Pokémon: Silberne Edition - SoulSilver im Gamezone-Test

Test Andreas Keser

Kann Pokémon Heartgold / Soulsilver dem Klassiker gerecht werden und ihm neues Leben einhauchen?

Komm schnapp sie dir! - vom Fangen und Sammeln

Pokémon: Silberne Edition - SoulSilver Pokémon: Silberne Edition - SoulSilver Bei Kämpfen mit Trainern ist es nicht möglich ein Pokémon zu fangen. Das geht nur in der freien Wildnis. Dafür muss der Feind aber zunächst geschwächt werden. Habt ihr ein wenig Schaden angerichtet, bietet es sich außerdem noch an, den Gegner zu vergiften, zu verwirren oder in Schlaf zu versetzen. Ist er schließlich geschwächt und benommen oder schläft er sogar, dann zückt ihr den Pokéball und werft ihn nach dem kleinen Tierchen. Habt ihr nicht genug Schaden angerichtet, dann kann es sich noch einmal befreien. Ansonsten habt ihr von nun an ein neues Mitglied in eurem Team. Manchmal begegnen euch auch Leute, die ein bestimmtes Pokémon haben möchten und euch dafür ein anderes anbieten. Auf solche Tauschgeschäfte sollte man möglichst immer eingehen, denn ein Pokémon, das man durch einen Tausch erhalten hat, entwickelt sich schneller als alle anderen. Es bekommt bei jedem Kampf ein paar zusätzliche Erfahrungspunkte.

In Heartgold/Soulsilver sind alle 493 Pokémon, die man bis heute kennt, enthalten. Neue gibt es aber leider nicht. Sie sind allesamt bereits aus den Versionen Diamant/Perle und Platin bekannt, aber im Vergleich zu den beiden alten Versionen Gold/Silber sind es natürlich deutlich mehr geworden. Um genau zu sein 242 mehr, denn es standen damals "nur" 251 der kleinen Viecher zur Verfügung. Da es auch in Heartgold/Soulsilver wieder eine integrierte Uhr gibt und die Tageszeit auch innerhalb des Spiels wechselt, wird das Sammeln aller Pokémon aber besonders schwer. Einige sind nur früh am Morgen, andere nur spät in der Nacht anzutreffen. Auch manche Events, wie beispielsweise ein Käferturnier, finden zu festgelegten Uhrzeiten und nur an bestimmten Wochentagen statt.

Walk this way - Der neue PokéWalker

Pokémon: Silberne Edition - SoulSilver Quelle: Nintendo Pokémon: Silberne Edition - SoulSilver Fans der Serie sind bislang mit Geräten wie beispielsweise dem PokéCom vertraut, mit dem sich die Karte der Umgebung einsehen lässt, die Gegenstände verwaltet werden, das Pokémon-Team aufgestellt wird und auf dem die aktuelle Uhrzeit zu sehen ist. Auch der Pokédex ist bekannt. Darin dürft ihr Informationen zu allen bislang gesehenen oder gefangenen Pokémon nachlesen und euch diese nochmals genauer anschauen. Doch jetzt gibt es etwas Neues: Den PokéWalker. Dabei handelt es sich um ein kleines Gerät, das in Punkto Größe und grafische Darstellung sehr an ein Tamagotchi erinnert. Man kann eines seiner Pokémon per Infrarot auf diesen PokéWalker laden und dann mit ihm spazieren gehen. Dabei wird jeder Schritt gezählt. Da es wunderbar in die Hosentasche passt, kann man es eigentlich überallhin mitnehmen. Dies wird reichlich belohnt, denn die Schritte werden schließlich in Watt umgewandelt. Für eine gewisse Anzahl an Watt lassen sich dann auf dem PokéWalker Gegenstände suchen oder sogar Pokémon fangen. Dazu muss man vorher einen kleinen Reaktionstest bestehen und möglichst schnell einen bestimmten Grasbüschel mit den kleinen Knöpfchen auswählen. Der Kampf läuft dann jedoch sehr primitiv ab, da man keine richtigen Attacken einsetzen kann, sondern lediglich die Option "Angriff" oder aber "Flucht" zur Auswahl steht. Hat man sein Gegenüber fast besiegt, so kann man natürlich einen Pokéball werfen und den Feind einfangen. Wer lieber nach Gegenständen sucht (was deutlich weniger Watt kostet), der darf aus mehreren Grasbüschel auswählen und darauf hoffen, dass sich darunter etwas Wertvolles versteckt. Lag man beim ersten Versuch daneben, gibt es einen kleinen Tipp (z.B. "es ist sehr nah" oder "es ist sehr weit weg") und man darf noch unter einem zweiten Grasbüschel suchen.

Pokémon: Silberne Edition - SoulSilver Pokémon: Silberne Edition - SoulSilver Wenn man dann genug gelaufen ist, kann das Pokémon wieder auf den Nintendo DS übertragen werden. Die gefangenen Monster und ergatterten Gegenstände werden natürlich ebenfalls mitgenommen. Man sollte unterwegs aber nicht zu viel Watt ausgeben, denn wer noch ein paar davon übrig hat, darf sich auf dem Nintendo DS neue Wanderwege für den nächsten Spaziergang mit dem PokéWalker kaufen und auf diesen lassen sich wieder ganz andere Pokémon finden. Manche sind sogar ausschließlich auf diese Art und Weise zu ergattern. Wer den PokéWalker also links liegen lässt und nie damit auf die Reise geht, der kann auch nicht alle Pokémon bekommen. Außerdem kommt es immer mal wieder zu einem Levelaufstieg, wenn ihr mit euren kleinen Viechern häufig Gassi geht. Es lohnt sich also!
Insgesamt ist der PokéWalker somit eine nette Dreingabe, die für kurzweiligen Spaß sorgt und auch in Betracht auf das Hauptspiel ganz nützlich sein kann. Eine Revolution stellt er nun aber nicht gerade dar.

Minispielwahn im Pokéthlon

Pokémon: Silberne Edition - SoulSilver Pokémon: Silberne Edition - SoulSilver Neben dem PokéWalker stellt der Pokéthlon eine der wenigen Dinge dar, die in Heartgold/Soulsilver wirklich komplett neu sind. Dabei handelt es sich nun aber um kein weiteres Gerät, sondern um einen Event innerhalb des Spiels. Um an diesem Event teilzunehmen, muss man sich in die Nähe des Nationalparks nördlich Dukatia City begeben. Hier trifft man auf ein gänzlich neues Areal, auf dem so etwas wie die Olympischen Spiele der Pokémon (der so genannte Pokéthlon) stattfinden. Die Sportarten sind dabei aber weitaus abgefahrener. Es treten immer drei eurer Pokémon an, die ihr zuvor aussucht und jeweils für drei Disziplinen hintereinander ins Rennen schickt.

Pokémon: Silberne Edition - SoulSilver Pokémon: Silberne Edition - SoulSilver Es gibt beispielsweise eine Art Fußball, das jedoch ein wenig anders abläuft als wir das kennen. Vier Teams treten gegeneinander an (zur gleichen Zeit!) und versuchen den Ball in eines der gegnerischen Tore zu kicken. Jedes Team besteht aber immerhin nur aus drei Spielern. Ein erzieltes Tor gibt einen Punkt, jedes selbst eingefangene einen Minuspunkt. Spannend wird es dann, wenn ein zweiter Ball ins Spiel kommt.
Auch Kampfsportarten sind vertreten. Ihr müsst ganz klassisch einen Haufen mit Steinplatten zertrümmern und das möglichst schnell. Dazu wird mit dem Stylus immer wieder auf diese Platten getippt, bis sie nachgeben und zerbrechen. Irgendwann ist die Kraft eures Pokémons aber am Ende und ihr müsst schnell ein anderes einsetzen, das noch fit ist. Glücklicherweise habt ihr ja ein Team aus drei tapferen Recken.
Es darf auch so etwas wie Wrestling betrieben werden. Zwölf Pokémon tummeln sich auf einem Feld. Es erscheinen Kreise, die unterschiedlich groß sind. Das Ziel ist es nun möglichst viele seiner Pokémon in einem solchen Kreis unterzubringen und auch dort zu bleiben. Nach einer gewissen Zeit erhält man schließlich Punkte, doch die anderen können einen aus dem Kreis drängeln. Es wird wild geschubst, geboxt und gedrückt. Alle wollen in den Kreisen bleiben, also gilt es sich durchzusetzen. Umso kleiner die Kreise sind, desto mehr Punkte können ergattert werden.

Der Pokéthlon stellt nichts anderes dar, als eine Sammlung aus lauter (mehr oder weniger) unterhaltsamen Minispielen. Die Teilnahme lohnt sich aber auf jeden Fall, denn die hart erkämpften Punkte dürfen am Ende in nützliche Gegenstände eingetauscht werden. Zudem ist dieses Spektakel, das übrigens ausschließlich auf dem Touchscreen ausgetragen wird, eine willkommene Abwechslung zum Hauptspiel.

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