Phantasy Star Universe im Gamezone-Test

Test Denis Brown

Noch immer mit dem gleichen Suchtfaktor versehen versteht es PSU uns wieder für Wochen vor den Schirm zu fesseln.

Feierabend-Quickie

Phantasy Star Universe Phantasy Star Universe Habt ihr allerdings keine Lust, großartig auf Partysuche zu gehen, könnt ihr auch gleich die so genannte Flyer-Basis aufsuchen, in der ihr eine Übersicht der laufenden Quests bekommt. Entweder ihr startet dort eine eigene Quest und wartet darauf, dass sich andere Mitspieler einklinken, oder ihr nehmt einfach an der Quest einer anderen Party teil, die nicht durch ein Passwort geschützt wurde. Der große Vorteil dabei ist, dass auch Spieler mit wenig Zeit problemlos ins Spielgeschehen finden. Generell kann PSU vor allem durch seine Kompaktheit überzeugen, denn übermäßig große Laufwege gibt es nicht und auch die kampflastigen Quests wurden in kleinere Segmente unterteilt, damit man sie unterbrechen kann. Im Gegensatz zu World of Warcraft oder Final Fantasy XI bietet PSU also den Vorteil, dass man nicht unbedingt zwei oder drei Stunden Zeit haben muss, um etwas im Spiel zu erreichen. Phantasy Star Universe spielt sich viel entspannter und fordert auch nicht ständig die volle Konzentration vom Spieler, so dass eine Online Runde auch nach einem stressigen Arbeitstag für angenehme Entspannung sorgt, ohne zu leicht zu sein und ambitionierte Spieler zu vernachlässigen. Der Nachteil dabei liegt natürlich auch auf der Hand, denn selbst wenn PSU ein Vielfaches mehr an begehbarer Fläche bietet als sein Vorgänger, ist das abgesteckte Universum doch noch immer sehr begrenzt und kann es in seiner Komplexität keinesfalls mit den Spielwelten der MMORPG-Konkurrenten aufnehmen. Dabei sollte man jedoch immer bedenken, dass PSU auch keine Installation auf der Festplatte voraussetzt.

Phantasy Star Universe Phantasy Star Universe Da die einzelnen Planeten und ihre Städte ihren eigenen markanten Stil haben und es diesmal auch deutlich mehr abwechslungsreiche Kampfareale gibt als noch bei PSO, kommt im Spielverlauf allerdings kaum Langeweile auf, so lange man sich damit abfinden kann, dass es während der Quests keine Rätsel gibt. Doch ist es schon ziemlich schade, dass Sega diesmal komplett auf kleine Aufgaben verzichtet hat, welche die Partymitglieder dazu zwingen, sich gelegentlich aufzuteilen. Es gibt nicht mal mehr kleine Schalterpuzzles, und das fällt auf Dauer negativer ins Gewicht, als man meinen könnte. Abgesehen von den Erfahrungspunkten ist der einzige Grund, nicht schnurstracks zum Obermotz zu rennen, nämlich der Fakt, das man für jeden Run eine Wertung bekommt, die sich danach richtet, wieviele Monster der Spielstufe man zur Strecke gebracht hat und wie oft man gestorben ist. Je besser die Bewertung, desto besser sind auch die Preise, denn für eine S-Wertung bekommt man gern mal ein seltenes Item spendiert und es kommt auch mehr Geld in die Kasse, von dem es bei PSU sowieso viel zu wenig gibt.

Haken und Ösen

In den Städten trefft ihr auf unzählige Onlinespieler In den Städten trefft ihr auf unzählige Onlinespieler Es gibt noch einige andere Änderungen im Spielsystem, die vor allem PSO-Kennern nicht so gut gefallen werden. Allem voran geht natürlich das Kampfsystem, das nun zwar deutlich besser zu Bedienen ist, da der Zugriff auf das Inventar sowie das Wechseln der Waffen stark vereinfacht wurde, doch wurde auch die Anzahl möglicher Kampfaktionen verkleinert. Das bedeutet im Klartext, dass es z.B. keine wählbaren Schlagstärken mehr gibt und Magier nicht mehr beliebig viele Magien ausführen können. Um schöne Kombos auszuführen, müsst ihr stattdessen Spezialschläge erlernen, und Magier müssen ihre Zaubersprüche an ihren Zauberstab koppeln, der aber nur eine begrenzte Anzahl an Slots bietet. Ein kleiner Ausgleich dafür ist die Möglichkeit, mehrere Waffen im Inventar anzuordnen, auf die man ohne große Mühen umschaltet, sobald man sie braucht. Ein Magier kann z.B. zwei oder drei Zauberstäbe mit unterschiedlichen Zauberkräften mitnehmen, und diese je nach benötigter Magie im Kampf wechseln. Letztendlich ist diese Lösung akzeptabel, doch sicherlich nicht komfortabel. Auch das fehlende Autoaim wird Distanzkämpfer und Magier zum fluchen bringen, da man in den Echtzeit-Schlachten recht schnell mal daneben zielt, was bei Phantasy Star Online jedoch nicht der Fall war, und das Spiel auch nicht unbedingt realistischer oder spannender gestaltet. Das die künstliche Intelligenz der Gegnerschar um kein Stück verbessert wurde, fällt im Vergleich dazu kaum ins Gewicht. Allein die hohe Anzahl der manchmal riesigen Monster gleicht diesen Fakt mehr als ausreichend aus, auch wenn man sich hin und wieder mal eine gewitztere Strategie bei den Gegnern wünscht, damit auch die grauen Zellen animiert werden.

Euer Partnerbot verwaltet euer Inventar und synthetisiert Items Euer Partnerbot verwaltet euer Inventar und synthetisiert Items Einigen PSO-Veteranen wird zudem das Fehlen der beliebten Mags sauer aufstoßen. Die kleinen Kampfbegleiter, die hinter einem her flogen und mit Items gefüttert werden wollten, wurden nämlich durch den Synthese Roboter ersetzt, der Zuhause auf euch wartet und eure erbeuteten Schätze aufbewahrt, die nicht mehr ins Inventar passen. Dieser ist zwar ebenso hungrig nach Items, die seine Attribute aufputschen, wie früher die Mags, doch ist die Erziehung des kleinen Helfers weit zeitaufwändiger, und bevor aus der kleinen Blechdose das kleine Roboter-Mädel wird, welches euch auch im Kampf zur Seite steht, werdet ihr selbst unzählige Level gestiegen sein. Vor allem der Fakt, dass ihr die aktuelle Kampfparty verlassen müsst, um euer trautes Heim zu besuchen, hält euch davon ab, euren Robi schnell aufzuleveln. Scheinbar ist es auch von Sega so beabsichtigt, dass man das Füttern des Begleiters ans Ende oder an den Anfang einer Online-Session legt. Mehr als unnötig war es jedoch, das Füttern des Partner-Bots so langatmig zu gestalten, denn man kann ihm immer nur ein Item auf einmal verabreichen, worauf dieser etwa zwei Sekunden kaut und euch dann mitteilt, ob es ihm geschmeckt hat oder nicht. Danach müsst ihr erst wieder ins nötige Menu und ihm ein weiters Item verabreichen usw.

Bewährter Suchtfaktor

Phantasy Star Universe Phantasy Star Universe Die Aufgezählten Mängel mögen zuerst sehr negativ klingen, erst recht, wenn man das alte PSO kennt, doch letztendlich findet man sich recht schnell mit den Neuerungen ab, von denen ein paar ja auch willkommen sind, wie z.B. die erhöhte Spielgeschwindigkeit und das verbesserte Inventarsystem. Nach wie vor zeichnet sich das Phantasy Star Universum jedoch vor allem durch seine geniale Atmosphäre aus. Nicht nur weil sich auf gefüllten Servern eine eigene kleine Welt dreht, in denen Spieler aller möglicher Nationen ihren Geschäften nachgehen und nach Mitspielern suchen, sondern auch weil euch das Ambiente durch seinen übermäßig bunten Grafikstil und leicht skurrilen Mix aus Star Wars und Final Fantasy schnell einfängt, so dass ihr das Geschehen um euch herum vergesst. Mehr als ein mal werdet ihr mit einem Schreck auf die Uhr schauen und euch wundern, wieviel Zeit mal wieder bei einer Runde PSU draufgegangen ist. Die Hatz nach wertvollen Gegenständen, das unbändige Verlangen nach dem nächsthöheren Erfahrungslevel und die Pflege der eigenen Wohnung bzw. des Partnerbots werden euch jedenfalls lange Zeit bei Laune halten. Erst recht, weil sich die verfügbaren Rassen ganz unterschiedlich spielen, und man auch sehen will, was diese so drauf haben. Weitere Charaktere kosten glücklicherweise nichts extra, und so könnt ihr euch problemlos mit mehreren Rassen austoben, sofern ihr wollt. Das höchste Level , welches euer Charakter erreichen kann, ist übrigens Level 60. Doch keine Angst, bis ihr das erreicht, werden einige Monate ins Land ziehen.

Zur Technik

Phantasy Star Universe Phantasy Star Universe Die Xbox 360 Version von Phantasy Star Universe unterscheidet sich bei niedriger Auflösung weder grafisch noch akustisch von der Playstation 2 Fassung. Einzig die höhere Bildrate von 60 Bildern pro Sekunde lässt das Spelgeschehen ein wenig flüssiger und stabiler erscheinen. Solltet ihr bei einer 720p Auflösung spielen, wirkt die Grafik durch die feineren Kanten natürlich ein ganzes Stück schärfer. Hoch aufgelöste Texturen oder bessere Grafikeffekte gibt es aber trotzdem nicht, und so ist der grafische Vorteil zur PS2 Fassung wirklich minimal. PSU ist ganz klar ein Current-Gen Spiel, dass ohne großen Aufwand auf die Xbox 360 portiert wurde, was ursprünglich der Kompatibilität zur PS2 und PC Version dienlich sein sollte. Da Xbox 360 Spieler nun aber doch unter sich bleiben, ist es durchaus verständlich, dass sich Next-Gen Fetischisten über die schwache grafische Leistung aufregen. Hässlich ist PSU trotzdem nicht, nur von der Farbgebung etwas überdreht, weil Anime-Orientiert und fast schon zwanghaft auf Sci-Fi getrimmt. Der außergewöhnliche Stilmix kommt aber gut an und hilft beim Eintauchen dieses fremde Universum.

Magien wirken in PSU zwar unspektakulär, sind aber sehr effektiv Magien wirken in PSU zwar unspektakulär, sind aber sehr effektiv Etwas unverständlich ist für uns lediglich, dass die Online-Anbindung so nachlässig realisiert wurde. Eure Partymitglieder bewegen sich z.B. nie flüssig über den Bildschirm, sondern zuckeln ständig mit leicht abgehackten Animationen über das Feld, so als ob der Server nur 2 Mal in der Sekunde deren Position aktualisieren würde. An der Spielbarkeit ändert dies nichts, doch es sieht einfach nicht besonders schön aus. Außerdem braucht man manchmal fünf oder sechs Anläufe, um bei Spielstart überhaupt erst auf den Server zu kommen. Solche Patzer sind absolut fehl am Platz, wenn man als Kunde 10 Euro zahlt, um die Serverkosten abzudecken.

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