Reines Game-Recycling in Raccoon City oder vielleicht doch ein bisschen mehr als das?
links, nein rechts, nein oben...
Resident Evil: The Darkside Chronicles
Das Spielprinzip eines Lightgun-Shooters ist schnell erklärt. Man sieht das Geschehen aus der Ego-Perspektive und muss mit einer Pistole (oder der Wii-Remote) auf den Bildschirm zielen. Dadurch steuert man ein kleines Fadenkreuz, das möglichst auf die Köpfe der Gegner dirigiert werden sollte, um schließlich den Abzug zu drücken und die Untoten zurück ins Grab zu befördern. Prinzipiell funktioniert das auch richtig gut, sowohl mit Wii-Remote als auch mit einer Lightgun (wobei es mit der deutlich mehr Spaß macht). Das Problem bei "Resident Evil: The Darkside Chronicles" ist allerdings die extrem unruhige Kamera. Wir kennen solche "Shaky-Cams" aus Filmen wie etwa "Blair Witch Project" und um eine realistische und authentische Stimmung zu erzeugen, ist das ein wunderbares Feature. Anders als bei vielen Lightgun-Shooter hat man nämlich nie das Gefühl, dass Leon oder Claire "wie auf Schienen" durch die Locations geschoben werden. Einmal springen sie über einen Container, ein anderes Mal rennen sie hektisch vor den Zombiemassen davon, dann gehen sie in Deckung, weichen aus, schauen sich um, fallen hin und vieles mehr. Die Kamera ist ständig in Bewegung. So würde es wohl tatsächlich aussehen, wenn man aus den Augen der Hauptcharaktere blicken könnte. Das Problem dabei ist nur, dass ein echter Mensch auch genau weiß, wann er zum Sprung ansetzt oder wann er den Kopf dreht. In der virtuellen Welt ist das nicht der Fall. Urplötzlich schwenkt die Kamera von einem Punkt zum anderen. An sich ist daran nichts einzuwenden, da es die Panik und Hektik bestens widerspiegelt, aber für das Zielen ist es äußerst ungeschickt. Man hat gerade einen Zombiekopf anvisiert und möchte diesen von den Schultern ballern und schon schaut Leon oder Claire in eine andere Richtung und der Schuss geht ins Leere. Das macht die Sache zwar schwerer, aber im Grunde genommen auch spannender. Es ist manchmal ärgerlich und mühsam, aber eigentlich finden wir diese "authentische Kamera" sehr gelungen.
Multitasking
Resident Evil: The Darkside Chronicles
Für zusätzlichen Stress sorgen außerdem noch die ganzen Items, die man einsammeln kann. Liegt etwa ein Heilkraut auf dem Boden, so wird einem die Taste angezeigt (bei Wii-Remote-Steuerung ist es "A"), die man drücken muss, um den Gegenstand aufzuheben. Allzu leicht verschläft man diesen Augenblick aber auch mal. Außerdem sollte man sich noch um seine Umgebung kümmern, denn wer fleißig auf Bilder, Kisten oder andere Dinge ballert, der erhält ab und zu ein bisschen Kohle. Diese kann später genutzt werden um die Waffen aufzurüsten. Wer das exzessiv betreibt, der bekommt den Finger das ganze Spiel über nicht mehr vom Abzug, da es immer irgendwelche Dinge zum Abschießen gibt. Auf diese Weise kann man das Spiel und die Story aber leider nicht richtig genießen. Hier hätte man sich einen anderen Weg einfallen lassen müssen, denn zu Multitasking sind schließlich nur die Frauen fähig, die dann vermutlich noch nebenher bügeln oder kochen würden, während sie die Zombies platt machen.
Wer zu wenig Geld zum Aufrüsten sammelt, der hat eindeutig Nachteile. Mit einer verbesserten Feuerkraft, schnellerem Nachladen oder mehr Munition im Magazin wird einem das (Über)Leben enorm erleichtert. Neben den obligatorischen Waffen, wie die Pistole (mit unendlich Munition), das Gewehr oder das Maschinengewehr, gibt es auch ein paar besonders spannende Geschütze. Es lohnt sich also immer die Augen offen zu halten und möglichst jede Waffe einzusammeln.
Grafik und Steuerung
Resident Evil: The Darkside Chronicles
In Sachen Grafik sind Lightgun-Shooter oftmals eher das Mittelmaß. "Resident Evil: The Darkside Chronicles" ist zwar auch keine Offenbarung für die Sinne, aber insgesamt sieht es ganz gut aus. Die Zombies können natürlich nicht mit ihren furchteinflößenden Geschwistern aus "Resident Evil 5" mithalten, denn wer einem der "neuren Zombies" bereits in HD in die mutierte Fratze blicken durfte, der wird sich an den wankenden Untoten auf der Wii nicht mehr sonderlich erschrecken. Das liegt aber sicher auch daran, dass man in den Flashbacks darauf geachtet hat, dass die originalen Zombies von damals enthalten sind (natürlich optisch angepasst). Mit den drückenden Hintergrundmelodien wird eine dichte Atmosphäre erzeugt. Steuern lässt sich das ganze auch sehr gut, da man die Waffen bequem per Stick oder Digipad auswählen kann. Nachgeladen wird durch Schütteln des Nunchuk oder der Wii-Remote. Nur die Kamera macht es einem ab und an sehr schwer, genau das zu treffen, was man auch beabsichtigt hat. Doch dafür kann man sich Verstärkung ins Boot holen und mit einem zweiten Spieler auf Zombiejagd gehen. Dann macht es gleich noch mehr Spaß.
