In der konträren Zukunftsvision von Dontnod Entertainment gehört Augmented Reality ebenso zum Alltag wie das Beeinflussen von Erinnerungen. Ein gar schrecklicher Gedanke, dass unsere Aufzeichnungen im Hirn nicht nur digitalisiert gespeichert, sondern auch manipuliert werden können. Damit gehört das Blitzdings-Gerät der Man In Black definitiv der Vergangenheit an. Warum Capcoms Remember Me tatsächlich aber keinen bleibenden Eindruck hinterlässt, wird unser Test klären.
Abseits solch verspielter Ideen und Gedanken entpuppt sich Remember Me als ein reines, waschechtes 3rd-Person-Action Adventure inklusive zahlreichen Auseinandersetzungen mit den Schergen der Technologie-Industrie. Seien es Menschen, die durch Hirnwäsche ihr Selbst verloren haben, seien es Androiden, Nilin verpasst allen eine ordentliche Tracht Prügel. Neben einem futuristischem Schusseisen werden zwei Kombo-Tasten nach vorheriger Konfiguration im so genannten Combo Lab aneinander gereiht und somit ordentlich brennende Backpfeifen verteilt. Interessant ist die Möglichkeit, die einzelnen Tasten mit jeweils ausgelegten Effekten zu belegen, so dass ein Treffer nicht nur Schaden zufügen kann, sondern auch heilt oder eine Spezialleiste für extra Kampffähigkeiten aufbaut. Mittels letzteren werden z. B. EMP-Impulse ausgelöst und die Gegner dadurch geschockt oder diese gar durch Gedankenaustausch soweit manipuliert, dass sie unvermitelt aufeinander los gehen und Neilin außen vor lassen.
Quelle: DSOGaming / http://www.dsogaming.com/news/remember-me-sweetfx-vs-vanilla-comparison/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=remember-me-sweetfx-vs-vanilla-comparison
Remember Me (12)
Es mangelt aber gewaltig an der Dynamik. Die Tasten-Kombos werden viel zu träge umgesetzt, so dass man aufgrund zahlreichem Fußvolk und ewiger Attacken nur kaum acht Hiebe wirklich aneinanderreihen kann – vor allem auf dem normalen oder gar höherem Schwierigkeitsgrad. Es kommt vielmehr auf die ersten 3-4 Attacken an und was diese bewirken sowie gekonnten Ausweichmanövern. Zwar verspricht die Evolution der Feinde immer wieder etwas Abwechslung, da die Gegner dann gegen manche Attacken unverwundbar sind oder nur sichtbar, wenn vorher das Licht eingeschaltet wird, etwas mehr Taktik anstatt der eher spröden und stupiden Prügelei mit dem Kleinvieh kommt aber erst mit den richtig dicken Brocken auf. Manch Bosskampf ist geradezu umwerfend imposant inszeniert und überzeugt vielleicht nicht aus spielerischer Sicht, aber zumindest mit den kinoreifen Szenen. Die bereits bekannte Berg und Talfahrt der Story und des Gameplays spiegelt sich aber auch in solchen Kämpfen wieder. Einige begeistern ungemein und lassen uns staunen, bisweilen können diese Auseinandersetzungen aber auch nur ein müdes Gähnen hervorrufen.
Bei all diesen Mängeln fällt es kaum mehr ins Gewicht, dass die Tonspuren sehr komisch und unterschiedlich abgemischt wurden und Sprache mal laut, dann wieder leise aus den Boxen dröhnt. Aus technischer Sicht sind auch einige Bugs aufgefallen. Hin und wieder Flackern Texturen, bei Kameraschwenks ist deutlich das aufpoppen von Oberflächen erkennbar und weitere Grafikfehler trüben zusammen mit den Soundproblemen und der durchwachsenen Sprachausgabe den audiovisuellen Eindruck.
