Jack is Back! Lest in unserem Review wie gut sich der karibische Pirat am Ende der Welt schlägt.
Spielablauf und Flair
Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt
Prinzipiell durchquert man jeden Level mehr oder weniger recht stur auf einem strikt vorgegebenen Pfad. Nur selten locken euch Sackgassen in die falsche Richtung, verbergen aber meistens dann auch nette Gegenstände. Das Ziel - das Ende eines jeden Levels zu erreichen - wird mit den erwähnten Kleinaufgaben immer wieder aufgelockert, die aber recht wenig Denkarbeit abverlangen und sich mit der Zeit ähneln. Wer aber damit klar kommt, wird ein strukturiertes und lineares Filmabenteuer erleben, das durchaus augrund seiner Lizenz einen Charme versprüht. Wer aber auf ein grandioses und unvergleichliches Abenteuer im Stil von God of War oder ähnliches hofft, wird bitter enttäuscht sein. Allzu lange wird euch "Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt" auch nicht vor die Mattscheibe fesseln können. Auch wenn die einzelnen Abschnitte oft sehr langwierig ausfallen, flimmert der Abspann nach spätestens 10-15 Stunden über den Bildschirm.
Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt
Dafür bekommt man aber einiges auf die Augen - in einigen Szenen möchte man sogar von einem Festschmaus reden. Gerade der Anfang im Kerker lässt ordentlich die Grafikmuskeln spielen - vor allem wenn die Xbox 360 an einem HD-TV angeschlossen ist. Es ist eine regnerische Nacht und das Wasser rinnt durch das undichte Mauerwerk. Im fahlen Mond- und Kerzenlicht kann man das Nass schimmern sehen und die einzelnen Tropfen bringen den Fluss auf dem Boden zum erzittern. Grafisch ein atemberaubender Anblick, der auch in späteren Abschnitten zu überzeugen weiß. Detailreich fallen die Städte mit ihren Gassen, Kisten und am Boden herumlungernden Pennern inklusive ihrer Rumflaschen aus. Die meist sehr tollen Animationen und Mimiken wurden ja schon angesprochen. In den Himmel wollen wir den Titel aber definitiv nicht loben, dazu bietet er genug Anlass zur negativen Kritik. Uninspirierte Abschnitte im Leveldesign sowie unschöne Texturen fallen immer wieder auf. Unter anderem stellt man sich die Brandung am Strand, um es mal als Beispiel zu nennen, eindrucksvoller vor. Einige technische Fehler wie flackernde Schatten, verschwindende Texturen und ein aufkommendes Tearing bei zu vielen Objekten auf dem Bildschirm trüben ebenfalls den Eindruck.
Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt
Was der Atmosphäre aber am meisten fehlt, ist ein imposanter Soundtrack. Die orchestrale Untermahlung des Geschehens ist eingängig und kann durchaus gefallen, aber es fehlt das gewisse Etwas. Die Musik dümpelt meist daher und kommt einfach nicht so richtig in Fahrt. Dadurch leidet einfach auch das Flair des Spiels. Sehr schade auch, dass man das bekannte Titelthema von "Fluch der Karibik" nur in abgewandelter und kaum wieder zu erkennender Form aus dem Hintergrund heraus hört, denn dieses würde dem Ganzen einen ordentlichen Anstrich mit Pep verpassen. Hinzu kommen die ab und an sehr laschen und emotionslosen Synchronsprecher, die zum Teil ihre Arbeit aber dennoch ganz akzeptabel verrichteten.
