Resogun für Playstation 4 im Test: Die größte Überraschung für Sonys Next-Gen-Konsole

Test Sandro Odak

Ein Download-Shoot'em-Up ist überraschenderweise einer der besten Titel für Sonys Playstation 4. Grafik und Soundtrack sind perfekt, das Gameplay herausfordernd wie alte Spielhallen-Klassiker. Die Macher von Superdust liefern erneut ein süchtigmachendes Highlight ab - nur der Koop-Modus ist ein Schlag ins Gesicht.

Wie das auf Xbox Live verlangt Sony nun auch im Playstation Network Kohle von Spielern, die online im Multiplayer spielen wollen. Eine Playstation-Plus-Mitgliedschaft muss her, sie verschafft euch auch ein wenig Online-Speicher. Der Clou: Wer Playstation Plus besitzt, bekommt jeden Monat Spiele geschenkt. Meist sind das kleinere PSN-Titel, zu Zeiten der Playstation 3 waren es aber auch schon ausgewachsene AAA-Titel wie Uncharted 3, Dragon's Dogma und XCOM: Enemy Unknown. Zum Start der Playstation 4 stehen zwei kostenlose Titel bereit: Der Rätsel-Plattformer Contrast und der Bullethell-Shooter Resogun. Normal kostet der Sidescroller 14,99€ - die Investition in Playstation Plus hat sich also schon mal für drei Monate amortisiert. Resogun haben lohnt sich wirklich: Das 480 MB kleine Spiel ist einer der besten Launch-Titel der Playstation 4 und übertrifft Gurken wie Knack um Längen!
Zurück zu den Wurzeln

Resogun für Playstation 4 im Test (3) Quelle: PC Games Resogun für Playstation 4 im Test (3) Wenn die Leute früher von Shootern erzählten, sprachen sie von zur Seite oder nach oben scrollenden 2D-Welten. Die Ego-Perspektive war noch nicht erfunden, die Spielfläche auf mehreren Ebenen sorgte sogar für noch mehr Nervenkitzel. Wenn wir heute an Shooter denken, dann sehen wir topmodellierte 3D-Welten vor dem inneren Auge. Wir sehen Ego-Perspektive, wenig Herausforderung und eine Haudrauf-Geschichte wie in Call of Duty oder Killzone. Dass es anders geht, beweist das Studio Housemarque. Mit Resogun rufen die Finnen einem ins Gedächtnis zurück, wo Gaming herkommt und wie ein herausforderndes Gameplay noch immer Spaß machen kann, ganz ohne Story, Texturen und all den Grafikirrsinn. Auf Schnörkel verzichtet Resogun komplett. Drei Raumgleiter, eine postmoderne angedeutete Stadt im Hintergrund, fünf Levels, zehn eingesperrte Menschen – das ist das Setting. Die zehn letzten Menschen der Stadt muss man evakuieren, indem man sie aus ihrem Glaskasten befreit und wegfliegt. Gleichzeitig greift eine Armee abstrakter Roboter an. Dann heißt es: Losballern und die Sticks nicht mehr loslassen.

Die Steuerung fällt genretypisch eher minimal aus. Mit dem linken Stick steuert man seinen Raumgleiter, mit dem rechten schießt man einen unendlichen Schwall an Laserstrahlen und Raketen entweder nach links oder rechts. Zuschaltbare Bomben, Überladungen und ein Boost liegt auf den Schultertasten. Mehr Funktionen bietet Resogun nicht, macht aber durchaus Freude. Wenn der Bildschirm voll ist mit Feinden, Lasern und Explosionen, muss man seinen Weg durch dieses explosive Grafikfeuerwerk finden. Das ist nicht immer leicht und daraus zieht Resogun seinen Wiederspielwert. Mit der Zeit wird das Shoot'em Up immer schwieriger und komplizierter, die Jagd nach dem Highscore fordert immer heftiger heraus. Das ist genial einfach!

Abgerundet wird der Spaß von einem tollen elektronischen Soundtrack. Die trancige Musik passt perfekt zur abstrakten, sehr modernen Grafik und auch zum Setting. Sprachausgaben, etwa die Aufforderung "Save the last humans!" kommt sogar aus dem besonders blechern klingenden Mono-Lautsprecher im Dualshock-4-Controller. Das sorgt für die richtige Apokalypsen-Atmosphäre.

Online-Koop zum Schreien

Resogun für Playstation 4 im Test (7) Quelle: Sony Resogun für Playstation 4 im Test (7) So genial Resogun im Singleplayer ist, so dürftig ist der Online-Koop. Bei der Highscore-Jagd mit Freunden spielt man zwar zu zweit auf einer Karte, von zusammen kann jedoch keine Rede sein. Jeder Spieler ballert für sein eigenes Highscore-Konto, man klaut sich sogar die Überlebenden, deren Boni nur für beide Spieler zusammengezählt werden, wenn man den Level komplett beendet. Doof: Man sieht die ganze Zeit nur sein eigenes Ergebnis. Wenn schon kein Gemeinsamkeitsgefühl aufkommt, dann hätte ich mir wenigstens Wettbewerb gewünscht. Aber auch den bietet Resogun nicht.

Technische Probleme machen den Koop-Modus besonders unbeliebt. Während man alleine noch mit flüssigen 60 Frames pro Sekunde zockt, liefert der Multiplayer ständige Framedrops und heftiges Ruckeln. Insgesamt ist er eine Enttäuschung.

Resogun für Playstation 4 im Test (1) Quelle: PC Games Resogun für Playstation 4 im Test (1) Der überraschendste Playstation-4-Titel

Sicherlich sieht Killzone überragend aus. Assassin's Creed und Battlefield realistisch. Aber Resogun mit seinen minimalistischen Hintergründen, imposanten Explosionen und Voxel-Brocken, die umherfliegen, sind für mich das wahre Highlight zum Start der Playstation 4. Kein anderes Spiel hat mich optisch so überrascht, wie Resogun. Irgendwann finde ich mich mitten in einem leuchtenden, pulsierenden Chaos auf dem Schirm gar nicht mehr wieder und erahne nur noch, wo mein Flieger gerade entlanggleitet. Das stört aber nicht – es sieht einfach nur genial aus!

Meinung

Wertung zu Resogun (PS4)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
tolle, abstrakte Grafikwunderschöne, knallige Effektetranciger, knalliger Soundtrackeasy to learn, hard to masterherausfordernde Highscores
nur drei Raumgleiter und fünf Levelstotal überflüssiger, ruckelnder Koop-Modusmit 14,99€ für PS+ Nicht-Mitglieder relativ teuer
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