Auch wenn es der ein oder andere nicht mehr hören kann, aber PES schafft es wieder ein ganz besonderes Flair aufzubauen.
Die Lizenzjagd geht weiter
Pro Evolution Soccer 2011
Ein Fußballspiel ohne Lizenz scheint nicht wirklich auf dem Markt erwünscht zu sein. Nicht anders ist es zu erklären, dass Konami jedes Jahr einen neuen Verwertungsvertrag aus der Tasche zaubert und damit versucht wieder etwas näher an den "Rechteprimus" Electronic Arts heranzukommen. Vor zwei Jahren schaffte es so die UEFA Champions League ins Spiel, vor einem Jahr die UEFA Euroleague - und 2010? Ja 2010, da kommen wir in den Genuss der "Copa Santander Libertadores", der südamerikanischen Meisterschaft der Vereinsmannschaften, also einem Pendant der europäischen CL. Doch im Gegensatz zur Champions League wird euch hier Authentizität pur geboten. 38 Originalmannschaften aus Brasilien, Argentinien, Bolivien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Mexiko, Paraguay, Peru, Uruguay und Venezuela mit den entsprechenden Originalspielern, der Originalspielmodus, sowie eine absolut passende Präsentation. Mehr geht einfach nicht.
Pro Evolution Soccer 2011
Und beim Rest der integrierten Lizenz? Hier sieht es mal wieder ganz anders aus. Zwar können deutsche User einen verhaltenen Jubel anstimmen, denn mit den FC Bayern und Werder Bremen haben es heuer nach langer Abstinenz tatsächlich mal wieder zwei Bundesligamannschaften in eine Umsetzung von "PES" geschafft, trotzdem ist das natürlich immer noch enttäuschend wenig. Da kann auch nicht darüber hinwegtrösten, dass mal wieder die komplette italienische, spanische, holländische Liga und ein paar Mannschaften der Premier League originalgetreu ins finale Spiel integriert wurde. Nein, bezüglich der Lizenzen hechelt Konami und seine Fußballumsetzung nach wie vor der Konkurrenz Meilen hinterher - und daran, wenn wir jetzt schon mal unken dürfen, wird sich wohl so schnell auch nichts ändern.
Pro Evolution Soccer 2011
Alles wie gehabt ist übrigens auch das Motto bei den restlichen Spielmodi. Wieder wähl- bzw. spielbar, und zwar nahezu in unveränderter Form, sind: Die berühmte Meister Liga, die neben den teils fiktiven, teils realen Ligen, die CL, die Euroleague und neu auch den Supercup beinhaltet, diverse vorgegebene, aber auch frei erstellbare Turniere bzw. Ligen, ein recht umfangreiches Training und natürlich die persönliche Karriere namens "Become a Legend". "BaL" kann sogar damit punkten, dass sich inhaltlich etwas getan hat. Ein so genanntes Umfang-Tuning führt dazu, dass ihr bei dieser Spielvariante in "Pro Evolution Soccer 2011" deutlich mehr Möglichkeiten bei der Fähigkeitenentwicklung, sowie bei den Einstellungen habt. Schade nur, dass das Ganze immer noch sehr bieder und extrem langweilig präsentiert wird, was schlussendlich dazu führt, dass sich Spielspaß nur bedingt einstellen will.
Ganz anders beim Onlinemodus. Hier kann "PES" zwar nicht mit dem neuen "11 gegen 11" von "FIFA" mithalten, d. h. Multiplayer via World Wide Web ist nach wie vor nur mit maximal jeweils vier menschlichen Spielern pro Mannschaft möglich, dafür hat es aber 2010 die bereits hinlänglich als Offlinevariante bekannte Meister Liga ins Internet geschafft. Und zwar komplett. Meisterschaftskampf, Karriere usw. usw. - alles was ihr sonst immer gegen die CPU ausgefochten habt, könnt ihr nun gegen die weltweite Userschaft austragen.
1000 neue Animationen
Pro Evolution Soccer 2011
Laut Konami soll das aktuelle "PES" satte 1000 neue Animationen spendiert bekommen haben. Ob es nun wirklich so viele sind, können wir weder bestätigen noch dementieren, was aber auf jeden Fall sofort auffällt, ist, dass sich an den Bewegungsabläufen etwas getan hat. Flüssiger laufen sie ab, deutlich flüssiger. Leider aber nicht alle. Vor allem in den Zwischensequenzen sehen viele Bewegungen teilweise richtig lächerlich aus. Dafür kommt man gerade hier aber auch in den Genuss eines wirklichen optischen Highlights von "Pro Evolution Soccer": Der Gesichtsgestaltung. Konamis Fußballumsetzung bietet wohl die besten digitalen Abbilder realer Fußballstars im gesamten Genre. Ein Lahm sieht hier wirklich wie ein Lahm aus, ein Ribery wie ein Ribery und ein Messi natürlich, als Coverheld, wie ein Messi. Da kann selbst ein "FIFA 11" nicht mithalten. Beim Rest aber leider schon, denn da fällt "PES 2011" wieder in die bekannten und mittlerweile schon fast gehassten Schemen zurück. Extrem schwache Hintergründe, Fans a la Texturmatsch, tristes Stadiondesign und vor allem eine absolut trockene, zeitweise langweilige Präsentation (Ausnahme: Champions League).
Pro Evolution Soccer 2011
Unterstes Niveau allerdings ist der integrierte Sound. Während sich die Konkurrenz in ihrer 2011-Version auf der Reporterposition komplett neu aufgestellt hat, bleibt Konami und "Pro Evolution Soccer" sich absolut treu. D. h. Hansi Küpper und Wolf Fuß werden euch auch heuer wieder mit ihren teilweise total unpassenden Analysen und Situationsbeschreibungen quälen. Dass sich deren seit Jahren bereits bekannten Floskeln ständig wiederholen ist nichts neues, dass es aber auch teilweise zu Sprachüberlagerungen kommt, also beide Reporter gleichzeitig losplappern, hingegen schon. Ein Bug der es von der Preview- tatsächlich in die Review-Version geschafft hat. Ganz toll. Apropos toll. Alles andere als toll ist das, was man innerhalb der Stadien so zu hören bekommt. Immer wieder sich wiederholende Fangesangsschleifen, die sich teilweise sogar noch ziemlich blechern anhören, können kaum als "Stimmung" bezeichnet werden. Schon interessant, wie konsequent Konami diesen Bereich, der ja schon seit Jahren von der Community bemängelt wird, ignoriert. Ob sich das mit "PES 2012" ändern wird?
