Road Trip Adventure im Gamezone-Test

Test Sidwick

Die Penny Racers sind zurück

Das hierzulande über den Budget-Vertrieb Play It! erschienene "Road Trip Adventure" ist der neueste Ableger der in Japan überaus beleibten "Choro Q"-Reihe, in westlichen Gefilden besser bekannt als "Penny Racers". Während es sich bei den diversen Vorgängern eher um reinrassige Funracer handelte, vermengt Entwicklerstudio Takara bei "RTA" nun Elemente aus Rennspielen, RPGs und Aufbau- sowie Kommunikationsspielen wie "Animal Crossing". Das Ergebnis ist ein überraschend originelles, einzelspielerorientiertes Konzept, dass bei dem Normalspieler für Kopfschütteln, beim Nippon-Fan allerdings für gesteigertes Interesse sorgen dürfte.

In "Road Trip Adventure" sind Autos die Protagonisten: Sie bewohnen Häuser, können sprechen, lieben Spiele und fahren freundschaftliche Rennen gegeneinander. Der Spieler übernimmt die Rolle eines solchen Vehikels und wird im Spielverlauf eine wahrlich riesige Welt frei erforschen. Fast sämtliche enthaltenen Fahrzeuge sind dabei höchst offensichtlich angelehnt an vielen bekannten, internationalen Marken. Das Spiel beginnt in einem kleinen Dorf namens Peach Town; hier erfährt der Spieler einführend auch, dass der Präsident des Landes (natürlich auch ein Auto) einen Wettbewerb ausgeschrieben hat, bei welchem der Sieger die Nachfolge als Präsident antreten darf. Die Bewältigung dieses Turniers, welches sich über drei Rennserien erstreckt, ist dabei das eigentliche Hauptziel des Spiels. Beginnend mit einer C-Lizenz reist der Spieler von Stadt zu Stadt, um in jeder der rund zehn Siedlungen an den örtlichen Rennen teilzunehmen. Die Fortbewegung innerhalb der riesigen Spielwelt ist dabei frei von jedweden Einschränkungen; der Spieler darf die Umgebung völlig eigenständig erkunden, kann mit den vielen, das Land "bewohnenden" Autos kommunizieren und an vielen besonderen Ereignissen teilnehmen. Erst wenn eine neue Stadt erstmalig erreicht wurde, kann man sich angenehmerweise jederzeit wieder per Warp dorthin befördern. Um eine gute Chance in den Turnier-Rennen zu haben, gilt es jedoch zunächst, gegen Geld neue Teile für seinen Boliden zu erwerben. Bares lässt sich dabei nicht nur in den Rennen selbst ergattern, sondern vor allem auch in den vielen verschiedenen Aufgaben, auf welche man während der Erforschung des Landes trifft. Dazu gehören Minispiele wie Auto-Fussball oder Auto-Curling, die Suche nach bestimmten Gegenständen oder auch spezielle Renn-Events wie Dragster-Rennen und Highway-Duelle. In einem über das Pausemenü aufrufbaren Tagebuch werden alle Erfolge verzeichnet und Hinweise auf ungelöste Aufgabenstellungen gegeben.

Hat man erst einmal die ersten Rennerfolge für sich verbucht und die Welt ein wenig erkundet, wird schon bald ein weiteres zentrales Spielelement eingeführt. Angefangen mit einer kleinen Garage erhält der Spieler die Möglichkeit, seine eigene Stadt zu errichten und fortlaufend sinnvoll zu vergrößern. Dies geschieht im Allgemeinen mittels Eigenwerbung, in dem man andere Autos anspricht, um sie für das eigene Stadtprojekt zu gewinnen. Bekundet ein Fahrzeug Interesse an einem Umzug, wird es sich auf den Weg in die wachsende Stadt des Spielers machen und dort sein Haus errichten. Bei vielen der so neu entstehenden Bauten handelt es sich um gemeinnützige Einrichtungen wie einem Ersatzteilshop, einer Feuerwehr oder einem Kino, welche der Spieler allesamt gegebenenfalls selbst für seine Zwecke nutzen kann. Ferner wird das Innere der eigenen Garage ebenfalls immer weiter entwickelt. So lässt sich diese beispielsweise mit mitgebrachten Artefakten dekorieren oder mit einer neuen Tapete einkleiden. In der Garage ruft der Spieler auch die regelmäßig eingehenden Emails von Fans oder Rivalen ab.

Es gibt viel zu tun in der Welt von "Road Trip Adventure": Neben den Hauptzielen des Spiels warten vielerlei kleinere Aufgaben auf den Spieler. So müssen unter anderem hundert Fotos in den um den Globus verstreuten Fotoshops gemacht werden und weitere hundert, teilweise sehr schwer auffindbare Münzen geborgen werden. Insgesamt sollte jeder Spieler mindestens 20-25 Stunden mit diesem Titel beschäftigt sein, um auch nur ansatzweise alle Geheimnisse lüften zu können. Die Steuerung der kleinen Fahrzeuge gestaltet sich anfangs noch sehr unbequem, mit den entsprechenden im Spiel zu kaufenden Upgrades kann aber diesbezüglich ein wenig Abhilfe geschaffen werden.

So erfreulich das ideenreiche Gameplay auch sein mag, umso ärgerlicher und enttäuschender ist die Technik des Spiels. Die Grafik reicht qualitativ von "akzeptabel" bis "armselig" und kann in den ersten Spielminuten extrem abschreckend wirken. Die unterschiedlichen Landschaften sind furchtbar schlicht und detailarm gestaltet worden, von den seltenen Effekten ganz zu schweigen. Die hin und wieder auftretenden Pop-Ups und Clipping-Fehler geben diesem grafischen Trauerspiel schließlich den Rest. Was immer Entwickler Takara dazu bewogen hat, eine aufgebohrte PsOne-Engine zu verwenden, eine gute Entscheidung war es in keinem Falle. Die klangtechnische Untermalung präsentiert sich aufgrund der dünnen Soundeffekte und der sich ständig wiederholenden Musik als ebenso flachbrüstig.

Meinung

Wertung zu Road Trip Adventure (PS2)

Wertung:

5.8 /10
Pro & Contra
Große Spielwelt mit vielen Aufgabenlange Spieldauer
Grafik und Sound zum Abgewöhnenunbequeme Steuerung

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