Eines der bisher besten Shippuden-Spiele findet sich ausgerechnet auf der PSP.
Geht es nur mir so, oder haben andere Naruto-Liebhaber dasselbe Problem? Der Markt wird dank zahlreicher Publisher (Bandai Namco, Nintendo, Ubisoft) und unendlich vieler Serien geradezu mit Spielen zur gleichnamigen Animeserie überflutet und bietet mittlerweile eine derart unüberschaubare Auswahl an Ablegern, dass man gar nicht mehr weiß, welches denn wirklich was taugt! Und immer wieder bekommt man dieselbe Thematik aufgetischt - neuerdings zigfach dieselbe Shippuden Story, in welcher ein etwas gealterter Naruto Gaara aus den Klauen der Akatsuki befreit. Doch auch wenn ich dem Blondschopf mittlerweile fast überdrüssig geworden bin, schafft es Entwickler Cyber Connect 2 als einer der wenigen kreativen Schöpfer, mich mit "Naruto Shippuden - Ultimate Ninja Heroes 3" endlich wieder stundenlang zu fesseln. Woran das liegt, erfahrt ihr in unserem Test!
Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Heroes 3
UMD eingelegt, PSP gestartet, die vielen Logos übersprungen, verfolgt der geneigte Fan sofort den Meister-Pfad - die Nachbildung der Shippuden-Story mit zahlreichen Events und bisweilen abseits des Anime und Mangas sogar eigene Ideen und Kreationen der Entwickler. Allein das aufwendige Video als Schmankerl zu Beginn des Abenteuers motiviert zur weiteren Erforschung des Storymodus, auch wenn abermals wieder mehr Wert auf animierte Standbilder anstatt aus dem Zeichentrick entnommener Szenen gelegt wird. Erfreulich für alle waschechten Fans die Optionsmöglichkeit, das Abenteuer mit den englischen, aber auch japanischen Originalsprechern genießen zu dürfen. Die haben wahrlich viel zu tun, da die zahlreichen Konversationen vor und nach diversen Auseinandersetzungen komplett vertont wurden und tragen somit äußerst positiv zum Flair des Spiels beitragen.
Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Heroes 3
Während die bisherigen Shippuden-Umsetungen den Inhalt meist nur stark gekürzt und für Quereinsteiger völlig unverständlich wiedergegeben haben, versucht "Ultimate Ninja Heroes 3" wesentlich mehr Inhalt zu liefern. Dies ist den Entwicklern zumindest weitestgehend gelungen, wobei der Meister-Pfad noch nicht einmal mit der Befreiung Gaaras aus den Klauen des Akatsuki-Clans endet, sondern darüber hinaus auch Sasukes Verbleib erörtert und parallel völlig neue Dinge einstreut, welche sich harmonisch in das Gesamtbild der Shippuden Story einfügen. In zahlreichen Episoden unterteilt, sorgen weit über 80 Missionen, zusätzliche Quests und eingestreute Shops für viele Stunden Spielspaß. Wer vollkommen alle Bonusgegenstände freischalten möchte, kann sich gut und gerne auf 25+ Stunden einstellen. Nur der Schwierigkeitsgrad fällt leider etwas human aus. Nur wenige Missionen zum Schluss können einen solch erfahrenen Ninja wirklich aus der Bahn werfen.
Über Backpfeifen und dem Sammelsurium
Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Heroes 3
Während sich "Akatsuki Rising" noch in der dritten Dimension bewegte und daher vor allem grafisch nicht wirklich viel reißen konnte, besinnen sich die Mannen hinter "Ultimate Ninja Heroes 3" auf ein eher zweidimensionales Spiel in sehr hübsch gestalteten 3D-Arenen oder ausgiebigen Hüpfpassagen. Sobald sich zwei, bzw. bis zu vier Ninjas einfinden, artet der Schlagabtausch in den oftmals einfallsreichen und mehrstufigen Kampfarenen regelrecht aus und erinnert bisweilen an Nintendos "Smash Bros.", inklusive einer mangelnden Übersicht. Das Kampfsystem selber ist so simpel wie intuitiv. Eine Taste kombiniert mit Richtungseingaben ermöglicht einfache Schläge und Tritte sowie die jeweiligen auf die Charaktere abgestimmte Spezialangriffe. Kollege Gaara zum Beispiel manifestiert den Sand, lässt diesen kreisen oder unverhofft aus dem Boden sprießen, während unser geliebter Blondschopf mal wieder auf seine Schattendoppelgänger zurückgreift. Mittels der rechten Schultertaste können solche Attacken geblockt oder dank des Jutsu des Tauschens komplett verhindert werden, während die linke der Verwandlung dient und zum Beispiel die Kräfte des neunschwänzigen Fuchs weckt.
Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Heroes 3
Wirklich spannend wird es aber leider nur selten dank gemäßigtem Schwierigkeitsgrades und KI-Gegnern, die gerne und viel einstecken, aber bisweilen nur wenig austeilen. Will nun nicht heißen, dass es nie knapp wird, vor allem in den späteren Kämpfen oder Jump'n'Run Abschnitten. Diese Missionen fallen aber durchwegs völlig banal aus: Das Ziel innerhalb einer bestimmten Zeit erreichen, dabei manchmal eine bestimmte Anzahl an Banditen über den Jordan schicken, Münzen sammeln und diversen Fallen ausweichen! Nicht gerade einfallsreich, dennoch dank gefühlvoller Einstreuung eine willkommene Abwechslung zum gewöhnlichen Schlagabtausch. Darüber hinaus sammelt ihr ordentlich Ninja-Punkte, welche in immer wieder aufkommenden Shops für zahlreiche Extras wie neue Bildschirmhintergründe, einer Jukebox und ähnliches ausgegeben werden können, aber auch für neue Schriftrollen sehr nützlich sind. Diese sind zwar teuer, erleichtern jedoch die Missionen. Der Einsatz ist mit einem geringen Obolus belegt, stärkt allerdings die Verteidigung, den Angriff oder andere Attribute. Da ist es dann einerlei, dass jeder Kampf oftmals mit besonderen zusätzlichen Zielen - anders sind wir es von Cyber Connect 2 ja nicht gewohnt - ausgestattet ist und nur dann als erfolgreich absolviert gilt, wenn alle Forderungen auch tatsächlich erfüllt sind. Zum Beispiel gilt es eine Combo aufzubauen, den Gegner in einer bestimmten Zeit auszuschalten oder auf Spezialangriffe zu verzichten!
