Prototype 2 im Gamezone-Test

Test Michael Stadler

Damit hat Radical Entertainment einen durchaus ansehnlichen Nachfolger für ihr Erstlingswerk auf die Beine gestellt.

Infiltrieren oder Blutbad

Prototype 2 Prototype 2 Die Missionen in Prototype 2 laufen prinzipiell alle gleich ab. Von einer der mit uns in Verbindung stehenden Kontakten, oder einer frisch absorbierten Person bekommen wir stetig mehr pikante Details über die aktuelle Situation und die Verantwortlichen dahinter. Da manche Menschen im verseuchten New York schlicht und ergreifend keine Lust haben sich uns auf dem Präsentierteller auszuliefern müssen wir uns eben selbst auf die Suche machen. Eine große Hilfe ist dabei Hellers neuer Spürsinn, mit dem wir in bester Sonar-Manier ein Signal in die Großstadt entsenden und genau beobachten müssen wo sich der Ursprung der Signal-Reflektion befindet. Leider kennt das Missionsdesign in Prototype 2 nur zwei Gesichter. Entweder müssen wir ohne auf uns aufmerksam zu machen eine Blackwatch-Miltärbasis infiltrieren und einen Offiziellen absorbieren, oder die am Ort des Geschehens vorzufindende Situation verlangt von uns den Berserker zu wecken und zu entfesseln. Auch die Nebenmissionen können sich nicht von der Masse abheben. Diese erhalten wir zumeist indem wir uns in den Einsatzterminal einer Blackwatch-Stellung hacken und einen Auftrag annehmen.

Dieses externe Embedding ist leider nicht mehr verfügbar.

Prototype 2 Prototype 2 Da wir diesen selbstredend nicht als Heller entgegen nehmen können kommt uns hier unter anderem die Möglichkeit unsere Gestalt verändern zu können mehr als nur entgegen. So retten wir uns durch die spontane Typveränderung vor anstürmenden Truppen oder bereits bestehendem Unheil in dem wir einfach in einem unbeobachteten Moment die Gestalt absorbierter Spielfiguren annehmen. Insgesamt verweilen die Missionen auf einem abwechslungsarmen aber durch die teilweise richtig fetzigen Auseinandersetzungen mit Militär und Mutanten zeitweise doch unterhaltsamen Niveau. Dabei gibt sich die Gegnerschaar meist nur als Herausforderung, welche nur aufgrund ihrer zahlenmäßigen Übermacht wirklich gefährlich wirkt. Die bisweilen extrem dümmlich agierende KI ist jedenfalls kein Aushängeschild von Prototype 2, dafür sind viel zu offensichtliche Absorbierungen und viel zu einfache Fluchtmanöver möglich.

Auf dem Weg zum Ziel kennt Heller wie auch schon Mercer zuvor keinerlei Hindernisse. Als wäre es die leichteste Übung der Welt marschieren wir senkrecht an Häuserwänden empor, springen behände von Haus zu Haus und machen im Gleitflug den Luftraum über New York unsicher. Bei Stürzen aus großer Höhe ächzt eher der Boden als dass es Heller auch nur annähernd jucken würde gerade aus dreißig Metern auf harten Beton geknallt zu sein.

Heller Wahnsinn

Prototype 2 Prototype 2 James Heller ist wie auch schon Alex Mercer vor ihm der Letterman unter den Supermutanten. Ausgestattet mit jeder Menge Verwandlungstechniken heizen wir unseren Widersachern mit Ranken, Schwert-Armen, Riesenfäusten und überdimensionalen Klauen, die Wolverine vor Neid erblassen lassen würden, gehörig ein. Über ein Schnellmenü haben wir jederzeit die Wahl zwischen zwei Kampfmutationen, welche nach unserem Gusto getauscht und auf die Kampfknöpfe gelegt werden können. Reichen unsere eigenen Techniken nicht mehr aus, besteht wie auch schon im ersten Teil die Möglichkeit Fahrzeuge der Armee entweder komplett zu übernehmen, oder sie kurzerhand zu entwaffnen und selbst mit Raketenwerfer und Konsorten auf Schnetzeltour zu gehen. Als ehemaliger Soldat kennt sich Heller selbstverständlich auch mit den Schießprügeln der Soldaten bestens aus und kann diese mindestens ebenso gut bedienen, wenn auch das Ziel nicht immer das Gleiche ist. Gerät die Situation völlig außer Kontrolle haben wir mit dem Devastator noch ein letztes Ass im Ärmel. Aufgeladen durch absorbierte Gegner entfesseln wir auf Knopfdruck eine Superattacke die sich gewaschen hat und im näheren Umkreis alles mit Puls gnadenlos niedermäht. Während uns Hauptmissionen Erfahrungspunkte für Hellers allgemeinen Fertigkeitsaufstieg, wie Lebensenergie oder Geschwindigkeit, zuschustern, können wir uns in den Nebenmissionen unseren Skills im Speziellen widmen. So erhalten wir beispielsweise Krallen-Updates, neue Kampfmanöver oder bessere Regenerationsfähigkeiten. So schafft Prototype es schließlich doch so etwas wie eine Motivationskurve in den sonst sehr seichten und monotonen Missionsalltag zu bringen.

Prototype 2 Prototype 2 Abseits der ganzen Action warten auch kleinere Aufgaben auf den findigen Spieler. So können wir beispielsweise auf die Jagd nach Feldagenten gehen, oder uns in den jeweiligen Zonen nach Blackbox-Aufnahmen umsehen. Mehr als eine übliche Sammeldreingabe sind diese Nebenbeschäftigungen allerdings nicht. Zwar sind die Informationen der Blackboxen ganz nett und teilweise durchaus ergreifend jedoch ist man durch den Rest des Spiels so auf Aggression und Zerstörungswut gedrillt, dass man nicht so wirklich in der angebrachten Stimmung für solche schockierenden Aufnahmen ist.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk