so, als ob der Nintendo DS vor wenigen Sekunden erst eingeschalten wurde. Das ist wahrlich eine knallharte Strafe, der man nicht selten auch hilflos ausgeliefert ist. Denn nicht nur die Gegner sorgen dafür, dass sämtliche heilende Items ausgehen und die Kräfte sich dem Ende neigen. Der gute Kerl hat auch noch einen gefräßigen Magen, der immer gefüttert werden will. Daher sollte man stets genug Reisbällchen dabei haben, um seinen Hunger zu stillen. Da besteht wiederum Problem, dass die Nahrung verderblich ist. Rennt man zulange mit dem Essen durch den Level, fängt dieses zu miefen und zu stinken an. Sobald der Totenkopf die Nahrung ziert, sollte man tunlichst die Finger davon lassen. Die Frage ist aber, ob noch genügend Items über bleiben, nachdem zahlreiche Diebe sich an den Tasche vergriffen und das Inventar leer geräumt haben.

Mystery Dungeon: Shiren the Wanderer Mystery Dungeon: Shiren the Wanderer Darüber hinaus haben sich die Entwickler noch zahlreiche weitere Gemeinheiten ausgedacht. Gegner können zum Beispiel unschuldige Personen innerhalb der Dungeons auffinden und killen oder andere Kreaturen verspeisen, wodurch sie ebenfalls bis zu vier Stufen in ihrem Level aufsteigen. Doch schon nach der ersten Rangerhöhung sollte man diesen Kreaturen aus dem Weg gehen, denn diese werden übermenschlich stark und können kaum mehr besiegt werden. Zudem lohnt sich ein längerer Aufenthalt innerhalb eines Levels kaum, da der "Wind von Kron" euch irgendwann zwingt, weiter zu gehen. Widersetzt ihr euch der Naturgewalt, ereilt euch dasselbe Schicksal, wie beim Ableben des Charakters - die Anfangsstadt ruft! Dies hat zur Folge, dass man kaum die Möglichkeit hat, seinen Charakter ordentlich zu puschen. So genanntes "farming" ist bei diesem Titel dank zahlreicher Eigenschaften nicht möglich und das erschwert den weiten und gefährlichen Aufsteig zur Goldenen Stadt. Bezüglich der Items lohnt sich der Besuch alter Dungeons eh nicht. Trotz ihrer zufälligen Generierung offenbaren die Welten keine neuen Gegenstände, nachdem alle eingesammelt wurden. Man steht mit Shiren also ziemlich dürftig da und kämpft in diesem Rollenspiel tatsächlich um Leben und Tod!

Mystery Dungeon: Shiren the Wanderer Mystery Dungeon: Shiren the Wanderer Auf einige Arten kann der Sensemann aber auch ausgetrickst werden. Ganz neu in der Nintendo DS Fassung ist die Möglichkeit, nach dem Ableben ein Hilfegesuch auszusenden. Dieser geht entweder per Wi-Fi an den nächsten Freund, oder aber über das Internet hinaus. Findet sich ein williger Wanderer, der seine aktuelle Erfahrungsstufe aufgibt, kann dieser sich bis zu zum Todesort vorkämpfen und einen Wiederbelebungszauber aussprechen. Bis dies der Fall ist, sitzt man aber Däumchen drehend vor dem Nintendo DS und muss um seinen Helden bangen. Leider erhält man keine direkte Nachricht darüber, ob sich ein anderer Spieler auf den Weg gemacht hat. Ihr müsst also immer wieder nachschauen, ob ein Zauber gewirkt wurde. Falls euch dies zulange dauert, bleibt keine andere Wahl, als den Helden aufzugeben und das Spiel von neuem zu beginnen. Immerhin gibt es noch die Gelegenheit, wichtige Items an unterschiedlichen Orten in Warenhäuser unterzubringen. Dort gelagerte Gegenstände werden auch nach dem Tod noch vorhanden sein, nur muss man sich bis zu den Warenhäuser erst einmal wieder hindurch arbeiten!

Gespaltene Meinungen

Mystery Dungeon: Shiren the Wanderer Mystery Dungeon: Shiren the Wanderer Insgesamt ist das System wirklich hart und wer keine Nerven aus Drahtseilen und Geduld ohne Ende hat, wird sich an diesem Titel definitiv die Zähne ausbeißen. Es ist einfach absolut frustrierend und vor allem demoralisierend, stundenlang erarbeitete Erfolge innerhalb weniger Sekunden verfliegen zu sehen. In dem Moment war die Schweißarbeit umsonst und man beginnt quasi wieder von Null. Klar, man kennt dann schon die Gegner, findet sich besser zurecht und erarbeitet sich eine entsprechende Strategie, aber nach dem x-ten Neuanfang verlieren wohl die meisten Spieler die Lust am Spiel. Hardcore-Gamer und Leute, die eine knallharte Herausforderung suchen, erfreuen sich an der virtuellen Bestrafung. Sie schöpfen ihre Motivation aus der ständigen Angst, das Leben zu verlieren. Dies treibt die Spannung in die Höhe und lässt die Finger schwitzig werden. Vorsichtig, und jeden Schritt durchdacht, begeben sich diese Fans in die Fantasywelt und arbeiten sich langsam, aber sicher bis zum Ende durch. "Mystery Dungeon -Shiren the Wanderer" wird daher die Spieler in zwei Lager spalten, wobei die Minderheit sich für das Spiel entscheiden wird.

Mystery Dungeon: Shiren the Wanderer Mystery Dungeon: Shiren the Wanderer Technisch wiederum wird es wohl kaum unterschiedliche Meinungen geben. Optisch macht der Titel einiges her, auch wenn es definitiv aufwendigere Super Nintendo Spiele gab. Die Problematik steckt, wie zuvor schon beschrieben, in den per Zufall generierten Dungeons, die dadurch einfach nicht so herausragend aussehen können. Dafür gefallen die Charaktere, die hübsch gezeichnet wurden, aber etwas mehr Animationen hätten vertragen können. Steuerungstechnisch sollte man auf den kompletten Nintendo DS Schnickschnack verzichten. Notgedrungen hat der Entwickler versucht, die Fähigkeiten der Hardware einzubinden. In den Menüs kann man ja noch mit dem Stylus klar kommen, die Steuerung der Figur im Spielfeld sollte man aber dem altehrwürdigen Steuerkreuz überlassen. Generell lässt sich das betagte Gameplay nur kaum in eine innovative Handhabe zwingen, dazu hätte ein komplett neues Spiel konzipiert werden müssen. Auch auf die Ohren gibt es einiges. Einige Abschnitte bezaubern mit Naturgeräuschen, ansonsten bietet das Spiel eingängige und mystische Melodien, die sich wunderschön in das Ambiente integrieren. Die Stücke gefallen, säuseln wohlwollend durch die Gehörgänge und stellen mitunter ein kleines Highlight des Titels dar. Da macht das Ableben ja fast schon wieder richtig Spaß!

Meinung

Wertung zu Mystery Dungeon: Shiren the Wanderer (NDS)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Klassisches Gameplay für Retrofansdurchaus interessante Items und MöglichkeitenWaffen können beim Schmid bearbeitet und verbessert werdenAbwechslungsreiche Welten und Dungeonsper Zufall generierte Weltenwunderschöner Soundtrack
Roguelike-Spielprinzip ist nicht jedermanns SacheDungeons sind etwas einfach gestaltetgrafische Wechselwirkung zwischen Dörfer (schön) und Dungeons (weniger schön)nur englische Bildschirmtexteabsolut knallharter Schwierigkeitsgradwer stirbt verliert alle bisher erspielte Erfolgefrustrierende und demoralisierende Strafe (alles wieder von Anfang an beginnen)nur noch für Hardcore-Spieler geeignet
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