Wie gut ist der pelzige Lombax als Gladiator? Wir sind in die Arena gestiegen und haben es für euch herausgefunden!
Action, Action und nochmals Action
Ratchet: Gladiator
Die einzelnen Missionen sind nicht nur kürzer gehalten, sondern auch viel actionreicher. Eure Hauptaufgabe besteht zwar darin, so viele Gegner wie möglich mit euren Waffen zu erledigen, aber gelegentlich müsst ihr euch auch der Fahrzeuge bedienen, die es im Spiel gibt. Neben dem Hoverschiff, dem Hoverbike und dem Puma könnt ihr diesmal auch ein spinnenähnliches Gefährt namens Landpirscher steuern. Dieser hat zwar eine enorme Schießkraft, doch leider ist die Lenkung alles andere als leicht. Da ihr mit dem linken Controller das Gefährt steuern, mit der rechten zielen und mit den Schultertasten R1 und L1 schießen müsst, braucht man eine gewisse Fingerfertigkeit, um mit diesem Monstrum geschickt und erfolgreich umzugehen. Ebenso verhält es sich mit dem Hoverbike, dessen Steuerung leider ebenfalls zu kompliziert ausgefallen ist - ihr müsst das Bike nämlich mit beiden Analogsticks lenken, was sich aber dank der zahlreichen Hindernisse alles andere als leicht erweist. Auch wenn die Steuerung der Geräte nicht immer optimal gelungen ist, so bringen doch die Fahrmissionen Abwechslung ins Spiel. Hinzu kommen dann noch einige Grind-Aufgaben, die diesmal wegen den vielen Gegnern nicht sehr leicht zu absolvieren sind. Zwar wurden der Schwunghaken, die Sturm- und Schwerkraftstiefel im Spiel belassen, aber diese kommen leider viel zu wenig zum Einsatz. Ebenso verhält es sich mit den Sprung- und Hüpfpassagen, die fast komplett gestrichen wurden. Besonders schade ist, dass man im neuesten Titel überhaupt keine Rätselaufgaben mehr hat. Es ist offensichtlich, dass bei "Ratchet: Gladiator" die klassischen Jump and Run Elemente zugunsten des Actionanteils vermindert wurden, was im Grunde nichts schlechtes bedeuten muss - in diesem Fall aber leider schon. Denn durch den Wegfall der Jump and Run Komponenten hat Insomniac Games dem Spiel zum einen seine Vielfältigkeit beraubt und zum anderen hat man viel zu wenige neue Actionelemente ins Spiel eingebaut, so dass das ganze Game im Einzelspielermodus relativ schnell viel zu eintönig wird.
Neue Schlachtkumpane
Ratchet: Gladiator
Wie der Titel des neuesten Ablegers vermuten lässt, muss sich Ratchet diesmal ohne seinen kleinen Roboterkumpel Clank ins Schlachtgetümmel wagen. Clank übernimmt stattdessen die DreadZone-Einsatzkoordination, versorgt euch mit wertvollen Informationen und überwacht euren Fortschritt während der Missionen. Ihr seid bei euren Aufträgen aber nicht ganz allein, denn Al stellt euch zwei Kampf-Bots zur Seite. Diese stehen im Gegensatz zu den Blechbüchsen im Vorgängerspiel nicht einfach in der Gegend herum und lassen sich abknallen, sondern unterstützen euch auf vielfältige Art und Weise, wie zum Beispiel Feuerschutz geben, in gegnerische System hacken oder Grind-Schienen ausfahren. Zwar geben sie auch diesmal manch blöden Kommentar von sich, aber alles in allem sind sie diesmal richtig nützlich. Gesteuert werden diese Helfer mit den Richtungstasten, ähnlich dem Befehlsystem von Clank zur Steuerung der kleinen Roboter in den Vorgängertiteln. Da im Laufe des Spiels die Gegnerschar nicht nur zunimmt, sondern auch immer mehr wegstecken kann, könnt ihr praktischerweise eure Bots nicht nur upgraden, so dass sich ihre Fähigkeiten erweitern, sondern auch wiederbeleben - einfach durch Drücken der entsprechenden Richtungstaste. Als nette Beigabe habt ihr zudem die Möglichkeit, den Kampfeinheiten ein neues Aussehen zu verpassen, indem ihr die entsprechenden Körperteile bei Al gegen Bares (in dem Fall natürlich die übliche Galaxiewährung Bolts) erwerbt. So nützlich die Bots auch sind, so kommen sie doch nicht an Clank heran. Zum einen, weil sie nicht so einen Gegenpart zu Ratchet bilden wie der kleine Roboter mit seinen klugen Kommentaren und zum anderen wegen ihren Fähigkeiten, denn einen Heli- und Düsenpack bieten sie leider nicht an und damit einhergehend kommen Hüpf- und Sprungpassagen so gut wie gar nicht im Spiel vor. Geschickter und auf jeden Fall unterhaltsamer wäre es gewesen, wenn man Clank und die Kampf-Bots Ratchet zur Seite gestellt hätte.
Neues Waffensystem
Ratchet: Gladiator
Eine weitere wichtige Änderung im neuesten Ratchet-Spiel betrifft das Waffensystem. Ihr könnt im neuesten Ableger zwar nur 10 Waffen kaufen, aber ihr habt nun die Möglichkeit diese zu modifizieren. Es gibt zum einen die Omega-Modifikation, die euren Schießeisen sekundäre Eigenschaften wie Säure-, Eis- oder Schock-Funktionen verpasst und bei jedem Händler käuflich erwerbbar ist. Habt ihr eine solche Modifikation gekauft, dann könnt ihr diese jederzeit auf alle Waffen anwenden, mit denen sie kompatibel ist. Zum anderen gibt es die Alpha-Modifikation, die die Fertigkeiten eurer Knarren aufrüstet und diese etwa mit einer Zielvorrichtung oder einem erweiterten Magazin versieht. Käuflich sind die Alpha-Modifikationen im ersten Durchlauf nicht, vielmehr bekommt ihr diese durch den häufigen Gebrauch eurer Schießprügel. Durch das Upgraden (max. 10 Mal) erhalten eure Waffen nämlich mit jeder neuen Stufe einen neuen Alpha-Modifikationsplatz. Im Gegensatz zu der Omega-Modifikation müsst ihr die Alpha-Versionen, wenn ihr diese an mehr als einer Waffe anbringen möchtet, mehrfach erwerben. Zudem müsst ihr zunächst eine oder mehrere Alpha-Modifikationen von einer anderen Waffe entfernen, um diese dann bei einer anderen einsetzen zu können. Das neue Waffensystem hört sich zwar etwas kompliziert an, ist in der Praxis aber leicht zu erlernen. So gut die Idee mit der Modifikation vor allem bei der Omega-Version funktioniert, denn diese Umbauten machen definitiv am meisten Spaß, so reicht sie doch nicht ganz an die vielen Waffen aus den Vorgängertiteln heran. Das liegt größtenteils daran, dass ihr in dem neuesten Ableger fast keine richtig neuen Waffen kaufen oder kreieren könnt und zum anderen daran, dass ihr jedes Mal für die Umbauten ins Menü wechseln und dort eure Schießeisen einzeln umrüsten müsst. Hatte Insomniac Games bei den ersten drei Teilen Waffen ins Spiel eingebaut, die nur so vor Ideen- und Einfallsreichtum strotzten, so sind die im neuesten Ableger leider nur ein lauer Aufguss der alten Kreationen.
Lasst es gemeinsam krachen!
Ratchet: Gladiator
Auch wenn die Vorgängertitel in vielerlei Hinsicht gelungener waren, so bietet euch nur der neueste Ableger einen Kooperativmodus, so dass ihr die gesamten Story-Missionen zusammen mit einem Freund oder einer Freundin zocken könnt. Zwar habt ihr die Möglichkeit wirklich alle Aufträge zu zweit zu erledigen (also auch die Fahr- und Flugmissionen), aber es gibt im Kooperativmodus einige Regeländerungen. So müsst ihr beispielsweise eure Munition nun teilen, stets mit unterschiedlichen Waffen ausgerüstet sein und die Aufgaben der beiden Bots übernehmen, da euch diese nicht mehr zur Seite gestellt werden. Des Weiteren sollte ihr unbedingt darauf achten, dass ihr euch nicht zu weit voneinander bewegt, denn ansonsten wird der Countdown am Zünder eures Halsbandes aktiviert. Ihr habt dann 10 Sekunden Zeit, um den Abstand zwischen euch wieder zu verringern, denn sonst werdet ihr zu Asche verbrutzelt. Als Orientierungshilfe wird mit dem Beginn des Countdowns auch ein Lichtstrahl von einem zum anderen Spieler aktiviert, so dass ihr sehr leicht und schnell den Weg zueinander finden könnt. Da euch im Kooperativmodus die Bots mit ihrem Zerstörer-Angriff abgehen, habt ihr als Ausgleich dafür einen Superangriff, den ihr aktivieren könnt, wenn die entsprechende Anzeige aufgefüllt ist. Der Koop-Modus ist auf jeden Fall eine sehr unterhaltsame Angelegenheit und trägt viel zum Wiederspielwert des neuesten Titels bei. Zwar sind auch hier die Fahrzeugmissionen etwas kompliziert ausgefallen, aber alles in allem macht das Spielen zu Zweit sehr viel Spaß.
Erweiterter Mehrspieler-Modus
Ratchet: Gladiator
Bereits "Ratchet und Clank 3" bot einen ausgezeichneten Mehrspieler-Modus an, der sowohl online als auch offline spielbar war. Im neuesten Titel wurde dieser Modus um zwei Spieltypen erweitert: so habt ihr in "Ratchet: Gladiator" neben den bekannten Varianten "Deathmatch" und der Eroberungsmodi "Erobere die Fahne" und "Eroberung" (eine abgewandelte Form des Belagerungsspiels aus Teil 3) die neuen Spieltypen "Juggernaut" und "König des Hügels". In "Juggernaut" übernimmt ein Spieler die Rolle des mächtigen und durch Schilde geschützten Juggernauts (macht sich durch das helle Leuchten bemerkbar) und alle anderen müssen versuchen, ihn auszuschalten. Außer stärkeren Waffen erhält der Juggernaut für jeden getöteten Gegner Gesundheitspunkte, kann aber keine Fahrzeuge bedienen wie die anderen Spieler. Schafft es ein Spieler, den Juggernauten zu erledigen, dann übernimmt dieser die Rolle des Gejagten. In "König des Hügels" müsst ihr darauf achten, innerhalb der willkürlich erscheinenden leuchtenden Abschnitte zu bleiben und mit allen Mitteln jeden daran zu hindern, diesen Bereich zu betreten. Sehr innovativ sind die Spiele im Mehrspieler-Modus zwar nicht, machen aber dank der einfachen Handhabung sehr viel Spaß. Natürlich könnt ihr auch diesmal Freundeslisten und euer eigenes Spiel erstellen, Spielergruppen verwalten und über das USB-Headset mit anderen Online-Spielern sprechen.
Gewohnt gute technische Umsetzung
Ratchet: Gladiator
Soundtechnisch kann "Ratchet: Gladiator" locker mit den Vorgängertiteln mithalten. Auch die Grafik ist wieder sehr gut gelungen - lediglich im höchsten Schwierigkeitsgrad kann es an euren Bildschirmen leicht flimmern und ruckeln, wenn nämlich unzählige Gegner euch angreifen und ihr euch mit all euren upgegradeten Waffen zur Wehr setzt. Zu bemängeln ist aber das Leveldesign, das im Vergleich zu den vorigen Ratchet-Spielen weniger originell und abwechslungsreich ausgefallen ist. Insgesamt recht düster, weniger farbenfroh und vor allem relativ klein gehalten, können die einzelnen Planeten einen Fan der Spielserie nicht wirklich begeistern. Die einzelnen Levels sind zwar mit sehr passenden flotten elektrischen Klängen untermalt, so dass die Musik auch diesmal hervorragend umgesetzt wurde, dennoch reicht sie nicht ganz an die in den Vorgängertiteln heran. Mit Kameraproblemen werdet ihr euch in "Ratchet: Gladiator" kaum herumschlagen müssen, denn ihr könnt neben der klassischen Variante (die Dritte-Person-Ansicht) auch die Egoperspektive oder den Kameramodus "Folgen" auswählen. Besonders löblich erwähnt werden müssen in diesem Zusammenhang die vielen Einstellungen, die ihr im Spiel vornehmen könnt. Neben den zahlreichen Steuerungsoptionen (wie Kamera, Bewegung und Drehgeschwindigkeit) habt ihr auch die Möglichkeit Spieleinstellungen (wie Effekte- und Dialoglautstärke und Breitbild) anzupassen.
