Ridge Racer 2 im Gamezone-Test

Test Denis Brown

Das neue Ridge Racer für die PSP hat die "2" im Titel nicht verdient, ehrlicher wäre es den Titel als Expansion-Pack anzupreisen.

Ruckel-di-Flacker

Beinharte Ridge Racer Fans mögen jetzt mit der Schulter zucken und trotzdem im Oktober ins Kaufhaus stürzen wollen, schließlich gibt es neun... ääh drei neue alte Kurse, die nun in etwas modernerer PSP Grafik erstrahlen und auf neue Bestzeiten warten. Doch auch diesen Ridge Racer Fans sei vom Kauf abgeraten, denn der schlimmste Aspekt des Spiels wurde noch gar nicht angesprochen: Die Technik.

Ridge Racer 2 Ridge Racer 2 An der Ingame-Grafik hat sich, wie schon erwähnt, nur wenig getan. Hier mal eine verbesserte Textur, da mal ein Baum, der zuvor noch nicht an diesem Fleck stand. Diese kleinen Maßnahmen sind unauffällig, helfen aber dabei, die Umwelt geringfügig dichter erscheinen zu lassen. Ein wenig auffälliger sind da schon eher die schärferen Texturen, die einige Rennboliden schmücken. Diese grafische Aufbesserung hat aber relativ wenig Sinn, da Ridge Racer schon immer darauf ausgelegt war, aus der "First Person" Perspektive gespielt zu werden, was auch der Grund für die etwas steife Kameraführung der "Third Person" Kamera ist. Ridge Racer ist ein sehr driftlastiges und eher unrealistisches Rennspiel, dass viel Driftgefühl und feines Abstufen des Driftwinkels verlangt, daher spielt es sich in der Innenperspektive einfach besser. In dieser Perspektive sieht man aber nichts vom eigenen Auto, und so sind die scharfen neuen Texturen nur relativ wenig wert. Allerdings wirken sich die kleinen Detailverbesserungen stark auf die Rechenpower der PSP aus. Sobald drei oder mehr gegnerische Autos in Sicht sind, fällt die Framerate dramatisch, was sich in kurzen aber heftigen Rucklern äußert, die so lange anhalten, bis einer der Gegner aus dem Sichtfeld verschwindet. Dies trübt natürlich den grafischen Genuss und behindert teilweise auch den Spielfluss, da man in diesen Situationen zum Beispiel nicht so genau driften kann. Richtig schlimm wird es zeitweise jedoch auf den Oval-Strecken, da sich hier manchmal sechs oder sieben Autos im Blickfeld befinden und die Hardware der PSP mächtig in die Knie zwingen. Zudem leidet die Grafik unter kleinen Pop-Ups. Sowohl im Hintergrund, als auch in der direkten Streckenumgebung, flackern manche Objekte kurzzeitig oder tauchen zu spät auf, was aber im hektischen Renngeschehen oft nicht auffällt. Nach wie vor ist der grafische Eindruck von Ridge Racer dank schöner Effekte und abwechslungsreicher Strecken sehr überzeugend und so gehört eigentlich auch Ridge Racer 2 rein optisch zu den PSP Perlen - wenn bloß diese Ruckler nicht wären, die vor allem bei den neuen Strecken aus Ridge Racer type 4 auffallen und auch bei den Replays bemerkbar sind. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Verkaufsversion noch einmal überarbeitet wurde, damit wenigstens die Ruckler verschwinden, allerdings sollte man sich nicht darauf verlassen.

Ridge Racer 2 Ridge Racer 2 Zu allem Übel gibt es leider noch ein paar weitere Macken, die den Spielspaß dämmen und die Gamezone-Wertung drastisch nach unten ziehen. So befindet sich zum Beispiel ein recht auffälliger Bug in der Steuerung, die manchmal aus unerklärlichen Gründen einfach ausfällt - in etwa so, als ob mal die "Hold" Taste eingerastet hätte. Wenn diese Störung auftritt, funktioniert keine Taste der PSP mehr, nicht einmal die Home Taste. Die einzige Lösung für das Problem ist, die PSP kurz auf Standby zu schalten. Schaltet man die PSP danach wieder an, funktioniert die Steuerung wieder einwandfrei. Trotzdem ist dieser Bug nicht zu tolerieren und verstärkt das Gefühl, dass Ridge Racer 2 nicht termingerecht fertig geworden ist. Der übliche Namco Qualitätsstandard wird bei diesem Titel jedenfalls nicht erreicht, und das lässt so manchen erfahrenen Spieler erstmal stutzig werden.

Meinung

Wertung zu Ridge Racer 2 (PSP)

Wertung:

7.4 /10
Pro & Contra
Noch immer ein flotter Arcade-Racer mit schöner Grafikviele Strecken und Autosw-lan Modus (lokal) für bis zu 8 Spieler
Audiovisuell fast eine 1 zu 1 Kopie des Vorgängerskeine neuen Spielemente oder wirklich brauchbare neue Spielmodi (z.B. Online Modus)technisch unausgereiftbei 3 Gegnerautos oder mehr auf dem Screen geht die Framerate in die Kniemiserable künstliche Intelligenz der CPU-Gegnernur eine Hand voll neuer Strecken
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