Mit dem aktuellsten Teil hat Electronic Arts zur Freude der Fans die NFS-Reihe vor dem Abgrund gerettet.
Rennatmosphäre im Überfluss
Need for Speed Shift
Besonders beeindruckend wirkt die neue Cockpitperspektive, die tatsächlich den Eindruck vermittelt in einem echten Rennwagen zu sitzen. Nicht nur, dass die Innenräume sehr gut aussehen, man spürt jede Bodenwelle, bei hohen Geschwindigkeiten bekommt man einen Tunnelblick, während bei Unfällen die Sicht verschwimmt und man anfängt zu schnaufen. Natürlich kann man über die eingeschränkte Übersicht und die wackelige Kamera meckern, doch so muss es sich anfühlen, wenn man mit 300 km/h über eine Rennstrecke donnert. Beim Fuhrpark kann man ohnehin nicht meckern. Neben harmlosen Autos wie dem Golf GTI oder einem Nissan 350Z findet man in den vier Wagenstufen auch PS-Monster wie den Bugatti Veyron, den Audi R8 oder einen Lamborghini Murcielargo. Fast alle wichtigen Hersteller von Super-Sportlern sind vertreten. Nur Ferrari fehlt schmerzlich. Bei den deutschen Herstellern ist im Prinzip alles dabei, was unter PS-Freaks Rang und Namen hat.
Need for Speed Shift
Wie immer lassen sich die Karren nach Lust und Laune aufmotzen. Leider kann man sich optisch nicht so stark austoben. Es gibt nur sehr wenige Aerodynamik-Pakete und auch das Autosculpt fehlt, doch dafür kann man ein Vermögen in Motor, Bremsen, Fahrwerk etc. stecken. Meistens darf man den jeweiligen Unterpunkt in drei Stufen ausbauen. Irgendwann ist man so weit, dass man mit einem Werksupgrade auf die nächste Wagenstufe zurückgreifen kann. Optisch darf auch einiges erwartet werden. Neben vorgefertigten Designs, darf man seinen Liebling in unzähligen Farben, ob Metallic oder Matt, lackieren, sowie mit verschiedensten Decals und Vinyls bekleben. Vorteilhaft ist, dass die ganzen Tuning-Menüs sehr übersichtlich aufgebaut sind und auch mit Erklärungen zu den einzelnen Teilen aufwarten.
Need for Speed Shift
Die Streckenauswahl geht ebenfalls in Ordnung. Neben bekannten Kursen wie der Nordschleife, Laguna Seca oder Spa-Francorchamps fährt man auch durch London und Tokyo. Die eigentliche Abwechslung von Shift zeigt sich jedoch in den verschiedenen Events. Neben den üblichen Rennen und dem Drift-Modus darf man sich am Runden-Eleminator oder Zeitfahr-Varianten versuchen. Im Duell treten jeweils zwei Wagen gegeneinander an. Wer als erster durchs Ziel kommt, oder fünf Sekunden Vorsprung herausfährt, gewinnt das Rennen. Danach geht es in umgekehrter Reihenfolge von vorne los. Die Duelle lassen sich am besten mit dem Canyon-Rennen aus Need for Speed: Carbon vergleichen. Natürlich fährt man einen großen Teil der Events mit dem eigenen Wagen, doch bei speziellen Einladungs-Events oder Hersteller-Duellen bekommen wir diverse Boliden für das Rennen gestellt. Man erhält also quasi die Möglichkeit mit fast allen Flitzern eine Runde zu drehen. Das ist für die Abwechslung von sehr großem Vorteil. Der Umfang des Racers ist enorm. Man wird ca. 30 Stunden brauchen, um alle Events mindestens einmal gesehen zu haben. Um das Spiel wirklich komplett zu meistern, sollte die eine oder andere Stunde dazu gezählt werden.
Das Fahrerprofil
Need for Speed Shift
Need for Speed: Shift ist so frech und überwacht das Fahrverhalten des Spielers. So gibt es Punkte für sauberes Fahren, fehlerfreie Runden, Windschatten, sauberes und rüdes Überholen, Rempler, Crashes, Drifts und vieles mehr. Am Ende eines Rennen wird dann aufgeführt, ob man ein präziser oder aggressiver Fahrer war. Abhängig davon, ändert sich das eingeblendete Fahrersymbol. Zudem gibt es auch eine Vielzahl an verschiedenen Abzeichen, die man beispielsweise für 100 überholte Gegner, für besonders langes Windschattenfahren oder die zurückgelegte Distanz erhält. All das wird im Profil punktgenau festhalten, ebenso wie die Anzahl der Siege und Niederlagen. Mit den Punkten, die man durch die diversen Aktionen während der Rennen bekommt, steigt man in fünfzig Rängen auf. Pro Rang werden neue Tuning-Teile. Einladungs-Events, Vinyls und vieles mehr freigeschaltet.
Need for Speed Shift
Darüber hinaus müssen Sterne angehäuft werden. Meistens kann man pro Rennen 3-6 davon abstauben. Wird man beispielsweise erster, bekommt man drei Stück. Danach gilt es diverse Aufgaben zu erfüllen: So muss man während eines Events möglichst viele Karrierepunkte erringen, die Höchstgeschwindigkeit erreichen, eine saubere Runde fahren, vier Gegner umdrehen usw. Mit den Sternen werden die vier Karrierestufen und einzelne Events freigeschaltet, bis man irgendwann an der alles entscheidenden World Tour teilnimmt. Online-Rennen werden übrigens im selben Fahrerprofil festgehalten, wobei hier leider nur maximal 8 Spieler an den Start gehen. Zudem ist die Modi-Auswahl gegenüber dem Singleplayer eingeschränkt worden. Normale Rennen, das Driften sowie das Zeitfahren stehen auf den Programm. Dennoch gibt es technisch kaum etwas zu meckern. Von Lags blieben wir nahezu verschont.
