Onimusha: Dawn of Dreams im Gamezone-Test

Test GreenAcid

Haben Capcoms Entwickler der kultigen Serie einen gebührenden Neuanfang verschafft?

Steigerung in jeder Hinsicht

Onimusha: Dawn of Dreams Onimusha: Dawn of Dreams Capcoms fleißige Entwickler haben das gute alte Onimusha in jeder Eigenschaft und Hinsicht erweitert. Dazu hat man sich sehr stark an klassischen Rollenspielen orientiert und dem ursprünglichen Hack'n'Slay-Gameplay einen gewaltigen Schub an spielerischer Tiefe verliehen. Das gute alte "Seelen-Sammel-Feature" ist zu einem waschechten Waffensystem herangewachsen und das Spiel versorgt euch alle Nase lang mit neuen Schwertern, Katanas, Lanzen, Handschuhen und Pistolen. Jeder Charakter sammelt im Laufe des Spiels über 30 verschiedene Einzelstücke in seinem persönlichen Waffenschrank, zudem unterscheiden sich alle in Bezug auf Magie, Combostärke und weiteren Eigenschaften. Das Kriegsgerät darf darüber hinaus mit den gesammelten Seelen über zehn Stufen hinweg verbessert werden, mit höheren Levels werden zusätzliche Attributs-Verbesserungen (Lebensenergie, Abwehr) verfügbar.

Onimusha: Dawn of Dreams Onimusha: Dawn of Dreams Auch die Rüstung eines jeden Kriegers darf nun schrittweise durch das Verstärken mit zuvor gesammelten Genma-Seelen verbessert werden. Dabei steigert sich nicht nur eure Abwehrkraft, sondern alle zehn Levels steht auch noch ein zusätzlicher Inventarplatz für den Träger zur Verfügung. Denn neben verschiedenen Schwertern und Rüstungen finden sich in den weitläufigen Levels auch noch über 100 verschiedene Ringe, Halsketten und andere Ausrüstungsgegenstände, welche dann dort angelegt werden können. Dadurch verbessert sich beispielsweise gezielt eure Abwehr gegen feindliche Blitzmagie oder es wird die generelle Angriffsstärke des Kämpfers aufgemotzt. Andere wiederum helfen automatisch beim Sammeln von Seelen oder regenerieren ganz langsam die Lebensenergie des Trägers. Zwischen den Missionen dürft ihr außerdem mit alten und neuen Waffen handeln, Heiltränke einkaufen und euch aus gefundenen Zutaten sogar ganz besonders schmucke Einzelstücke anfertigen lassen.

Onimusha: Dawn of Dreams Onimusha: Dawn of Dreams Natürlich wurde auch das stückweise Verbessern von Lebensenergie und Manavorrat durch ein vollwertiges Charaktersystem nach Rollenspiel-Vorbild umgewandelt: Eure fünf Helden sammeln durch das Erledigen von Feinden Erfahrungspunkte und steigen somit langsam ihrer Erfahrungsstufe auf. Jeder neue Level bringt einen weiteren Skillpunkt, welcher wiederum für neue Kampffähigkeiten ausgegeben werden darf. Dabei bleibt es euch überlassen, ob ihr euren Recken auf kritische Treffer spezialisiert oder durch das Erweitern des Kampfstils völlig neue Schläge und Spezialangriffe erlernt. Somit erweitern sich auch die Möglichkeiten des Kampfsystems im Laufe des Spiels und man freut sich mit fast jedem neuen Level über weitere Spezialangriffe und Upgrades. In Bezug auf das Kampfsystem gibt es aber noch mehr Neues zu vermelden: Alle Gegner können nun mit einer praktischen Zielfunktion fest ins Visier genommen und somit noch effektiver mit Schlägen und Oni-Magie eingedeckt werden. Diese ist übrigens lange nicht mehr so mächtig wie bei den Vorgängern, jedoch lässt sich mit jedem Magie-Angriff auch eine äußerst effektive Angriffskette starten, von der fast jeder Gegner auf dem Bildschirm in Mitleidenschaft gezogen wird.

Bei all diesen neuen Möglichkeiten in Bezug auf die Charakter- und Waffenentwicklung sind natürlich sehr häufige Ausflüge in das Menüsystem des Spiels vorprogrammiert. Praktischerweise hat man in fast jeder Mission gleich mehrere der magischen Spiegel verbaut, wo ihr nicht nur euren Spielstand speichern, sondern auch sämtliche Upgrades vornehmen dürft.

Abseits der bekannten Gameplay-Pfade

Onimusha: Dawn of Dreams Onimusha: Dawn of Dreams In Sachen Spielzeit übertrifft "Onimusha: Dawn of Dreams" die drei Vorgänger um Längen, unter 20 Stunden werdet ihr es kaum schaffen, dem Dämonen-Obermotz das Handwerk zu legen. Hinzu kommen weitere Features, mit denen man sich längere Zeit beschäftigen kann: Die Ausflüge in das Dunkle Reich sind auch diesmal wieder mit dabei, außerdem gibt es in jedem Level mindestens eine Stelle, welche nur mit einem der fünf Charaktere überwunden werden kann. Hier verstecken sich dann ganz besonders gute Waffen und Gegenstände - es lohnt sich also bereits abgeschlossene Missionen ein weiteres Mal mit einem anderen Krieger an eurer Seite aufzusuchen. Da sich fast alle Räume nach dem Verlassen erneut mit Monstern füllen, kehrt man bereitwillig zurück, nur um erneut alle Feinde zu vernichten, dabei Erfahrungspunkte zu sammeln und deren heiß begehrte Seelen aufzusammeln. Und letztendlich wäre das Spiel nicht von Capcom, wenn sich nicht nach dem ersten Durchgang ein höherer Schwierigkeitsgrad im Hauptmenü finden würde und wer sogar den erfolgreich überstanden hat, darf sich im Oni-Modus noch härteren Herausforderungen stellen.

Wunderschön inszeniert, schrecklich eingefangen

Onimusha: Dawn of Dreams Onimusha: Dawn of Dreams Natürlich haben sich Capcoms Grafiker auch für diesen Teil der Serie gewaltig ins Zeug gelegt. Wie immer werdet ihr von einem sensationellen Render-Intro empfangen, außerdem warten in jeder Mission gleich mehrere, sehr dramatisch in Szene gesetzte Zwischensequenzen als Belohnung auf euch. Klar, dass auch das Charakterdesign der fünf Helden und ihrer Widersacher erste Sahne ist, ganz besonders die Kostüme und Gesichtsanimationen wissen auf Anhieb zu gefallen. Die Umgebungsgrafik ist in etwa auf demselben Niveau wie beim Vorgänger und vollständig in 3D-Grafik realisiert worden. Leider wird das actiongeladene Geschehen nun nicht mehr automatisch aus dem besten Blickwinkel dargestellt, sondern muss von euch mit einer manuellen Kamera über den rechten Analogstick selbst gesteuert werden. Diese Kamera bietet zwar größere Freiheit, scheint aber direkt aus der Genma-Hölle zu kommen: So zickig und nervtötend hat sich selten eine virtuelle Linse verhalten, große Teile des eigentlich stimmigen Spielgefühls und der nötigen Übersicht gehen durch die vermasselte Kamera leider flöten. Besonders in engen Räumen, welche häufig bis zur Decke mit Fallen und Gegnern gespickt sind, wird die schlechte Orientierung zur Qual und sorgt manchmal auch für den unnötigen Bildschirmtod. Die europäische Version glänzt mit sehr guten englischen Sprechen und wird mit deutschen Untertiteln ausgeliefert. Die vorbildliche Lokalisierung verfügt selbstverständlich über einen 60Hz-Modus.

Meinung

Pro & Contra
erfolgreich überarbeitetes Charakter- und Kampfsystemtrickreiche Kämpfe mit vielen verschiedenen Waffenknackige Puzzlesabwechslungsreiches Leveldesigngelungene 3D-Grafik und hervorragendes Charakterdesignsehr lange Spielzeit60Hz Modus
nervtötende KameraTeam-Feature stellenweise unlogisch und nicht ganz durchdachtunschöne KI-ProblemeBosskämpfe sehr schwerverworrene Story
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