Rainbow Six: Vegas im Gamezone-Test

Test CharLu

Nach dem nicht so gelungenem Lockdown hat die Rainbow Six Reihe mit Vegas zu alter Stärke zurück gefunden.

Gute Abwechslung mit kleinen Schönheitsfehlern

Rainbow Six: Vegas Rainbow Six: Vegas Während eurer Missionen erlebt ihr eine optische Berg- und Talfahrt. Die kredenzten Umgebungen bestechen zweifelsfrei im Detail und erweisen sich größtenteils ausgereift und sauber. Großem Dank gebührt dabei der verwendeten Unreal Engine, die einmal mehr bewiesen hat, zu was sie in der Lage ist - so fern die Entwickler wissen was sie tun, was im vorliegenden Fall auch weitestgehend bescheinigt werden kann. Abwechslung wurde im neuesten Rainbow Six Ableger groß geschrieben. Verschiedene Locations brillieren mit gut gestalteten Arealen, die dem geforderten Gameplay und dem ausgereiften Deckungsspiel voll und ganz entgegen kommen. Zudem präsentieren sich die jeweiligen Abschnitte recht groß und suggerieren viel Bewegungsfreiheit, welche sich allerdings schnell als Finte entpuppt. Verstreute Wege, Ecken und Winkel laden zwar gerne zum Entdecken ein, sind am Ende aber nichts weiter als eine Sackgasse und führen den Spielverlauf nicht fort. Selbiger erweist sich im Gesamten als linear und vorhersehbar. Die Spannung entsteht am Ende deshalb, da die Gegner unberechenbar reagieren und von überall her auftauchen können. Und die Umgebungen sind oft den Widersachern mehr zugetan als euch, denn die verwendeten Farben für die jeweiligen Locations wirken gerne mal grau in grau und nachploppende Texturen tun dann das Übrige. Denn genau vor diesem Hintergrund können sich die Gegner gut und frei bewegen und euch das Hirn wegblasen, da sie schlecht bzw. oft nur zu spät erkannt werden können. Ebenfalls verschont man euch auch nicht mit Clippingfehlern und auch das berühmt-berüchtigte Kantenflimmern gibt sich ein Stelldichein. Gesäumt wird der Reigen an Grafikfehlern noch mit partiell auftretenden Matsch-Texturen, welche das sonst eigentlich ansprechende Bild empfindlich stören. Erschwerend kommt hinzu, dass man diese Fehler im Einzelspielermodus noch verdrängen kann, konzentriert man sich doch in erster Linie darauf, seinen eigenen Hintern lebend aus der Mission rauszubringen. Im Offline Coop-Modus allerdings wandelt sich das Bild gravierend und ihr bekommt alles andere als schöne Optiken serviert. Via vertikal geteiltem Bildschirm schleicht und schießt ihr euch durch die Level, die allerdings deutlich abgespeckt worden sind. Viele Details, welche das Vollbild noch begleitet haben, lassen sich im verkleinerten Ausschnitt nicht mehr ausmachen. Auch die sonst schön anzusehenden Licht- und Schattenspielchen sowie das generelle Spiel mit dem Licht fehlen im Coop-Modus völlig. Aber immerhin läuft der 2-Spieler-Part ebenso flüssig wie der Einzelspielermodus.

Rainbow Six: Vegas Rainbow Six: Vegas Vorhandene Gegenstände, und da gibt es immerhin einige, lassen sich gut mit ins Spiel einbinden. Nicht nur das viele Objekte als Deckung herhalten können, selbige bewegen sich auch, wenn sie angestoßen werden oder unter Beschuss stehen. Am Ende geht es sogar so weit, dass sich bestimmte Gegenstände, z.B. Holzpaletten, in Einzelteile auflösen, wenn sie zu heftig unter Beschuss stehen. Und auch ihr könnt euch auflösen, so quasi ins virtuelle Nichts, wenn ihr getroffen werdet und den Bildschirmtod sterben müsst, wenn ihr z.B. nicht aufgepasst habt. Eine verschwommene Ansicht zeigt an, dass ihr getroffen wurdet und gibt euch die Gelegenheit, euch in sichere Gefilde zurückzuziehen. Ein sich schwarz färbender Bildschirm erlaubt noch eine letzte Chance und verlangt von euch, dass ihr euch eine kleine Weile im Versteck regeneriert. Ein roter Bildschirm allerdings bedeutet das sichere Aus und ihr dürft einen Abschnitt erneut erledigen. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass sich eure Teamkollegen untereinander zwar helfen bzw. heilen können - einen entsprechenden Befehl könnt ihr auch erteilen - für euch selbst gilt das allerdings nicht. Auch der Vegas Ableger glänzt ohne Medikits und Verbandspäckchen, denn die gelten im Genre gemeinhin als out und nicht mehr zeitgemäß.

Kleine Stolpersteine leicht zu umgehen

Rainbow Six: Vegas Rainbow Six: Vegas Um sich in der maroden Welt Mexikos als auch der glitzernden Welt von Vegas zurechtzufinden, bedarf es glücklicherweise nicht viel. Hinsichtlich der Steuerung haben die Herrschaften im Hause Ubisoft alles richtig gemacht. Logisch und eingängig belegt, erweist sich die Handhabung von Logan als überaus einfach und das gilt gleichermaßen für den Offline- als auch den Onlinepart. Intuitiv wisst ihr genau, was zu tun ist - Einsteiger als auch Wiederholungstäter werden gleichermaßen zu Rande kommen. Dabei stört es auch recht wenig, dass ihr gesamt über eine recht großes Funktionsrepertoire verfügt. Dank eines hinreichend Tutorials führt man euch gekonnt an die Möglichkeiten heran und praxisnahe Missionen helfen dabei, die Steuerung zu verinnerlichen.

Und wo Licht ist, fällt bekanntlich auch Schatten und dieser trübt zwar nicht die gute Steuerung, wohl aber die Kollisionsabfrage, die partiell einfach nur als unglücklich beschrieben werden kann. Es bleibt leider nicht aus, dass ihr in Situationen kommt, da die Gegner allein schon deshalb in der besseren Position sind, weil ihr sie selbst mit einem gut gesetzten Kopfschuss nicht ausschalten könnt. Das passiert gerne, wenn ihr euch in unwegsamen Gelände befindet und wenig Spielraum habt und eurer Widersacher gleichfalls viele Möglichkeiten haben zwischen Verstecken hin- und her zu turnen. Ebenfalls wenig gelungen ist dabei die Tatsache, dass der böse Bube zweifelsfrei die besseren Karten hat - nicht nur weil er sich in ziemlicher Sicherheit wiegen kann, sondern auch weil seine Schüsse garantiert immer treffen, ganz im Gegensatz zu eueren Versuchen.

Auch atmosphärisch werdet ihr mit dem neusten Rainbow Six Ableger bestens bedient. Nicht nur, dass die geschaffenen Umgebungen die Fähigkeit besitzen euch sozusagen in den Bann zu ziehen - bis auf die immer mal wieder vorkommenden grafischen Patzer -, auch die gut gesetzten und immer nur sporadisch genutzten Musikeinlagen sowie die zugehörigen Dialoge runden das Bild gekonnt ab. Wobei man hier wieder ganz klar unterscheiden muss, welcher Sprachausgabe ihr zugetan seid. Die deutsche Synchronisation ist gelungen, keine Frage, allerdings haben sich die Sprecher wieder einmal zu wenig Mühe gegeben und lassen einen richtigen Einsatz vermissen. Richtig leben kommt zweifelsfrei erst mit der englischen Sprachausgabe in die Hütte. Vor allem haben die Sprecher berücksichtigt, dass die neue Besetzung des Rainbow Six Sondereinsatzkommandos aus Soldaten mit unterschiedlicher Herkunft besetzt worden ist. Passende Dialekte fließen hierbei ebenfalls ein wie die Grundlagen der jeweiligen Muttersprache. So gibt es kein reines Englisch zu hören, sondern auch z.B. Englisch mit französischem Akzent. Schade ist allerdings, dass Joanna Torres im Coop-Modus nicht zum Einsatz kommt. Im klassischen Einzelspieler sitzt die gute Dame mit im Helikopter und weist euch in die Missionen ein und steht euch auch während der jeweiligen Einsätze zur Seite. Im Coop-Modus hat man sich das gespart, womit die Missionen um einiges ruhiger und weniger atmosphärisch vonstatten gehen.

Meinung

Wertung zu Rainbow Six: Vegas (X360)

Wertung:

8.7 /10
Pro & Contra
extrem herausforderndes & anspruchsvolles Gameplaygut gestricktes und spannend inszeniertes Story-Gerüstintuitive Steuerung dank eingängiger und logischer Belegungabwechslungsreiche Umgebungen mit viel Interaktionsmöglichkeit für den Angriff als auch die Verteidigung und verhältnismäßig wenig grafischen Fehlerngute Synchronisation (englische Sprachausgabe)einfache Menüführungzahlreiche Mehrspieler-Variantengutes Online-Systemwohl dosierte musikalische Begleitung für die richtige Spannung und sehr atmosphärisch
z.T. extrem hoher Schwierigkeitsgrad, der vor allem für Einsteiger sehr heftig sein dürfteabgespeckte optische Darstellung im Splittscreen-Coop-Modusetwas lahme deutsche Synchronisationfehlende Dialoge im Coop-Modus
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