Osu! Tatakae! Ouendan! im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

San, Ni, Ichi: Lest in unserem Import-Test alles über das japanische Musikspiel der ganz besonderen Art.

San! Ni! Ichi! Sure!

Osu! Tatakae! Ouendan! Osu! Tatakae! Ouendan! Der Vorspann endet immer damit, dass die betroffene Person fast den Verstand verliert und verzweifelt "OUENDAN" schreit. Dies ist das Zeichen für uns und endlich kann es losgehen. Auf dem unteren Bildschirm wird kurz darauf die Spielfläche angezeigt, wo im oberen Bereich die Energieleiste und unten links die Comboanzeige zu sehen sind. Sobald unsere Truppe "San! Ni! Ichi! Sure!" ausgerufen hat, was so viel wie "3, 2, 1, Go!!" heißt, beginnt auch schon der Spaß: Während ihr nun auf dem unteren Bildschirm zur Musik bestimmte Symbole antippen, oder gar den Stylus über den Bildschirm hinweg schwingen müsst, läuft auf dem oberen Schirm die Story weiter. Jeder Song ist in mehrere Episoden unterteilt, die jeweils durch eine Unterbrechung zu erkennen sind. In diesen spielerischen Pausen - der Song läuft natürlich weiter - nimmt die Geschichte ihren Lauf. Neue Szenen werden gezeigt, welche je nach Geschick des Spielers gut oder schlecht verlaufen. Diese Pausen sind aber nicht nur als Verschnaufpause gut, sondern erheitern durch die weiterhin toll in Szene gesetzten Comicsequenzen.

Osu! Tatakae! Ouendan! Osu! Tatakae! Ouendan! Gespielt wird mit dem Stylus, alles andere ist einfach zu grobmotorisch und kann nicht wirklich gebraucht werden. Auf dem Touchscreen werden verschiedene Symbole mit Ziffern angezeigt. Erscheinen Kreise, müssen diese der Ziffernreihenfolge nach angetippt werden. In einer Linie läuft dagegen ein Ball, dem man mit dem Stift folgen muss. Das letzte Element ist eine Scheibe, welche möglichst schnell gedreht werden will. Dass die verschiedenen Objekte nicht einfach nach Lust und Laune zu aktivieren sind, dürfte ja fast klar sein. Kleine, sich zusammenziehende Ringe deuten darauf hin, wann ein solches Symbol angetippt werden muss. Alles ist natürlich passend auf die Komposition, oder besser gesagt auf die Melodien und Hintergrund-Instrumente abgestimmt, so dass man mit ein wenig Gefühl auch einfach mit der Musik mitspielen kann. Spätere Levels sind aber durchaus fordernd, da ihr dann häufig unregelmäßige und schnelle Kombinationen hinlegen müsst.

Osu! Tatakae! Ouendan! Osu! Tatakae! Ouendan! Während ihr nun die Symbole richtig antippt, tanzen die Mitglieder der Ouendan-Gruppe im Hintergrund auch passend mit und motivieren somit die Hilfe suchenden Mitmenschen. Seid ihr aber zu langsam oder zu schnell und verpasst dadurch etwas, fliegt die Motivationstruppe auf die Nase und muss sich erst einmal erholen. Nur wer Musikgefühl zeigt, wird mit "Ouen! Dai-sei-kou!" (was übersetzt in etwas "Gratulation! Großartige Leistung" bedeutet) zum Schluss geehrt und bekommt das Happy End der Story zu sehen. Spielt ihr dagegen zu schlecht, verliert ihr zu schnell an Energie und sollte diese auf Null fallen, hat die Truppe leider versagt. Mit hängenden Köpfen und einer sehr traurigen Hauptfigur ist das Spiel dann zu Ende. Übung macht den Meister - ein Sprichwort, welches bestens auf "Ouendan" zutrifft. Oftmals muss der Song einfach erst ins Ohr gegangen sein und auch die Reihenfolge der Symbole solltet ihr mit der Zeit schlicht auswendig lernen - das Treffen wird dadurch deutlich leichter und eine steigende Comboanzeige wird den Highscore wesentlich schneller in die Höhe treiben. Nach jedem erfolgreichen Durchlauf eines Songs bekommt ihr eine Endauswertung, bei der ihr erkennen könnt, wie viele Symbole ihr perfekt oder weniger gut getroffen habt und welcher Rang von C (schlecht) bis zu S (sehr gut bzw. perfekt) erreicht wurde.

Japanische Musikkultur

Osu! Tatakae! Ouendan! Osu! Tatakae! Ouendan! Die Musikauswahl, darunter auch bekannte Titel aus Anime-Serien, ist mit insgesamt 15 Songs leider nicht gerade üppig ausgefallen, doch hat der Entwickler immerhin ein glückliches Händchen bewiesen: Jedes Musikstück lässt sich mit dem System von "Osu! Tatakae! Ouendan" bestens spielen und auch die Symbolfolgen hat der Entwickler äußert gelungen auf die Melodien und Instrumente angepasst. Viele Songs mögen den einen oder anderen vor allem wegen der japanischen Sprache ungewohnt vorkommen - hätte man die Texte aber in Englisch gehalten, würde man eine alltägliche und auch gut gemischte Auswahl an Pop- und Rocksongs vorfinden, welche auch bei uns durchaus Chancen hätten. Manche Songs sind aber wirklich typisch für Japan und gehören eindeutig zum J-Pop-Genre - dennoch können auch diese Titel gefallen. Es hat sich übrigen nur ein einziger Dance-Song in das Spiel verirrt, somit bleibt "Ouendan" eher etwas für die Fans der Pop- und Rockmusik.

Osu! Tatakae! Ouendan! Osu! Tatakae! Ouendan! Durch die noch freizuspielenden Schwierigkeitsgrade werdet ihr aber auch mit einer geringen Auswahl an Songs lange genug gefordert. Zudem kann die Ouendan-Truppe nicht nur die hilfesuchenden Personen aus der virtuellen Stadt motivieren - dank einer automatischen Speicherung des Highscore und des Ranges werden die schon erledigten Songs immer wieder gerne gespielt. Weiterhin erhaltet ihr immer wieder neue Auszeichnungen für eure Erfolge, welche in einem gesonderten Menü nochmals aufgelistet werden. Leider sorgen die unverständlichen Schriftzeichen dafür, dass wohl viele davon nicht sonderlich verstehen werden. Wem es dann alleine zu langweilig wird, der sollte sich einen Freund schnappen, welcher sich das Spiel ebenfalls zugelegt hat, denn mit mehreren Modulen lassen sich nette Mehrspielerschlachten veranstalten. Je nach Vorliebe können die Songs dann kooperativ angegangen werden, wer dagegen den besseren Motivationsgruppenanführer bestimmen möchte, kann auch gerne gegeneinander antreten. Ausführliche Statistiken mit einer grafischen Auswertung aller Beteiligten entschlüsseln die Erfolge nach jedem gespielten Song.

Die vollständige Titelliste:

Asian Kung-Fu Generation - "Loop & Loop"
Morning Musume - "Koi no Dance Site"
175R - "Melody"
Ulfuls - "Gatz daze!!"
The Blue Hearts - "Linda Linda"
Tomoyasu Hotei - "Thrill"
Nobody Knows - "Kokoro Odoru"
B'z - "Atsuki kodo no hate"
Linda Yamamoto - "Neraiuchi"
Kishidan - "One Night Carnival"
Road of Major - "Taisetsuna mono"
Yaida Hitomi - "Over The Distance"
Orange Range - "Shanghai Honey"
The Yellow Monkey - "Taiyou ga Moeteiru"
L'Arc-En-Ciel - "Ready Steady Go"

Meinung

Wertung zu Osu! Tatakae! Ouendan! (NDS)

Wertung:

8.9 /10
Pro & Contra
äußerst stilvoll in Szene gesetzte Manga-Comic-Geschichteneine durchaus gelungene Musikauswahlforderndes und unterhaltendes Gameplay
mit 15 Songs keine üppige Musikauswahlhohe Sprachbarriere; Mehrspielermodus nicht mit einem Modul möglich
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