Neverdead im Gamezone-Test

Test Michael Stadler

Eine witzige Spielidee die viel Raum für rabenschwarzen Humor lässt, in der Praxis aber doch nicht ganz überzeugen kann.

Neverdead Neverdead Gegner werden entweder nur aufgrund ihrer schieren Größe oder ihrer Anzahl eine Herausforderung, die man schon nach drei Leveln nicht mehr uneingeschränkt bewältigen möchte. Besonders nervig sind hierbei die muschelartigen Gebilde, aus denen immer wieder neue Gegner spawnen solange man diese Quelle nicht eigenhändig versiegt. So werden die Kämpfe unserer Meinung nach zu künstlich in die Länge gezogen und bekommen alsbald einen sehr faden Beigeschmack. Um die unbeliebten Viecher schneller ins Nirvana zu schicken, können wir uns von den Erfahrungspunkten aus Kills und gesammelten Objekten Fähigkeitsverbesserungen kaufen. So können wir unsere Kugeln mit heilenden, elektrischen oder feurigen Effekten bestücken, unseren Schwert-Schaden erhöhen oder Gliedmaßen in Granaten verwandeln und uns mit den absichtlich entfernbaren Gliedmaßen durch die feindlichen Linien bomben. Doch auch Abseits des Massenmords können wir Köpfchen beweisen und so manche für den Körper unerreichbare Stelle auskundschaften um neue Wege zu beschreiten. Aber auch als überdimensionale Fackel und Überbrückungskabel ist Bryces Körper ideal geeignet und gerne missbraucht. Diese Rätseleinlagen stellen zwar die ruhigen Momente im Spiel dar, fordern jedoch nur wenig und sind schon in der frühen Spielzeit stark repetitiv. Auch die Verbesserungen sind nur partiell auf den einzelnen Spielertypen zugeschnitten, denn man hat selbst auf dem normalen Schwierigkeitsgrad genügend Erfahrungspunkte gesammelt um sich ohne Umwege die besten Power-Ups für Nah- oder Fernkampf zu kaufen.

Neverdead Neverdead Das Zusammenspiel zwischen Bryce und Arcadia ist unseres Erachtens nach ebenfalls ein wenig zu stereotyp an das typische Macho-Emanzen-Verhältnis angelehnt und nichts was wir nicht schon in anderer und vor allem besserer Form gesehen hätten. Zwar ist Arcadia im Kampf auch für den einen oder anderen Kill gut, die meiste Zeit schießt sie allerdings nur pro forma in der Weltgeschichte herum und will von uns gerettet werden. Sind wir nicht rechtzeitig zur Stelle, bedeutet Arcadias Ableben den Game Over für uns, weshalb wir stets bemüht sein sollten unsere Partnerin artig wiederzubeleben. So offenbart die Spielmechanik Stärken und Schwächen im selben Moment. Zwar geht die Steuerung stets locker flockig von der Hand, doch werden wir von manch tückischer Kameraeinstellung und Objektphysik eingebremst und von Boltzmanns Zerfall viel zu oft unterbrochen als dass wirklich stimmiger Spielfluss zustande kommen kann - Schade! Etwas mehr Unterhaltung bietet der Mehrspieler-Modus, welcher euch kooperativ in die Levels der Kampagne schickt und euch bestimmt Aufgaben bewältigen lässt. So müsst ihr bestimmte Personen retten, Checkpoint-Rennen gewinnen, oder euch Gegnerwellen vom Hals schaffen. Mehr als eine nette Dreingabe ist dieser Modus allerdings nicht, da zum Einen die Fehler aus dem Singleplayer einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen und man zum Anderen mit einem Kampagnen-Koop wohl einen besseren Weg hätte gehen können.

Wie der Charakter, so die Technik

Neverdead Neverdead Die Technik macht passend zur Hauptfigur des Spiels einen dahinvegetierenden Eindruck. Die Ecken sind kantig, das Spielgeschehen gerät selbst bei Cutscenes, die zudem auch noch beinahe amateurhafte Übergänge haben, stark ins Ruckeln und strotzt nur so vor unfeinen und grobkörnigen Texturen. Da hilft es auch nicht viel weiter wenn der Titel einen sonst recht nett anzusehenden comichaften Designstil hat, wenn dieser grafisch nicht einwandfrei umgesetzt wird. Die Level erwecken zudem den Eindruck man habe sie schon zig Male gesehen und können einen beim Spielen nicht wirklich vom Hocker reißen. Zwar können wir die Umgebung gehörig auseinander nehmen und uns so auch einiger Gegner entledigen, warum eine Couch jedoch in zwanzig Teile zerbersten muss wenn wir sie leicht anrempeln blieb uns ein Rätsel. Auf die Ohren gibt es neben den ausschließlich in englischem Ton erhältlichen Synchronstimmen (deutsche Untertitel sind vorhanden) harten Rock von Megadeth. Während Bryce und Arcadia elanvoll und mit der richtigen Attitüde versehen und vertont wurden, war uns das Hard Rock Geschrammel beim besten Willen manchmal etwas zu grob und zu einseitig.

Meinung

Wertung zu Neverdead (X360)

Wertung:

6.5 /10
Pro & Contra
Abtrennbare KörperteileViel ActionCooler HauptcharakterStimmiges MonsterdesignVereinzelt witzige SprücheGute SynchronisationPower-Ups
Erhebliche Patzer in Sachen GrafikSpielidee zu schnell ausgelutschtMonotoner SpielflussTeils sinnfreie Power-UpsKurze SpielzeitRuckeln in Spiel und Videosequenzen08/15-StoryUnaufhörlich spawnende GegnerPlumper SoundtrackZu wenig Abwechslung
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