Prisoner of War im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Die ältere Generation wird sich vielleicht noch an den Film "The great escape" (Gesprengte Ketten) erinnern, in welchem eine Gruppe Kriegsgefangener die Flucht aus dem deutschen Lager versuchen, was ihnen auch, unter großen Verlusten, gelingt. Diese Geschichte wurde in leicht abgeänderter Form von Codemasters für ihr neuestes Adventure versoftet und auf die Spieler losgelassen.

Das Game beginnt mit einer Intro-Sequenz, in der wir die zwei Hauptdarsteller in einem Bomber über Deutschland fliegen sehen. Kurz vor erreichen ihres Zieles werden sie von der Flak abgeschossen und geraten in Gefangenschaft. An dieser Stelle beginnt unser Abenteuer, welches wir aus der 3rd-Person Perspektive betrachten, aber per Schultertaste jederzeit in die 1st-Person view wechseln können. Wir befinden uns also in einem deutschen Gefangenenlager und haben nur ein Ziel: Die Flucht. Dazu stehen uns alle bekannten Elemente aus einem Action-Adventure zur Verfügung. Man kann Gegenstände aufheben und benutzen, sie gegen Andere tauschen oder sie miteinander kombinieren. Praktisch jede Figur im Spiel kann angesprochen werden, wovon wir auch viel Gebrauch machen sollten, denn ohne sie ist eine Flucht nicht möglich. Von anderen Games dieser Gattung hebt sich "Prisoner of War" insofern ab, dass wir uns im Gefangenenlager natürlich nicht frei bewegen dürfen und uns an den strengen Zeitplan halten müssen, der uns genau vorschreibt, wann wir in der Messe zum Essen erscheinen müssen oder wann wir zum Apport stramm zu stehen haben. Dafür wird uns auf der Armbanduhr mit roten und grünen Pfeilen kenntlich gemacht, wann der nächste Termin ansteht. Versäumen wir diesen oder betreten wir unerlaubtes Gelände, werden wir in den Bau gesteckt oder gleich erschossen, falls wir so dumm sind und zu fliehen versuchen. Dabei darf kein falscher Eindruck entstehen, denn PoW ist wesentlich unblutiger als vergleichbare Produkte und versucht eher den Verstand des Spielers zu fordern als dessen Gewaltbereitschaft. So ist unsere einzige Chance das Lager zu verlassen, ein intelligentes Zusammenspiel mit den anderen Gefangenen und eine Bestechungszigarette hier und da für die Wachen. All dies spielt sich in relativer Ruhe ab, höchstens beim Überspringen einer Mauer ist mal Eile angesagt um nicht entdeckt zu werden. Meist allerdings schleicht man in gebückter Haltung umher oder wartet an einer unauffälligen Stelle bis man unbeobachtet ist, um z.B. eine Türe aufzubrechen oder einen Zaun zu durchschlüpfen.

Die Steuerung ist nicht schlecht aber auch nicht gut. Bei jedem Kamerawechsel ändert sich die Richtung der Steuerung die vom Spieler andauernd nachkorrigiert werden will, dafür werden wichtige Gegenstände von ganz alleine aufgenommen ohne jegliches Zutun. Ein vernünftiges Navigieren ist so leider nur mit Hilfe der Radarkarte möglich, da man ansonsten, dank der ganzen drehenden und schwenkenden Kameras, schnell die Übersicht verliert. Kann man mit einem Gegenstand interagieren, werden die entsprechenden Tasten dafür oben rechts ins Bild eingeblendet, was auch unbedingt nötig ist, da man ansonsten niemals die Stelle der Mauer findet die man überklettern kann.

Die Grafik ist im Grunde genommen gut, erlaubt sich aber so manchen Ausreißer (haha). Besonders in engen Gängen und Gassen oder kleinen Räumen beginnt die Kamera oft nervös hin- und her zu wackeln, was ziemlich auf die Augen geht wenn man den Ort noch nicht verlassen kann weil man noch einen Gegenstand sucht o.Ä. Die Zwischensequenzen sind auch in recht guter Qualität und besitzen nicht die Aussetzer der PS2-Version.

Meinung

Wertung zu Prisoner of War (XB)

Wertung:

6.5 /10
Pro & Contra
Trotz des gewählten Themas relativ gewaltlos
Durch die gesetzten Termine stockt das Gameplay ständig und zieht es in die LängeEs wird nie richtig Tag, trotz der Mittagszeit sieht alles recht triest aus

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