Ein Egoshooter der die Welt, so wie wir sie kennen, im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf stellt und verdreht.
Das Gameplay
Prey
In den ersten der insgesamt 22 Kapitel begeistert uns Prey vor allen Dingen mit der hohen Qualität des Gezeigten und den mitunter schon wahnwitzigen Experimenten mit der Schwerkraft und den Portalen. Schritt für Schritt lernen wir die außerirdische Technik zu beherrschen und erhalten ebenfalls Stück für Stück immer schlagkräftigere Waffen. Meist bewegen wir uns in engen und klaustrophobischen Gängen, immer auf der Hut vor den furchteinflössenden Kreaturen welche dort leben und den ungewohnten Schwerkraftverhältnissen. Der mittlere Teil des Spiels bietet uns hauptsächlich viel Balleraction mit einigen einfachen Rätseleinlagen die das räumliche Denkvermögen auf die Probe stellen und gleichzeitig die Grundlage für das wahrlich epische letzte Drittel des Spiels bilden. Denn dort trumpfen die Entwickler noch einmal richtig auf und lassen uns in gigantischen Räumen mit der Schwerkraft spielen, an Planetenerzeugern herumdoktern und wirklich interessant ausgefallene Physikrätsel lösen, nur um uns in den letzten Kapiteln noch einige Storywendungen zu kredenzen die - wie schon einmal erwähnt - wirklich romanwürdig sind. Denn ganz zum Schluss wird Tommy noch einmal auf die Probe gestellt, die entscheidet ob er als Held aus der Geschichte hervorgeht, bevor nach gut 10 Stunden aufregenden Gameplays der Abspann mit den vielversprechenden Worten "Prey wird fortgesetzt" über den Screen flimmert.
Technisches
Prey
Bekanntlich benutzt Prey eine aufgebohrte Doom-Engine, was man dem Spiel auch wegen des typischen Looks ansieht. Doch ist es das biomechanische Design was Prey recht einzigartig macht und bei dem sich die Entwickler offensichtlich an der Kunst des Schweizers H.R. Giger bedient haben, dessen berühmtestes Werk "das Alien" ist. Denn nicht nur die Waffen, auch die komplette Sphäre ist durchzogen von biomechanischem Material, offenliegendem Fleisch und pumpenden Wänden. Einen entsprechenden PC vorausgesetzt kann man Prey auch in der höchsten Detailstufe praktisch ruckelfrei spielen, wobei man der Xbox 360 Version bei kritischer Betrachtung durchaus anmerkt, dass die Details etwas reduziert wurden. Doch die Betonung liegt auf "etwas", viele Stellen sehen auf der Xbox 360 exakt so aus wie am Hochleistungs-PC. Zudem wartet die Xbox 360-Version mit einer praktisch immer stabilen Framerate auf, nur ganz selten geht sie etwas in die Knie, und das auch nur an Stellen an denen man es kaum bemerkt. Hier haben die Jungs von Venom Games, welche für die Umsetzung auf die Xbox 360 verantwortlich sind, wirklich ganze Arbeit geleistet und das Spiel herrlich optimiert. Einzig an den fast doppelt so langen Ladezeiten der Xbox 360-Version merkt man, dass man nicht am PC sitzt.
Prey
Die gebotene Soundkulisse präsentiert uns hauptsächlich die original englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln, sowie angenehm aggressive Waffengeräusche. Dazu gesellen sich die Würge- und Fauchgeräusche der außerirdischen Kreaturen, die Sounds der mitunter gewaltigen Maschinen und nicht zuletzt die zwar spärlich eingesetzte, dafür dann umso mehr wirkende orchestrale Hintergrundmusik von Jeremy Soule, der schon für die Musik in Oblivion oder Guild Wars verantwortlich zeichnete. Davon ab bekommen wir aber auch ein breites Repertoire an Rockmusik geboten, die allerdings in den wenigen Jukeboxen versteckt ist denen wir über den Weg laufen. Wirklich schade, dass diese Musikstücke nicht ins eigentliche Spiel gefunden haben, sie wären es wert gewesen.
Prey
Die Steuerung am PC erfolgt per bekannter Maus-/Tastaturkombination. Jeder der schon einmal einen Egoshooter gespielt hat findet sich auch auf der Stelle mit Prey zurecht. Gleiches gilt für die Xbox 360, auch dort orientiert sich die Steuerung am bekannten Schema. Um den Einschränkungen bei der Zielgenauigkeit am Xbox-Pad gerecht zu werden, besitzt die Konsolenversion noch ein abschaltbares Autozielen-Feature, welches aber nicht überzogen reagiert und kaum wahrgenommen wird. Wer die Herausforderung sucht kommt aber auch ohne dieses hervorragend zurecht und auch mit dem Xbox-Pad ist das Zielauffassen kein Problem. So wie die beiden Schultertasten des Xbox-Pads für das primäre und sekundäre Feuer benutzt werden, sind auch die beiden Maustasten am Computer belegt. Für den Spirit Walk benötigt man ebenfalls nur eine einzige Taste, für das Bedienen von Schaltern oder das Öffnen von Munitionsschränken sogar gar keine spezielle Taste. Denn bewegen wir uns vor eine interaktive Schaltfläche, hebt Tommy automatisch seine Waffe und wir können mit der primären Feuerfunktion die Taste drücken bzw. den Schrank öffnen. Somit gestaltet sich die Bedienung des Spiels einfacher als man anhand der komplexen und von der Schwerkraft befreiten Spielwelt glauben könnte.
Multiprey
In Sachen Multiplayer gibt sich Prey, im Gegensatz zu dem "schwerelosen" Leveldesign, recht bodenständig. Gerade mal zwei Spielvarianten, nämlich Deathmatch und Team-Deathmatch werden uns geboten. Und auch die maximale Spieleranzahl bewegt sich mit acht Zockern zwar im erträglichen Bereich, wirkt aber Anhand der mitunter recht großen Maps etwas unterdimensioniert. Dafür sind die Maps selber gut gestaltet und machen viel Gebrauch von den Schwerkraft-Features, Portalen und Magnetbahnen. Auch die Fähren sind in den größeren Räumen verfügbar.
Prey
Sehr schön auch, dass die in der Demo auftretenden Verzögerungen offensichtlich nur in dieser Vorhanden sind, in der Vollversion spielt sich der Multiplayer-Mode angenehm flüssig. Wie es sich bei XBL gehört, kann man ein unbewertetes Spiel mit Freunden ebenso austragen wie ein bewertetes mit vom Computer ausgewählten Spielern. Recht gelungen geben sich dabei die Highscore-Tabellen, welche diverse Werte übersichtlich aufbereiten. Trotzdem bleibt zu befürchten, dass die wenigen Spielvarianten kaum über längere Zeit weg begeistern können, auch wenn es die Maps mit ihren Schwerkraft-Features sind welche Prey - auch online - zu etwas Besonderem machen. Ist man damit aber erst einmal vertraut, läuft doch wieder alles darauf hinaus einfach auf alles zu schießen was sich bewegt.
