Ruse im Gamezone-Test

Test Andreas Peter

Auf Starcraft 2 folgt direkt der nächste Strategiekracher: R.U.S.E. punktet mit toller Grafik und raffiniertem Finten-Feature.

Ruse Ruse Ein sehr wichtiger Spielbestandteil sind die "Ruses", zu Deutsch Listen, die ihr über Teilen des Spielgeschehens aktivieren dürft. Z.B. könnt Ihr Eure Einheiten mit "Funkstille" kurzzeitig unsichtbar machen, mittels "Spion" die gegnerischen Einheitentypen aufklären oder mit "Dekodierung" der feindlichen Funksprüche die gegnerischen Spielzüge anzeigen lassen. Hier kommt vor allen Dingen gegen menschliche Gegner diebische Freude auf.

Ruse Ruse In einem minimalistisch angelegten Aufbaupart baut man eine kleine Militärbasis auf und produziert seine Gefechtseinheiten wie G.I.s, Panzer oder Flugzeuge. Dann zoomen wir in sekundenschnelle wieder direkt in das Kampfgeschehen und kümmern uns um das Micro-Management unserer Truppen - den gegnerischen Tanks platzieren wir unsere Panzerabwehr in einem geschickten Winkel vor die Nase, und halten unsere eigenen schweren Einheiten von der feindlichen Infanterie fern. Die Einheiten müssen mit einem Rohstoff, in diesem Fall Öl, bezahlt werden, welcher von zu erobernden Versorgungsdepots in kleinen Tanklastern zur Basis bewegt wird - welche auch gleich ein beliebtes taktisches Angriffsziel zum stören des Gegners darstellen.

Ruse Ruse Oft steht man in den Missionen aber auch ohne Basis da, und muss sein Geschick mit einer bestimmten Anzahl von Einheiten zeigen, die klug eingesetzt werden wollen. Gesundheitsbalken über den Einheiten gibt es nicht, Eure Streitkräfte ziehen sich automatisch zurück, wenn sie zu sehr bedrängt werden. Ebenso gibt es keine Verhaltensbefehle für Eure Soldaten, wie z.B. Position halten - wie im echten Krieg lassen sich Eure Männer ungern sinnlos opfern. Sie fallen unter zuviel Druck einfach zurück. Allerdings kann man sie mittels einer speziellen List zeitweise fanatisieren und als Kamikaze-Kämpfer einsetzen.

Ruse Ruse Nach dem durchspielen der Einzelspielerkampagne (ca. 18 Stunden) kann man sich im freien Spiel gegen die KI austoben und dann mit ein wenig Übung über Internet, Xbox live oder das Playstation Network auf die Suche nach bis zu drei (Konsolen) bzw. sieben Mitspielern (PC) gehen um sich gegenseitig auf die Mütze zu geben, was dank ausreichend potentiellen Kontrahenten und offensichtlich ausführlich getesteter Multiplayer-Funktionen auch dauerhaft Freude macht und einige Zeit unterhalten sollte. RUSE wurde vom Pariser Entwickler Eugen Systems (Act of War) programmiert und wird von Ubisoft vertrieben. Die zusätzliche Entwicklungszeit durch die mehrfachen Verschiebungen des Titels im letzten Jahr scheinen vom Entwickler leidlich genutzt worden zu sein: RUSE ist ein fertig entwickeltes, auf Hochglanz poliertes Strategiespiel, dass auf alle drei Zielplattformen PC, Xbox 360 und Playstation 3 sauber angepasst und optimiert wurde.

Ruse Ruse Auf dem PC setzt Ubisoft seit Anfang des Jahres eigentlich auf den berüchtigten Ubilauncher, einer Kopierschutz-Technik, unter Spielern in etwa so beliebt wie ein zufällig gehörtes morgendliches Radiointerview mit Christian Pfeiffer zum Thema Videospiele und Amokläufe (vor dem ersten Kaffee, versteht sich). Erfreulicherweise verzichtet der Publisher bei RUSE auf den Ubilauncher und schickt als DRM-Maßnahme den mittlerweile weit akzeptierten Steam ins Rennen. Nach einer ersten Registrierung kann man das Spiel also auch am PC offline genießen.

Die Umsetzungen auf Playstation 3 und Xbox 360 bringen konsolentypisch keinerlei verdächtige Kopierschutzexperimente mit. Als Käufer von Ruse solltet Ihr Euch allerdings auch hier nach Möglichkeit für eine Festplatteninstallation entscheiden. Ruse läuft einen merklichen Tick flüssiger, wenn es von HDD nachladen kann, und nicht ausschließlich von der Spiele-DVD streamen muss.

Technik und Sound - Was guckt der Ausguck? Was lauscht der Lauschposten?

Ruse Ruse Wie zu erwarten sieht die Iriszoom getaufte Spieleengine auf dem PC am besten aus, stellt diese Plattform unterm heimischen Schreibtisch doch mittlerweile meist die leistungsstärkere Hardware als die Konsolenkollegen im Wohnzimmer. Die Einheiten dürften detailreicher dargestellt werden, allerdings fällt diese kleine Schwäche im allgemeinen Schlachtengetümmel kaum auf. Auf Playstation 3 und Xbox 360 ist die Engine bis an die Grenzen optimiert - im Allgemeinen läuft das Geschehen flüssig, gerade aber wenn die Story im Splitscreen während einer Mission weitererzählt wird, kommt es zu kurzzeitigem Geruckel.

Überall auf dem Bildschirm tobt die Action, untermalt von den passenden Soundeffekten und einem orchestralem Soundtrack. Neben den eigenen Einheiten sind meistens auch eine Menge verbündeter Verbände unterwegs, somit ist dem Auge immer was geboten. Ständig erreichen uns auch Funksprüche, die es zu beachten gilt.

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