Des Polygon-Voyeurs Paradies entpuppt sich als spielerische Pleite. Warum der Vorgänger besser war, lest ihr im Test!
Irgendetwas fehlt hier doch!
Rumble Roses XX
Habt ihr euch nach dem wirklich tollen Intro und den eher wenig intuitiven Menüs endlich auf die Weltkarte verirrt, stehen einige als Icons dargestellte "Modi" zur Auswahl. Beim genaueren Betrachten entpuppen sich diese als schlichte Wahl des Austragungsortes: Prügelt euch in der heißen Sonne einer Steppe, in der gut besuchten Halle, auf einem Hochhausdach oder inmitten der strandenden Wellen an der Küste. Das Ende eines Kampfes, sei es durch Sieg, Niederlage oder Timeout, bringt euch just wieder zurück auf die Landkarte. Wieder steht ihr vor der gleichen Auswahl und könnt somit nur stupide ein weiteres Match austragen. Dies wiederholt sich, bis per Zufall ein Titelkampf auf dem Programm steht. Weder eure Popularität, noch die Anzahl der Siege bestimmen, wann der finale Kampf stattfindet. Zusätzlich wird die Art eines Matches automatisch festgelegt: Meistens bestreitet ihr Einzelduelle, selten kommen Tag-Team oder Handicap Varianten ins Spiel. Dieser sehr planlos ablaufende und ohne roten Faden gestrickte Verlauf storyloser Kämpfe nennt man bei Konami wohl Karrieremodus - ziemlich dürftig und spätestens nach wenigen Stunden verdammt langweilig!
Rumble Roses XX
Wer keine Lust auf zufällig erstellte Kämpfe hat, kann im Showbereich die Regeln selbst festlegen und passend dazu auch noch bis zu drei weitere Freunde in den Ring bitten. Gemeinsam macht die Keilerei deutlich mehr Spaß, obwohl bei zu viel Action die Übersicht schnell verloren geht. Mittlerweile werden die Frauenduelle auch online ausgetragen, so dass der Kumpel nicht unbedingt im selben Zimmer sitzen muss. Eine Rangliste basierend auf der Anzahl der Siege und Niederlagen sorgt für die nötige Motivation, leider bekommen die Recken in diesem Modus keine Erfahrungspunkte oder Geld gutgeschrieben. Die Onlineduelle laufen flüssig ab, nur selten kommt es zu merklichen Einbrüchen der Framerate. Dummerweise müsst ihr die Einlaufsequenz der Schönheiten in voller Länge mit anschauen, abbrechen ist online nämlich nicht möglich. Die Ankünfte der Damen werden zwar mit spektakulär in Szene gesetzten Videos verkündet, nach dem x-ten Mal hat man sich aber selbst an den üppigen Oberweiten, knackigen Hintern und nackten Hautflächen satt gesehen. Abschließend gibt es noch einen Straßenkampf: In der rauen Umgebung spielt sich "Rumble Roses XX" aber eher weniger wie ein Wrestlingspiel, sondern gleicht aufgrund Beinfeger und ähnlichen Aktionen vielmehr einem Tekken oder Street Fighter. Während ansonsten auf eine Lebensenergie verzichtet wird, zeigt hier am oberen Bildschirmrand wie bei einem gewöhnlichen Beat'em'Up eine Leiste den erlittenen Schaden an.
Und was motiviert dann überhaupt noch?
Rumble Roses XX
Tja, das ist wohl die Hauptfrage, woran "Rumble Roses XX" letztendlich auch scheitert! Da die aufgezählten Modi nicht als solche klassifiziert werden können und man in Bezug auf den Vorgänger sogar eine richtige Karriere wie auch Story entfernt hat, bleibt außer simpler und kurzweiliger Prügeleinlagen nicht mehr viel übrig. Nur wer wirklich SEHR VIEL Geduld und den nötigen Drang besitzt, die Mädels in sämtlichen Abendkleidern oder Bikinis zu sehen, kann sich mit Sicherheit weit mehr als 100 Stunden mit diesem Titel beschäftigen. Zählt man zu den Kleidereinkaufsmeilen noch die freischaltbaren Bilder, Extras sowie jede einzelne Demütigung (am Strand könnt ihr vor dem Kampf bestimmten, was die Verliererin zu tun hat und dann genüsslich dabei zusehen) hinzu, ergeben sich fast 4800 Aufgaben und käufliche Items - das erinnert uns doch stark an "DOA Extreme Beachvolleyball", wobei der Sammlerwert wohl deutlich höher ausfällt! Bis auf Liebhaber virtueller Weiblichkeiten wird kaum einer stundenlang Einzelkämpfe durchführen, um so das nötige Kleingeld zusammenzukratzen. Vielleicht reißt man sich noch zusammen, und erarbeitet sich die Erfolge für gewonnene Titelkämpfe, aber selbst hier werden die meisten wohl vor Langeweile aufgeben.
Weibliche Reize, wohin man auch sieht!
Rumble Roses XX
Eines steht aber ganz klar fest, optisch zeigt sich die weibliche Kämpferriege von ihrer Schokoladenseite! Die Mädels locken nicht nur durch ihren Köperbau und der knappen Bekleidung vor allem die männlichen Spieler vor den TV-Bildschirm. Konami und Yuke's entwickelten mit "Rumble Roses XX" ein reizvolles Spiel, welches dank neuer Konsolengeneration noch realistischer und grafisch opulenter über den Bildschirm flimmert. Die Charaktermodelle sind wunderschön ausgearbeitet, wohl proportioniert und ihre dezente Gewandung gefällt durch kleine Details wie Schmuck und Accessoires. Neben spiegelnder Lackbekleidung wirkt auch das wallende Haar sehr gut, jede einzelne Strähne ist sichtbar. Sobald eine Dame die Bühnenfläche betritt und ihre Show zum Besten gibt, sollte man den Controller einfach mal beiseite legen. Die Animationen inklusive wackelnder Oberweite und graziöser Beinbewegung in den Einmarschsequenzen werden oftmals mit pompösen Pyroeffekten und Kameraeinstellungen begleitet. Erfreulich ist übrigens auch, dass jedes Fräulein mit ihrer eigenen Showeinlage auftritt und dazu auch eine eigene Musik aufweisen kann. Wer genau hinhört und sich zur tanzenden Konami-Bevölkerung zählt, erkennt so einige bekannte Songs.
Rumble Roses XX
Die Kämpfe stehen den Einmärschen in nichts nach, denn auch hier überzeugen die grafischen Aspekte. Die meisten Aktionen gehen fließend ineinander über und werden zumeist durch eine gelungene Kameraeinstellung dargestellt - vor allem längere Aktionen profitieren hiervon. Schwungvoll und pompös krachen hier die Leiber aufeinander und bringen den Ring (auch optisch) zum Beben. Bei einigen Griffen könnt ihr die weiblichen Körper zusätzlich durch eine dann frei justierbare Kamera ins rechte Licht rücken. Vom Publikum hätte man aber durchaus mehr erwartet, in einigen Arenen sind die Zuschauerränge ziemlich leer ausgefallen - dennoch wird der Kampf mit fanatischem Geschrei und Buhrufen bestens unterstützt. An die Atmosphäre eines Pay-per-View der WWE kommen die Damen aber bei weitem noch nicht heran! Zu meckern gibt es nur weniges, man könnte einige Clipping-Fehler und selten auftretendes Kantenflimmern oder sich wiederholende Sprachsamples nennen, alles zusammen schmälert dies aber nur geringfügig den reizvollen und tollen Anblick!
