Die wenigen Optimierungen am Dauergekloppe im Vergleich zum Vorgänger reichen nicht aus, um zu überzeugen.
Ninety-Nine Nights 2
Dennoch dürfen die Spielfiguren einen mächtigen Superangriff ausführen, der den kompletten Bildschirm erschüttert und tatsächlich auch exklusiv ist. Das alles sieht beeindruckend aus und sorgt fast immer für reichlich Verwüstung. Um die Spezialfähigkeit zu nutzen, muss man blaue Tränke schlürfen und Gegner vermöbeln. Ebenfalls positiv zu erwähnen, sind die RPG-Elemente, mit denen man Charakter, Waffen und Gegenstände hochleveln kann. Jeder Level-Up muss mit roten Orbs finanziert werden, die in geheimen Kisten und vor allem in Gegnern stecken. Mit der Zeit wird man immer stärker und kann so mehr austeilen und einstecken. All zu groß sind die Auswirkungen auf den Spielverlauf jedoch nicht. Immer wieder lassen sich in den einzelnen Arealen verschiedene passive Fähigkeiten finden, die natürlich in begrenzter Stückzahl ausgerüstet werden dürfen. In seltenen Fällen gibt es auch eine neue Waffe zu vermelden. Doch selbst die neuen Waffen bringen keine richtige Abwechslung ins Gemetzel.
Der langweilige Alltag
Ninety-Nine Nights 2
Bisher hörte sich N3II eigentlich noch ganz solide an, doch beim wichtigsten Element eines Spiels, dem Gamedesign, versagt das Hack & Slay an zu vielen Punkten. Da wäre zum Beispiel das monotone und sich kaum verändernde Gameplay. Als Spieler läuft man durch riesige und weitläufige Areale und kloppt über Stunden auf die beiden Schlagtasten ein, ohne jemals etwas neues zu sehen. Zudem wiederholen sich Missionsziele auf fast schon abartige Art und Weise. Immer wieder müssen bestimmte Punkte erobert, Monstergeneratoren zerstört oder irgendwelche Tore geöffnet werden, damit das Leiden kurz darauf von vorne beginnen kann. Zu selten gibt es ein wenig Abwechslung: Dabei begleitet man NPCs zum sicheren Ausgang oder legt kleinere Hüpfeinlagen hin. Während das Kampfsystem noch gut funktioniert, sind die wenigen Sprungpassagen aufgrund der ungenauen Steuerung eher ein Nachteil.
Ninety-Nine Nights 2
Es kommt nicht selten vor, dass man von hunderten von Gegnern umzingelt ist. Zum Glück stehen die meisten Monster nur anteilnahmslos herum und lassen sich zu gerne abschlachten. An anderen Stellen bekommen wir es mit äußerst unfairen Situation zu tun, in denen wir in jeder Sekunde wie aus dem nichts umgeworfen werden und kaum die Gelegenheit bekommen uns wieder aufzurichten. Unterstützt wird das von der zickigen und unübersichtlichen Kamera, die vor allem in Innenräumen einen miesen Job verrichtet. Dadurch hat man den Feind zu selten im Blick. Extrem nervig ist, dass der Held eine gefühlte Ewigkeit braucht, um sich wieder aufzurichten. Ebenfalls etwas unschön ist die Tatsache, dass sich manche langwierigen Angriffe nicht abbrechen lassen und man irgendwann komplett ins Leere schlägt und dabei angreifbar ist.
Speichersystem, du gemeines Stück
Ninety-Nine Nights 2
N3II macht in den ersten 15 Minuten eines Areals durchaus Spaß. Das Metzeln wäre für ein kleines Spiel zwischendurch sicherlich sehr geeignet, doch ein Mission dauert im Schnitt selten kürzer als eine Stunde, in der man immer und immer wieder die gleichen Feinde schlachtet und dümmliche Aufgaben erfüllt. Suboptimal ist vor allem der Umstand, dass man während einer Mission nicht speichern darf. Es gibt zwar wenige Checkpoints, doch die sind nach dem Neustart der Konsole dahin. Hinzu kommt noch, dass man aufgrund einiger unfairer Stellen gut und gerne über eine halbe Stunde der Spielzeit wiederholen muss, um an den Ort des Ablebens zu kommen, wo man letztendlich erneut verreckt. Ja, dieses Mal gibt es im Gegensatz zu Teil 1 tatsächlich Checkpoints, doch diese liegen viel zu weit auseinander.
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Vor einem Bosskampf wird glücklicherweise stets ein Speicherpunkt gesetzt, was auch bitter nötig ist. Ansonsten würde man nur noch in Fötusstellung vor der Konsole kauern und ganz laut schreien. Leider schwankt die Qualität der Bosskämpfe extrem. Einige sind mit der richtigen und besonnen Taktik sehr gut zu erledigen und sogar auch gut inszeniert, andere sind einfach nur nervig, voller Frust und oft nur mit Glück zu bewältigen. Eine Neuerung ist der Online-Koop-Modus, in dem man sich mit einem Freund in den großen Krieg stürzen kann, allerdings nicht in der Kampagne. Da aber keine großen Absprachen und Taktiken nötig sind, sticht auch hier das sehr monotone Gameplay viel zu schnell heraus. Zudem darf man seine Helden aus der Singleplayer-Kampagne leider nicht übernehmen.
Krasse Gegensätze
Ninety-Nine Nights 2
Technisch ist N3II sehr zwiespältig ausgefallen. Die Charaktere selbst sehen sehr schick und detailliert aus, was vor allem in den langweiligen Videosequenzen zum Vorschein kommt. Auch die teils imposanten Magie-Effekte und Superangriffe sorgen für offene Münder. Dafür sind die Areale selbst kantig, detailarm, mit verwaschenen Texturen versehen und schauen überhaupt nicht mehr zeitgemäß aus. Immerhin werden die Massen von Gegnern nahezu flüssig auf den Bildschirm gezaubert. Dafür kämpft man gegen nur sehr wenige Monstertypen, die alle identisch animiert sind. Und dennoch, im Jahre 2010 will man auf der Xbox 360 eine derartige Umgebungsoptik eigentlich nicht mehr sehen. Beim Sound wird wahlweise englische oder japanische Sprachausgabe mit Untertiteln angeboten. Das Schlachtengetümmel zeigt sich bei der Akustik sehr minimalistisch und trägt wenig zur Atmosphäre bei, die ohnehin dahin dümpelt.
