Peter Jackson's King Kong im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Wer bis dato glaubte es gibt keine guten Filmumsetzungen, der wird mit King Kong eines Besseren belehrt.

King Kong himself

Wer ist der König des Dschungels? Wer ist der König des Dschungels? Die meiste Zeit spielen wir Jack aus der Egoperspektive, wie bereits erklärt ganz ohne Systemeinblendungen oder Statusbalken. Trotzdem ist unser Charakter nicht unsterblich, ganz im Gegenteil genügt ein Biss eines Sauriers um Jack einen Kopf kürzer zu machen. Darum gilt es starke Verletzungen wenn möglich zu vermeiden, denn sie wirken sich direkt auf die Handlungsfreiheit unseres Charakters aus. Bei leichten Verletzungen beginnt sich das Sichtfeld von Jack zu verengen, es verliert immer mehr Farbe und seine Bewegungen werden immer langsamer, bis er schließlich nur noch über den Tunnelblick verfügt, nichts mehr hört außer die für diese Situation geschaffene Musik und schlussendlich stirbt. Sodann dürfen wir vom letzten Speicherpunkt aus neu starten. Diese sind auch angenehm dicht gelegt, so dass man kaum etwas vom Spielfortschritt verliert. Trotzdem ist es jederzeit erlaubt zu speichern, praktisch an jeder Stelle im Spiel. Nach dem Laden eines Spielstandes geht es auch exakt an dieser Stelle wieder weiter, und nicht etwa am davor liegenden Checkpoint.

Kong im Regen Kong im Regen Das Sahnestückchen dieses Spiels aber ist es den König des Dschungels selbst, King Kong in Person spielen zu können. Diesen steuern wir aber nicht wie Jack aus der Egoperspektive sondern aus der bekannten Verfolgerperspektive. Dies wohl deswegen um King Kong selbst so richtig zur Geltung kommen zu lassen, denn die Sequenzen die wir mit ihm spielen dürfen haben es wirklich in sich. Eben noch haben wir uns als verletzlicher kleiner Mensch durch das Unterholz gekämpft um nun in Person des riesigen Affen so richtig aufzuräumen. Mit King Kong am Joypad walzen wir wie ein Bulldozer durch das Dickicht, lassen das Unterholz alleine mit der Kraft unserer Stimme erzittern und zeigen den Dinos wer hier Herr im Hause ist. Zwar sind diese Szenen extrem gescriptet, es gibt also kaum eine Entscheidungsfreiheit für den Spieler weil der einzig gangbare Weg fest vorgeschrieben ist, sogar die Kamera geht ihre bestimmten Wege, genau das aber sorgt für den filmreifen Eindruck dieser Szenen. Denn unter uns gesagt: Als King Kong das Leben zu verlieren ist schon sehr schwer, umgekehrt geht es als Jack umso schneller.

Die Steuerung

Die Steuerung orientiert sich grob am bekannten Joypad-Standard. Die beiden Analogsticks werden also zum Bewegen und steuern der Blickrichtung benutzt. Das funktioniert auch recht gut, doch bemerkt man recht schnell, dass man seinen Blick horizontal und vertikal schneller lenken kann als diagonal. Das führt zu dem bekannten Treppenblick, denn zweimal nach Links und nach Oben gedrückt ist schneller als direkt schräg darauf zugesteuert. Dieser Umstand kommt aber nur in Jacks Egosicht zu tragen, denn während wir Kong steuern ist die jeweilige Blickrichtung fest vorgeschrieben.

Ann auf der Flucht Ann auf der Flucht Bevor wir eine Waffe, egal ob Speer oder Gewehr, benutzen können, muss erst die linke Schultertaste gezogen werden um Jack in die Wurf- bzw. Schussposition zu bringen. Erst dann können wir mit der rechten Schultertaste auslösen, die ansonsten zum Greifen benutzt wird. Hierbei ist zu erwähnen, dass das Greifen und der Schlag ein und dieselbe Funktion sind, was sich schlicht danach richtet wonach wir greifen. Halten wir beispielsweise einen Knochen in der Hand können wir jederzeit nach einem Stock greifen, umgekehrt aber bleibt der Stock in unserer Hand ohne nach dem Knochen zu greifen. Das setzt sich mit den Waffen fort, die den Stock bzw. den Knochen ersetzen. In der Praxis funktioniert dieses System sehr gut, bis auf wenige Situationen in denen zu viele Gegenstände aufeinandertreffen. Denn liegen eine Waffe und ein Speer direkt nebeneinander und wir sind bereits im Besitz einer anderen Waffe, können wir mit dem Greifen-Feature lediglich die jeweils am Boden liegende Waffe greifen, nicht aber den Speer, obwohl man Speer und Waffe gleichzeitig tragen kann.

Technisches

Mundgeruch? Mundgeruch? Im Grunde handelt es sich bei King Kong um ein Action-Adventure welches man meist aus der Egoperspektive spielt. Trotzdem schafft es der Titel einen von der ersten Minute an zu fesseln, was zum einen an der einmaligen Inszenierung wirklich jeder einzelnen Minute im Spiel liegt, sowie auf der anderen Seite an der herrlichen Integration der Gameplay-Elemente. Allen voran die Multifunktionalität der Stöcke und Knochen sind es die einem schnell ins Blut übergehen und man sie sodann schon mehr intuitiv benutzt als darüber nachzudenken. Das ist es was einem so an dem Spiel fasziniert, das Gefühl sich tatsächlich durch den unwirtlichsten aller Dschungel dieser Welt zu schlagen.

Die Soundkulisse bietet uns nicht nur die vom Film bekannte orchestrale Beschallung, auch dürfen wir uns über die Originalstimmen der Filmschauspieler freuen, die viel Gebrauch von ihrem Sprachorgan machen. Richtig beeindruckend aber wird es erst wenn uns der König des Dschungels selbst direkt seinen schlechten Atem spüren lässt oder einer der Dinos seine zwei Zahnreihen präsentiert, während sich der Dschungel unter der Last seiner Lunge zu biegen scheint. Denn besonders lautes Geschrei der Tiere wird auch noch optisch unterstützt, was ganz besonders gelungen ist.

Immer diese Eingeborenen Immer diese Eingeborenen Doch auch grafisch erlaubt sich das Spiel keine Ausreißer und begeistert besonders mit dem gelungenem Leveldesign, welches man zwar durchaus und kritisch als Einbahnleveldesign bezeichnen darf, dafür eines der ganz besonders gelungenen Sorte. Denn auch wenn uns praktisch immer nur ein gangbarer Weg zu Füßen gelegt wird hat man doch nur selten das Gefühl sich durch ein Tunnel zu bewegen. Viel zu detailliert fielen die einzelnen Stellen des Spiels aus und viel zu einmalig wurde jede einzelne Örtlichkeit inszeniert. Einzig an den Farben hat man etwas gespart, wohl um das düstere Setting von Skull Island besonders hervorzuheben. Doch auch die späteren Szenen in New York glänzen nicht unbedingt wegen ihrer Farbvielfalt. Dafür muss man der Xbox 360 Version eine wesentlich detailliertere Umgebung als allen anderen Versionen attestieren, zudem wird nicht mit Bumpmapping-Effekten gespart und die Auflösung der Texturen ist schon unglaublich hoch. Das führt zu einem fein aufgelöstem Bild in einer Pracht welches nicht einmal die PC-Version zustande bringt.

Meinung

Wertung zu Peter Jackson's King Kong (X360)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Gelungenes Leveldesignherrliche Charaktere inkl. der wilden Tierebeeindruckende Soundkulissegute deutsche Synchro mit den Originalstimmen der Schauspielerleicht zugängliche Steuerungdas Speer- und Knochen-Featuredie Feuermechanikdas alternative Endedie Nahrungskettekeine respawnenden Gegner bzw. Tierebeste Grafik aller King Kong-Versionen
Gameplay-Elemente wiederholen sich recht schnellsicher nicht das bunteste Spielmitunter sehr vorbestimmte Szenen die nur eine Lösungsmöglichkeit bieten360er Version dunkler als die Konsolenbrüder
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