Risen im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Spielerisch ist Risen auf der Konsole genauso erhaben wie am PC. Doch Technik und Grafik hat man irgendwie verhauen.

Screenshot vom PC! Screenshot vom PC! Sehr schön ist auch, dass man oftmals mit Köpfchen an die Aufgaben herangehen sollte. Für eine Prüfung in der Rekrutenschule der Inquisition gilt es zum Beispiel zahlreiche Spruchrollen in ihrer Theorie auswendig zu lernen. Das Wissen dazu findet ihr in den Wälzern der Bibliothek oder aber erlangt dieses durch den Erfahrungsaustausch mit den anderen Novizen. Diese werden ihr Wissen aber nicht ohne einen entsprechenden Gefallen Preis geben und fordern ebenfalls Zutaten ihnen unbekannter Rollen bzw. andere Gefälligkeiten. Bis die Prüfung beim Meister tatsächlich abgelegt werden kann, vergehen unzählige weitere Miniquests, deren Herangehen völlig euch überlassen wird. Woanders gilt es alle Banditen ausfindig zu machen, die bestimmte Ware geklaut haben. Nachdem die Liste komplett ist, müsst ihr die gestohlenen Artefakte zurück bekommen - koste es was es wolle! Freundliche Naturen bieten ihr mühsam erarbeitetes Gold für die glitzernden Schalen und Rüstungen, raubeinige Helden verteilen stattdessen lieber Prügel. Wie die Quest gelöst wird, ist eure Sachen, beeinflusst letztendlich aber auch eurer Heldendasein. Genauso die Übergabe der wertvollen Gegenstände. Denn ihr könnt trotz allem die zurückgewonnenen Artefakte wiederum den Banditen zukommen lassen und euch dabei gegen die Inquisition stellen - selbst dann, wenn ihr selber zu den Glaubensbrüdern gehört!

Screenshot vom PC! Screenshot vom PC! Um den Spieler hundertprozentig in das mittelalterliche Setting versetzen zu können - trotz Fantasy-Charakters bleiben uns dieses Mal Elfen, Zwerge und ähnliches erspart - und echtes Rollenspielerlebnis zu bieten, könnt ihr auch über eure Verpflichtungen hinaus ein anständiges Leben führen. Zum Beispiel eine Baracke in der Hafenstadt erwerben oder einen Abend mal locker beim Sumpfgras-Kiffen ausklingen lassen - verwackelter Blick und Charakter-Rausch inklusive. Wer dann noch kann, darf sich auch gerne im stadteigenen Amüsierbetrieb mit einigen ebenso hübschen wie leicht bekleideten Damen unterhalten. Nur wenn es zu mehr, als nur seichte Unterhaltung kommt, wird das Bild unweigerlich ausgeblendet - den Rest müssen wir uns also denken!

Das Kampf- und Charaktersystem

Screenshot vom PC! Screenshot vom PC! Neben dem abwechslungsreichen Missionsablauf steht Risen aber auch für ein ausgewogenes Kampfsystem und will weg vom ewigen Hack&Slash-Gekloppe. Stattdessen müssen Kämpfe genau getimet werden und so im Rhythmus ablaufen - wer nur nervös auf die Tasten haut, hat in den höheren Stufen schon fast verloren. Wer klüger vorgeht, kann den Monstrositäten, die auf der Insel umherwandern, aber nicht nur frontal angreifen, sondern auch geschickt in Hinterhalte locken und alle Möglichen Hindernisse als Deckung gebrauchen. Auch ein nächtlicher Überfall ist äußerst praktisch. Optisch wird es auf dem Bildschirm zwar dunkel wie in einer unausgeleuchteten Höhle, doch schlafen die meisten Kreaturen zu dieser Zeit und können völlig überrascht und widerstandslos mit nur wenigen Hieben überwältigt werden. Der Krach wird aber weitere Feinde, die sich vielleicht in einem Rudel nieder gelassen haben, aufschrecken und euch auf den Hals hetzten.

Screenshot vom PC! Screenshot vom PC! Auffällig vor allem auch für Nahkämpfer ist die relativ defensive Kampfeinstellung. Die Grundhaltung eines jeden Kriegers sollte immer die blockende Position sein, möglichst mit einem Schild direkt vor die Brust gepresst. Damit umtänzelt man die feindlich gesinnten Kreaturen und Ausgeburten der Hölle und wartet auf günstige Angriffsmomente. Manche Attacken der Gegner können nicht geblockt werden und sobald sich ein ganzes Rudel an Viechern auf euch stürzt, ist die Flucht abgesehen von den Möglichkeiten eines Magiers die beste Wahl. Denn der namenlose Held kann sich nur gegen einen Gegner zur Wehr setzen und hat bei mehreren wahrlich Mühen, was den Kampf ungemein erschwert. Je nach Art und Können an einer Waffengattung unterscheiden sich die Kämpfe auch gewaltig. Wer als Anfänger beispielsweise zum Bogen greift, wird Probleme haben, die Sehne zu spannen und schnell ins Zittern kommen, zielsicher schießen ist so bald nicht möglich. Nur wer die Fertigkeit häufig verwendet und seine Fähigkeiten verbessert, kann auch ein Meisterschütze werden.

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