Necrovision bleibt wieder hinter den Erwartungen zurück, ist aber ein Zombiemetzler mit Kurzweil - primitiv aber unterhaltsam.
Im letzten Jahr brachte TGC bzw. 1C Company mit Necrovision einen herzlosen Zombietitel aus Russland nach Deutschland. Der einizige Kaufgrund damals war eigentlich, das die Metzelei von den Painkiller-Machern kam und somit zumindest ansatzweise Spielspaß versprach, wenn auch nur primitiven. Man hätte meinen können, dass 1C und Entwickler The Farm 51 aus dem internationalen Wertungschnitt lernen und den im Prinzip gar nicht so verkehrten Shooter von seinen kleinen Wehwehchen befreien, etwa der strunzdummen KI, den grafischen Schwächen sowie den häufigen technischen Patzern. Pustekuchen! Stattdessen setzt man uns dieses Jahr das gleiche Spiel vor, an dem nur minimal gearbeitet wurde - was sich auch an der Wertung bemerkbar macht.
Flugmissionen sind absolute Abwechslung im drögen Shooteralltag
Anders als der Vorgänger im letzten Jahr beginnt Necrovision 2 nicht halb so beeindruckend. Keine beengten Grabenkämpfe, keine verwinkelten Tunnel aber dafür dennoch hordenweise Zombies und andere Klischeegegner. Die Geschichte spielt vor den Ereignissen des ersten Teils. 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, landet der Hauptcharakter Dr. Zimmermann allein und von seiner Einheit getrennt im feindlichen Hinterland. An einem verlassenen Umschlagbahnhof, der von Anfang durch seine wirklich hässlichen unsichtbaren Mauern negativ auffällt (Gleise kann man nicht betreten, etc.), startet man in die Geschichte und erfährt, wie die dunkle Seuche ihren Anfang nahm. Viel schlimmer noch, es scheint, als würden einige vermeintlich Tote noch viel aggressiver sein, als die normalen Zombieopfer des ersten Teils und mutieren...
Necrovision 2: Lost Company
... Was uns aber nicht daran hindert, dennoch ein paar Tausend Schuss Munition in ihre halbtoten Körper zu ballern. Wie gewohnt tauchen vor unserer Nase mal schnelle, mal langsame und dann auch wieder gut gepanzerte Untote auf, die man über den virtuellen Jordan zu bringen hat. Ganz besonders groß fallen auch wieder die Bossgegner aus, die man zumeist nicht nur mithilfe von Munition, sondern auch mit Rätseln besiegen muss. Wie schon im Vorgänger passiert das sehr stark gescriptet und wird fast immer von primitiven Triggern ausgelöst - ganz nach dem Prinzip "Komm HIER hin, damit dir der Zombie auf den Kopf fällt, die Tür aufgeht, etc." Allzu viel aus den Wertungen der internationalen Kritik hat man wohl nicht gelernt. Auch das Storytelling kommt wieder relativ kurz: Alles Relevante zur eher belanglosen Story erfährt man aus den langweilig vertonten Textbruchstücken und Briefen im Spiel oder während den eklatanten Ladezeiten. Große Rendersequenzen sind selten und, da in Spielgrafik gehalten, auch noch relativ unschön anzusehen.
Gameplay-Footage (FullHD): Necrovision 2: Lost Company
Faszination Zombietötung
Necrovision 2: Lost Company
Wieso also hat man eine eher mäßige Fortsetzung zu einem von der Kritik schlecht aufgenommenen Zombieshooter entwickelt und diesen nun schon wieder geschnitten in Deutschland rausgebracht? Ganz einfach, wegen der B-Movieartigen und extrem trashigen Faszination des Zombiekillens. Derer selbst wir uns nicht gänzlich entziehen können. Gut, spielerisch ist Necrovisio: Lost Company weder innovativ noch fordernd oder gar interessant. Aber coole Kommentare wie "Hände hoch oder ich schieße!", die unsere Teamkameraden zuweilen den TOTEN ZOMBIES (!) entgegenbrüllen, haben eine gewisse Komik. Und wenn die getroffenen Zombies in zombietypisch langgezogenen Sätzen "Auuuuuua, niiiiiiiiicht schiiiiiiiießen!" rufen, dann kann man sich ein Lachen irgendwie schwer verkneifen. Es ist halt ganz einfach, Necrovision 2 bietet kurzfristige Unterhaltung im Stile von Painkiller: Loslegen, 200 Zombies und Monster niedermähen, Rechner ausmachen - Fertig!
