Project Nomads im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

"Project Nomads" erzählt uns die Geschichte des Planeten Aeres, der von den Wächtern auf hintertückische Art und Weise zerstört wurde. Übrig blieben nur noch die Trümmer der einmal dicht besiedelten Welt. Auf diesen Trümmern tummeln sich die letzten Überlebenden, auf der Suche nach dem Verursacher der Katastrophe, denn die Gefahr ist noch nicht gebannt. Die übermächtigen Wächter nämlich werden erst ruhen, wenn sie auch das letzte Leben ausgelöscht haben.
In dieser Zeit finden sich drei Freunde wie sie unterschiedlicher kaum mehr sein können. Der Krieger Goliath, groß, stark und Kampferfahren, der Ingenieur John, kann alles reparieren und verlässt sich voll auf sein handwerkliches Geschick, und die Magierin Susie, trotz ihrer zierlichen Gestalt nicht zu unterschätzen. Diese drei machen sich auf den Weg die sagenumwobene Insel der Baumeister zu suchen, auf der diese all ihre Artefakte vor den Wächtern versteckt haben sollen. Doch bevor sie ihr Ziel erreichen werden sie von den Wächtern entdeckt und angegriffen, zwei verlieren ihr Leben und auch der Dritte stürzt in einem Feuerball auf einer unbewohnten Insel ab. Tot geglaubt lässt man ihn zurück, ohne zu ahnen mit wem sie sich angelegt haben.

An dieser Stelle kommen wir ins Spiel. Je nachdem welchen der drei Charaktere wir ausgewählt haben, werden die beiden anderen in der Vorgeschichte getötet werden. Wir beginnen das Spiel also alleine auf einer noch unbebauten Insel. Dort treffen wir einen der Baumeister, der uns die ersten Artefakte vermacht. Diese stellen quasi das Wissen über den Bau bestimmter Gebäude oder Maschinen dar. So erhalten wir zuerst das Artefakt des Navigationsturmes, welches es uns ermöglicht mit der Insel im Luftraum zu navigieren, sowie unseren ersten Geschützturm, dienlich um sich anfliegende Feinde vom Leib zu halten. Damit wir uns auch selbst in die Lüfte erheben können, ist eine der ersten Aufgaben die wir zu erfüllen haben, das Besorgen des Hangar-Artefaktes. Ein Hangar auf der eigenen Insel beherbergt ein Flugzeug, welches wir nicht nur selbst besteigen und benutzen können, sondern auch autark agieren kann. Bei einem Angriff auf die Insel erhebt es sich von alleine in die Lüfte und versucht die Insel zu verteidigen. Dies ist auch bitter nötig, denn des öfteren müssen wir unsere eigene Insel verlassen, um z.B. mit anderen Leuten zu verhandeln oder ganz einfach weil man eine gegnerische Insel ausraubt.

Das Gameplay verdient ein dickes Lob, denn trotz der vielen Möglichkeiten unseres Protagonisten benötigt man keinerlei Einweisung in das hervorragend gemachte Interface. Es macht einen unglaublichen Spaß, seine Figur über die Insel zu bewegen, Gebäude per Mausklick zu benutzen oder sie zu reparieren, der Insel einen Kurs zu geben und mit dem Flugzeug nebenher zu fliegen, oder mit ihr an einer anderen Insel anzudocken und auf Entdeckungstour zu gehen. Dabei begegnen einem Gestalten denen man gerne abnimmt Bewohner dieser obskuren Welt zu sein und erlebt eine Geschichte wie sie so mancher Romanautor nicht hinbekommt.

Das ganze präsentiert sich in einer zeitgemäßen Grafik die sich sehen lassen kann. Je nach Gebiet in dem wir uns befinden, ändert sich der Lichteinfall und die generelle Stimmung, welche sich in den Farbtönen der Umgebung wiederspiegelt. Manche Gebiete sind Licht durchflutet und hellblau, andere wieder düster und grau, voller Nebel und mit geringer Sichtweite. Je nach Charakter der gewählten Spielfigur geben sich auch die Gebäude und Maschinen. Die Häuser des großen Goliath sehen entsprechend stark und massiv aus, auch sein Geschützturm besitzt die größte Durchschlagskraft, dafür ist er der langsamste von den Dreien. Das genau Gegenteil stellt Susie dar, die Magierin mit den kleinen Elfenflügeln. Sie ist die schnellste und geschickteste von allen, dafür sind ihre Waffen nicht die stärksten, was sie mit der Magie auszugleichen versucht. Ihre Gebäude sehen fast aus wie Pflanzen oder Kunstwerke, sehr filigran und zart. Ziemlich zwischen den beiden siedelt sich John an. Er verlässt sich voll auf sein handwerkliches Geschick und bekommt alles wieder zum laufen. Seine Gerätschaften sehen oft so aus als wären sie aus drei anderen Maschinen zusammengebaut worden, was wahrscheinlich auch den Fakten entspricht.

Einen nicht kleinen Anteil an der hervorragenden Atmosphäre die "Project Nomads" verbreitet trägt die Soundkulisse bei. Je nach Situation werden wir von leisen Streichern oder gleich dem ganzen Orchester begleitet, während die Triebwerke der Insel starten und unser Geschützturm auf Dauerfeuer seine Projektile gen Feind schießt. Dabei vermeint man zu hören wie sich der Stein gegen die Beschleunigung sträubt und erst langsam auf Geschwindigkeit kommt, während der Wind durch die Bäume zu streichen beginnt und die gesamte Umwelt in Bewegung gerät.

Meinung

Wertung zu Project Nomads (PC)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
"Project Nomads" erzeugt eine Atmosphäre wie kaum ein anderes GameHervorragendes Interface und sehr flüssiges Gameplay
Der Multiplayer-Mode wirkt etwas aufgesetzt und wartet mit nur einer Spielmöglichkeit aufeiner Art Insel-Deathmatch

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