Rush for Berlin im Gamezone-Test

Test TheDoDo

Ein grundsolides RTS mit hervorragendem Missionsdesign aber deutlichen Schwächen bei der Gegner KI.

Die Schattenseiten des Krieges

Rush for Berlin Rush for Berlin Technisch gibt "Rush for Berlin" eine recht gute Vorstellung ab, die aber leider nicht zum Besten gehört, was derzeit möglich ist. Die 3D-Optik erinnert stark an "Panzers", was daran liegt, dass dieselbe "Gepard-Engine" zum Einsatz kommt. Die Engine sorgt für schöne aber leider auch eher weniger wuchtige Partikeleffekte, die Animationen der Einheiten erscheinen recht glaubhaft, Gartenzäune und Strommasten lassen sich zerstören, wenn sie unter die Ketten der Panzer geraten und sollte mal ein schweres Fahrzeug sich auf die Oberfläche eines tief gefrorenen Sees wagen, bricht dieser im Eis ein und bleibt stecken. Außerdem ist das Spiel filmreif inszeniert, ohne aber eine durchgehende Story zu erzählen. Ihr seht, wie die Amipanzer durch den Schnee der Ardennen scheppern, die Deutschen auf ihrem Rückzug alles für die Sprengung bereit machen oder die Russen die Bahnlinie nach Leningrad wieder in Betrieb nehmen. Die gerenderten Filme kommen regelmäßig vor jede Missionen, um diese ein wenig zu erklären.

Rush for Berlin Rush for Berlin Und dennoch ist "Rush for Berlin" nicht der Oberkracher in Sachen Strategiespiele, den viele erwartet haben. Feindliche Einheiten bewegen sich eigentlich nur nach Skript, daher kann von einer KI im eigentlichen Sinne keine Rede sein. Aufgrund dieser Tatsache laufen die Schlachten immer ähnlich ab. Ihr erkundet die Karten und vernichtet die computergesteuerten Feinde, die sich euch in den Weg stellen. Die Feinde kommen immer in fein dosierten Häppchen, die euch nicht allzu sehr in Bedrängnis bringen - vorausgesetzt ihr haltet euch an das, was sich die Macher ausgedacht haben. Die eigenen Einheiten sind aber immerhin schnell Kampfbereit und attackieren den feindlichen Schergen auf Mausdruck - das mit dem Laufen auf Befehl müssen sie aber erst noch lernen.

Rush for Berlin Rush for Berlin Die Karten sind recht groß ausgefallen, von daher ist Vorsicht geboten! Unterlaufen euch einige Fehler, verrennt ihr euch total und werdet von Heckenschützen niedergerungen. Das ist immer dann der Fall, wenn ihr auf Veteranen des Feindes trefft, welche zusätzlich noch mobile Lazarette und somit Sanitäter für eine schnelle heilende Hand dabei haben und damit euch überlegen sind. Vorteile dagegen bringt die naturgegebenen Umgebungen mit sind, da ihr euch z. B. in Wäldern verstecken könnt und somit "unsichtbar" für den Feind seid. Auf die Kerntruppe müsst ihr aber stets acht geben, wird diese vom herannahenden Gegner überwältigt, ist der Kampf verloren und Laden eines alten Spielstandes ist angesagt. Es empfiehlt sich ohnehin, auch kleinste Fortschritte sofort abzuspeichern, da sich so der Frust bei Fehlschlägen in Grenzen hält.

Rush for Berlin Rush for Berlin Des Weiteren scheint die genaue Feinabstimmung zwischen taktisch anspruchsvollen Missionen und dem ständig wachsenden Zeitruch fehlgeschlagen zu sein. Das Spiel wird Opfer seines eigenen Konzepts. Statt euch sorgfältig zu Recht gelegte Missionen spielen zu lassen, artet das Geschehen auf dem Bildschirm aufgrund der deutlich zu hohen Spielgeschwindigkeit schnell in Chaos aus und entzieht einem dabei ungewollt die Kontrolle über das Geschehen. Anstelle von überlegtem agieren, reagiert ihr die meiste Zeit nur noch stumpfsinnig und seid sichtlich bemüht, den Überblick über das Durcheinander zu wahren. Erschwerend kommt hinzu, dass die Einheiten nicht in der Lage sind, den optimalen Weg zu finden. Selbst in der hektischsten Konfrontation mit dem Feind müsst ihr immer ein Auge auf die eigenen Truppenbewegungen haben und im Extremfall die einzelnen Einheiten per Hand an den Ort des Geschehens lenken. So was sollte einfach nicht sein! Als Feldherr möchte man sich schließlich mit dem großen Ganzen beschäftigen und nicht mit den nervigen Kleinarbeiten. Zum Glück gibt es die Möglichkeit eine Pause im Spiel einzulegen, um von dort aus weitere Befehle zu erteilen. Das macht das Handling zwar was einfacher, übersichtlicher wird es dadurch aber nicht.

Rush for Berlin Rush for Berlin Die verwendete Engine liefert bis auf einige kleinere Slow-downs eine gute Leistung ab und überzeugt mit toll gestalteten Karten, die durch die Vielzahl an Tälern und Hügeln nicht ausschließlich als starre Spielumgebung dienen, sondern ebenfalls in sämtliche Überlegungen mit einbezogen werden müssen. Geländeerhebungen bieten Schutz vor dem Angriff des Feindes und die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit wirkt sich direkt auf die Fahrgeschwindigkeit der Fahrzeuge aus. Alles in allem überzeugt die Spielumgebung.

Rush for Berlin Rush for Berlin Im Mehrspielermodus könnt ihr im LAN oder Internet gegeneinander kämpfen, was aber trotz zweier ungewöhnlicher Modi wenig Neues bietet. Neben der Direktverbindung gibt es bei GameSpy eine "Rush for Berlin"-Community, wo ihr manchmal Spielpartner findet. Es gibt fünf verschiedene Modi: Deathmatch, Domination, kooperativ gegen den Computer, Punktejagd auf Zeit und einen Modus, bei dem euch zufällig Aufgaben wie einen Punkt halten, Nachschub sichern etc. zugeteilt werden. Hier müsst ihr den Gegner möglichst darüber im Unklaren lassen, was euer Auftrag ist.

Multikulturell

Rush for Berlin Rush for Berlin Die pseudomilitaristische Titelmusik ist bestimmt nicht jedermanns Sache, kommt aber zum Glück auch nur im Hauptmenü vor. Sehr viel Mühe hat man sich bei der Sprachausgabe gemacht. Jede Nation antwortet in ihrer eigenen Sprache, was übrigens auch für die Filme gilt. Dort gibt es aber deutsche Untertitel, die für das nötige Verständnis sorgen. Die Sprecher haben sich sehr viel Mühe gegeben und sogar die deutsche Sprachausgabe braucht sich vor seinen Multikulturellen Kollegen nicht zu verstecken. Auch schön, dass die Fahrzeuge sich eher wie durch ein antiquiertes Funkgerät anhören, wenn sie antworten. Die Geräusche der Schlachten sind durchaus überzeugend und durch die Entfernung wird das Rattern der Panzer sogar noch gedämpft. Die orchestrale Musik kommt in Gefechtssituationen dramatisch daher und verleiht dem Ganzen noch den notwendigen Feinschliff".

Meinung

Wertung zu Rush for Berlin (PC)

Wertung:

7.5 /10
Pro & Contra
vier Kampagnen mit je 25 MissionenEinheiten verbessern sich mit der ZeitOffiziere sorgen für AbwechslungFortschrittsanzeigefilmreife Inszenierungspannende Missionen mit abwechslungsreichen Einsatzzielenalternatives Szenario mit frischen Ideentolle Spielumgebungen
Nervige ZeitlimitsStellenweise sehr schwerStarforce KopierschutzAltbekannte EinheitenProbleme mit der Wegfindungwenig realistische KämpfeBalance etwas unausgewogen
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