Odin erhörte die Rufe seiner Untertanen und brachte das farbenfrohe und wunderschöne RPG zu uns nach PAL-Halla!
Mix dir deine Zauber, Zauber deine Mixe
Odin Sphere
Innerhalb der Sphären lauern aber nicht nur Gefahren. Neben Lebenserfahrung (in Form von Levelaufstiegen und erweiterten Attributen) locken vor allem zahlreiche Sammlerobjekte. Überall finden sich Samen verschiedenartiger Pflanzen, die man selber in den Boden einpflanzen kann. Ohne richtige Ernährung tragen sie aber keine Früchte, daher müssen Feinde vernichtet werden, die so genanntes Psypher hinterlassen. Dadurch wachsen die zärtlichen Gewächse heran und bieten den Helden eine ertragreiche Ernte. Das Psypher dient aber auch der Stärkung und vor allem als Manaenergie, um mächtige Zauber aussprechen zu können. Gerade in den Endgegnerphasen kann ein Wirbelwind oder die Unsichtbarkeit der rettende Vorteil sein - den Bildschirm aber auch mit zahlreichen Effekten füllen und dadurch die Playstation 2 ins Schwitzen bringen.
Odin Sphere
Eine besondere Gabe ist auch die Alchemie. Zahlreiche Naturalien eignen sich hervorragend für die Herstellung mächtiger Tränken. Diese bieten Schutz bringende Zauber vor Kälte oder ähnlichem, können euch stärken und fast gar unbesiegbar machen, oder einfach nur heilende Wirkungen gegen tödliche Erkrankungen zeigen. Manch ein Trank sorgt aber auch für reichlich Schaden beim Feind, da die Substanz zu explodieren neigt oder giftige Gase verbreitet. In der Alchemie werden schlicht Gegenstände gemixt und geschaut, was dabei heraus kommt. Zahlreiche Rezepte, die im Verlaufe des Abenteuers gesammelt werden, offerieren eine optimale Übersicht in einem "Kochbuch". Dort stehen übrigens auch zahlreiche Hinweise zu den Fähigkeiten und der Geschichte des Landes drin, so dass ein Blick in das virtuelle Papier durchaus lohnenswert ist. Die Charakterentwicklung selber bleibt bei "Odin Sphere" etwas auf der Strecke. Ein einziges Accessoire kann angelegt werden und auch der Levelaufstieg geht mehr oder weniger unbemerkt an euch vorbei.
Odin Sphere
Feinde kommen aber definitiv nicht klammheimlich um euch herum, denn deren Ausmaße - wie schon erwähnt - sind meist beachtlich. Diese beackert man mit einer einzigen Taste, kann damit aber diverse Combos loslassen, die mächtig viel Schaden anrichten. Der offene Schlagabtausch läuft in Echtzeit ab und bietet ein Hack'n'Slay ähnliches Prinzip, stellt also ein äußerst aktiver Rollenspielkampf dar. Dies birgt neben spaßiger Action aber auch zahlreiche unangenehme Nebeneffekte. Vor allem mit mehreren Feinden im Ring wird der Kampf unübersichtlich und nicht selten artet dieser in ein hektisches Chaos aus. Panische Attacken gegen mögliche Treffer der Riesenmonster sowie schnelle Ausweichmanöver und ähnliches gehen in wildes Buttonsmashing über. Damit erringt man zwar durchaus immer wieder einen Sieg, aber vor allem bei den Bosskämpfen kommt es auf ein wenig Geduld und Taktik an. Deren Angriffsmuster sollte man genau studieren, um rechtzeitig deren fast tödlichen Attacken ausweichen zu können. Denn mitunter kann das Spiel ganz schön schwer werden, so dass man frustriert in den Controller beißen möchte.
Vorher auf die Mütze, nun auf die Ohren
Odin Sphere
Zu den märchenhaft gezeichneten Sprites der mythologischen Charaktere - die übrigens mit zauberhaften Animationen überzeugen können - gesellt sich noch ein eingängiger Soundtrack hinzu. Dieser erfüllt den Raum in traumhaft klanglichen Farben und untermalt das Geschehen ganz gut. Passend dazu wird eine wahlweise englische oder japanische Sprachausgabe geboten. Der asiatische Teil klingt natürlich ungewohnt, passt aber sehr gut auf die Szenen, während der englische Part weiterhin sehr gut gesprochen ist. Zwar klingen manche Stimmen etwas blechern, insgesamt hat man aber eine hohe Qualität erreicht. Erstaunlich ist vor allem der Umfang, da jegliche Konversation vertont wurde. Wer des Ausländisch nicht ganz so mächtig ist, muss sich nicht ärgern und kann sich durchaus mit der deutschen Textübersetzung zufrieden geben. Diese ist nämlich sehr ordentlich ausgefallen.
