Ein neuer Prinz mit neuer Begleitung in komplett neuem Ambiente, der uns voll und ganz überzeugen konnte.
Prince of Persia
Soundtechnisch geben wir dem Titel ohne schlechtes Gewissen die absolute Höchstwertung von 10 Punkten. Denn hier stimmt einfach alles: Die deutsche Synchro gehört mit zu dem Besten was es augenblicklich in Videospielen zu genießen gibt. Und das gilt nicht nur für die technische Seite, dass die Charaktere fast immer lippensynchron sprechen, sondern auch für den Wortwitz der uns geboten wird. Beispielsweise wenn unser Prinz nach einem fast daneben gegangenem Sprung fragt, ob noch alles an ihm dran sei, und Elika antwortet, dass sie ganz sicher nicht nachsehen wird. Oder wenn sich Elika zum x-ten Male beschwert nicht "Prinzessin" gerufen werden zu wollen, und unser Prinz sie sodann mit "Prinzessin Elika" anspricht.
Doch auch die Musikuntermalung ist aller erste Sahne. Sie passt vom orientalischen Stil her hervorragend zum Gezeigten, ist angenehm abwechslungsreich und nur ganz selten nervig, beispielsweise wenn wir in einem längeren Kampf noch nicht herausgefunden haben wie der Gegner zu bezwingen ist und sich die Musikschleife schon zu wiederholen beginnt. Dafür punkten die Hintergrundgeräusche wieder auf ganzer Linie, manchmal wabbert nur leise irgendwas im Hintergrund, in anderen Welten hören wir seltsame Mahl- oder Maschinengeräusche.
No Killing!
Prince of Persia
Wohl um eine Alterfreigabe ab 12 Jahren zu erhalten, vielleicht aber auch wegen moralischer Bedenken, gehört das neue Prince of Persia zu den "No Killing"-Spielen. So viele Kämpfe wir auch durchzustehen haben, nie wird irgendwer getötet, nicht die Gegner und erst recht nicht unser Prinz oder Elika. Denn die Gegner flüchten kurz bevor sie sterben würden, was auch in der Geschichte so verankert ist und einen Grund hat, und unser Prinz wird grundsätzlich von Elika gerettet, wohingegen sie selbst einfach so flink ist, dass ihr nichts geschehen kann. Das mag so manchen Spieler vielleicht nicht gefallen, dem Gameplay aber tut das keinen Abbruch. Denn ob am Ende eines Kampfes jemand tot am Boden liegt oder flüchtet, ändert am Kampf und dem Spielerlebnis selbst nichts.
Prince of Persia
Doch auch ein so hervorragendes Spiel wie Prince of Persia bietet natürlich Kritikpunkte. So zieht sich das Spiel zum Ende hin doch etwas und mangelt vielleicht ein bisschen an Abwechslung. Dafür bekommen wir aber im Gegenzug eine Spielzeit von gut 15 Stunden und mehr geboten, was in der heutigen Zeit schon etwas Besonderes darstellt. Doch auch der Anfang zieht sich etwas, die ersten zwei bis drei Stunden meint man nun schon das ganze Spiel zu kennen, doch rechtzeitig kratzt es dann noch die Kurve und es werden uns sogar diverse mechanische Rätsel geboten und so manche Überraschung. Diese aber sind, wie auch das komplette Spiel, nicht zu anspruchsvoll, weswegen man das Game, freundlich ausgedrückt, als absolut frustfrei bezeichnen kann. Denn die Steuerung selbst ebenso wie das Kampfsystem hinterlässt des öfteren den Eindruck als würde vieles halbautomatisch ablaufen. Das ist gut, weil es ein sehr flüssiges Spiel gestattet, aber schlecht, weil es dem Spieler auch viel seiner Freiheit nimmt. Es kommt also auf die persönliche Sichtweise an ob man sich darüber freuen oder ärgern kann.
