Necrovision bleibt wieder hinter den Erwartungen zurück, ist aber ein Zombiemetzler mit Kurzweil - primitiv aber unterhaltsam.
Necrovision 2: Lost Company
Allzu viele Neuerungen darf man übrigens nicht erwarten, spielerischer Natur sowieso nicht. Man zieht knappe sechs bis sieben Stunden durch zehn verschiedene Level und tötet alle Zombies bis man entweder an einen Levelboss gelangt oder aber das Ende einer Map erreicht. Umgebungen und Szenarien haben sich nur marginal verändert, nach wie vor sind sie, wie zuvor beschrieben, extrem gescriptet und mit unsichtbaren Mauern und Hindernissen versehen. Einzig in der Variation der Untoten hat sich etwas getan, hier wurden einige neue Arten hinzugefügt. Zu den langsamen und leicht depressiven Normalo-Zombies gesellen sich Untote mit einem Schild, die halbwegs taktisch vorgehen, messerwetzende, rennende Zombies in weiten Regenmänteln (die ein wenig an den Scream-Bösewicht erinnern) und allerhand anderes Geschwärl. Typisch für Necrovision: Während das normale Fußvolk an Gegnern einen kaum bei Laune hält, sind die Bossgegner wirklich schwer zu knacken. Allen Gegnern gleich ist die relativ dumme KI, die wohl nach dem Prinzip "Aus den Augen, aus dem Sinn" arbeitet. Ist man etwa zu weit entfernt und somit nicht im Sichtradius der Computersöldner, so bemerken die Zombies es nicht mal, wenn man auf sie schießt.
Technik? Wer braucht die, wenn es Gewalt gibt?
Necrovision 2: Lost Company
Insgesamt hat sich technisch bei Necrovision 2: Lost Company nur wenig getan. Die Grafik ist, wie im ersten Teil schon, nur von weitem und auf den ersten Blick schön, je näher man einer Textur kommt, desto diffuser werden Belichtung und Auflösung. Man spielt auch hier wieder mit Tricks, etwa den bekannten Glanz-Filtern, die mehr oder minder hübsche HDR-Effekte erzielen. Zum Einsatz kommt erneut eine aufgemotzte Painkiller-Engine, da sich Entwickler The Farm 51 unter anderem auch aus ehemaligen Painkiller-Mitarbeitern zusammensetzt. Auch Außenlevel wirken durch die triste Optik sehr steril und wegen ihrer Gleichförmigkeit wie aus ser Retorte. Dass der Hauptcharakter übrigens erneut zum Vampir-Necromancer wird, ist für Gameplay oder Story fast vollkommen ohne Belang, auch dadurch wird der Titel nicht interessanter.
Necrovision 2: Lost Company
Ansonsten bietet sich uns ein relativ bekanntes Bild: Die Steuerung ist nur allzu genretypisch. Mit WASD dirigiert man Simon durch die dröge Welt von NecroVisioN, wobei diese an einigen Stellen hakt. Gerade an Stellen, die nicht vom Spieler erschlossen werden sollten (weil sie beispielsweise von einem Zaun umgeben sind), kann mit seinem Charakter mal hängen bleiben. Bereits erwähnt haben wir die unsichtbaren Mauern, die an bestimmten Stellen wirklich stören und den Spielfluss unterbrechen. Vor allem die Außenlevel nerven hier gewaltig. Warum kann ich über den einen Maschendrahtzaun problemlos springen, übder den nächsten aber nicht? Insgesamt wirkt Necrovision dadurch wieder sehr schlauchlevelartig und spielt sich extrem linear.
Necrovision 2: Lost Company
Auch der Sound ist nur mittelmäßig gelungen, vor allem die deutsche Vertonung ist mies. Nach einigen Stunden Spielzeit wirkt es, als gäbe es im Gesamten nur so zwei oder drei Sprecher, die je nach Nationalität einen besonders unwirklichen Dialekt annehmen: Deutsche sprechen typisches "Kraut-Deutsch", Briten einen typischen Klischee-Dialekt. Die Sprüche, die Protagonist Simon außerdem auf den Lippen hat, sind unterirdisch und erwecken den Eindruck eines zweitklassigen B-Movies - was aber auch ein wenig zum trashigen Stil des Zombiekillers beiträgt.
