Rage im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Rage verbindet Elemente aus RPGs mit Shootern und bringt alles in einer Open World zusammen. Nur die vielen Grafikbugs stören.

Typisch id Software?

Rage Quelle: Bethesda Rage Doch wie spielt sich Rage eigentlich? Ziemlich gut, denn immerhin sind hier die Shooter-Spezialisten von id Software am Werk. Deswegen darf man sich auf flüssige Schusswechsel freuen, wobei die KI natürlich eher zweitrangig ist. Immerhin benötigt man für verschiedene Gegner gerne Mal eine andere Taktik bzw. neue Geschosse. Bossfights gibt es kaum, weswegen sich Rage zwar grundsätzlich auf einem guten Niveau bewegt, richtig einprägsame Momente gibt es leider kaum zu vermelden. Dafür geht die Spielzeit in Ordnung: Folgt man hauptsächlich der Story, ist man nach ca. 10 Stunden durch. Will man alle Nebenaufgaben bewältigen, kann man noch gerne fünf Stunden dazu rechnen. Etwas ungewöhnlich für die Konsolen ist der Umstand, dass man zu jeder Zeit speichern kann. Die Autosaves liegen dafür aber zu weit auseinander.

Rage Quelle: Bethesda Rage Vom Grafikstil her ist Rage schwer zu kategorisieren. Ähnlich wie Brink setzt man auf sehr charakteristische Gesichtszüge, die übrigens wundervoll animiert sind und sich selbst bei der kleinsten Bewegung verziehen können. Je nach Standort lassen sich darüber hinaus Steampunk-Elemente ausmachen. Der Bürgermeister und der Sheriff von Wellspring etwa posieren in goldigen Uniformen hinter ihren Schreibtischen, die mit mechanischem Kleinkram und lustigen Applikationen versehen sind. Man muss zugeben, dass id Software sehr viel Gespür für Details bewiesen hat, vor allem in den Siedlungen, doch auch das gesamte Wasteland ist sehr glaubwürdig in Szene gesetzt worden. Kein Fleck sieht wie der andere aus, einfach herrlich. Die einzelnen Missionsgebiete bzw. "Dungeons" werden aber von teils langen Ladezeiten begleitet.

Läuft flüssig, aber...

Rage Quelle: Bethesda Rage Rage sieht eigentlich, bis auf einige recht matschige Texturen, auf der Konsole fantastisch aus und läuft ohne irgendwelche Ruckler oder Tearing mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde ab. Im Prinzip könnte man den Shooter optisch zur absoluten Spitzenklasse zählen. Rage hat aber ein großes Problem, die Texturen laden merklich nach, allerdings nicht so wie bei der Unreal Engine 3 am Anfang eines Levels. Jedes Mal wenn man sich schnell weg dreht und zurück, sieht man die Texturen nachladen. Abhängig davon, ob viel Geometrie berechnet werden muss, ist es manchmal weniger, ein anderes Mal dann deutlicher zu sehen. Die optionale Installation auf der Xbox 360, minimiert dieses Problem immerhin. Rage wird auf der Microsoft-Konsole auf drei DVDs ausgeliefert. Würde man alle drei Disks installieren, käme man auf stolze 22 GB. Man darf sie aber auch einzeln auf die Platte schaufeln, wenn es soweit ist.

Wenn man weiß, worauf man achten muss, dann sieht man den Texturaufbau natürlich, was durchaus nerven kann. Wenn man aber auf das Spiel konzentriert ist, fällt dies kaum noch auf. Was aber auffällt, ist der sehr atmosphärische Soundtrack, der für reichlich düstere Endzeitstimmung sorgt. Absolut top ist auch die deutsche Sprachausgabe, die eindeutig zu den besseren Synchronisationen gehört. Hier ist fast jeder Sprecher ausgezeichnet besetzt. Nur einige Waffen hören sich absolut lasch und blechern an, als ob sie keine Durchschlagskraft hätten.

Rage Quelle: Gamesaktuell.de Rage Kommen wir am Ende zu den Multiplayer-Modi, die für ein Spiel von id Software sehr ungewöhnlich daher kommen, denn es gibt keine klassischen Varianten wie Deathmatch und Co. Dafür gibt es das Road Rage mit verschiedenen Fahrzeugen. Mit MGs und Raketen ballert man sich das Blech weg und fährt Rallys oder sammelt Meteoritenbrocken ein. Merkwürdig ist allerdings, dass es keine klassischen Rennen gibt. Bis zu acht Spieler legen hier los. Wahlweise gibt es auch spezielle Koop-Missionen für zwei Freunde, die lokal oder online bewältigt werden dürfen. Diese sind an die Kampagnen-Abschnitte angelehnt, wurden aber anders gestaltet.

Meinung

Wertung zu Rage (X360)

Wertung:

8.6 /10
Pro & Contra
ein sich flott spielender Ego-Shootersehr gute Steuerungguter Umfangoffene Spielweltviele verschiedene Nebenaufgabendie Rennen mit dem Fahrzeugenschick designte Spielweltflüssige und detaillierte Optiktolle Charakter-Animationenhervorragende deutsche Sprachausgabeatmosphärische SounduntermalungKoop-Missionenist ungekürzt
stiller Held und überschaubar spannende Storydie Spielwelt ist insgesamt recht kleinDas Ödland lädt nicht zum Erkunden einviele Ladezeitennur wenige spektakulären Momenteeinige matschige Texturenständige Texturnachladerviele LadebildschirmeSchnell-Waffenauswahl nicht optimal gelöstkeine klassischen Mehrspieler-Modieinige lasche Waffensounds
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