Sam and Max: All-Zeit bereit im Gamezone-Test

Test Andreas Keser

Die fünf bekannten Download-Episoden stehen nun endlich auch in deutscher Sprache zur Verfügung.

Dass heutzutage Ego-Shooter und actionlastige Genres in der Branche der Videospiele einen sehr großen Platz einnehmen ist kein Geheimnis. Viele Jugendliche treiben sich gerne auf den Straßen von "Grand Theft Auto" herum oder jagen als Masterchief durch die Welt von "Halo". Dagegen kommen Point & Click Adventures leider nur schwer an. Um ein totes Genre handelt es sich aber trotz allem nicht. Immer wieder sprießen interessante Titel aus dem Boden und überzeugen mit Humor und Charme. Manchmal werden auch alte Klassiker ausgegraben und neu interpretiert oder mit Fortsetzungen beehrt. So auch im Falle von Sam & Max. Das taffe Duo flimmerte schon Anfang der 90er über die Bildschirme. Im Jahre 2006 wurden die beiden dann endlich zurück in die Welt der Videospiele geholt und nun gibt es auch dazu bereits einen weiteren Teil, der fünf Episoden (die PC-Spieler bereits vor einiger Zeit einzeln herunterladen durften) in sich vereint. Eine gelungene Zusammenstellung?

Vom besessenen Santa bis hin zum Teufel höchstpersönlich

Da es sich bei "Sam & Max All-Zeit bereit" um eine Zusammenstellung von fünf einzelnen Episoden handelt, gibt es keine richtige Story, die sich vom Anfang bis zum Ende des Spieles durchzieht. Jede Episode hat ihre eigene kleine Geschichte, aber sie stehen dennoch in gewisser Weise in Zusammenhang. Manchmal nehmen Sam und Max in den Gesprächen nämlich Bezug auf die vorherige Episode oder in ihrem Büro sind plötzlich Gegenstände zu finden, die sie in einer der vorangegangenen Episoden "mitgebracht" haben. Es steht einem zwar zur freien Auswahl, ob man nun mit der 1. oder 5. Episode anfangen möchte, doch es macht auf jeden Fall viel mehr Sinn, wenn man von vorne beginnt und die eigentliche Reihenfolge einhält. Um einen kleinen Eindruck zu erhalten, was einen in den einzelnen Episoden erwartet, möchte ich diese nun kurz anschneiden.

Sam and Max: All-Zeit bereit Sam and Max: All-Zeit bereit Es geht gleich zu Beginn sehr chaotisch los. In "Eisstation Santa" dürfen sich Sam und Max um einen besessenen Weihnachtsmann kümmern und ihn von einem Dämonen befreien. Der fiese Santa schickt allen Kindern bösartige Geschenke, wie beispielsweise einen riesigen Roboter, der alles zerstört und dabei auch noch Schlager singt wie etwa "Im Wagen vor mir" und dergleichen. Beim Besuch am Nordpol treffen die beiden auf die verzweifelten Elfen, die sich ihren guten alten Weihnachtsmann herbei sehen und in Angst und Schrecken leben, da sie der böse Santa mit Waffen bedroht und dazu zwingt die fiesen Geschenke zu versenden. Zu guter Letzt dürft ihr schließlich Exorzismus betreiben und mit vier Spielzeugreitern der Apokalypse und einer Schallplatte endlich wieder für Ordnung sorgen und den Dämon austreiben. Doch damit ist die Sache noch nicht zu Ende...

Die zweite Episode schickt euch an einen ganz anderen Teil der Erde. In "Moai Better Blues" werdet ihr auf ein merkwürdiges Dreieck aufmerksam, das eine eurer Freundinnen verfolgt. Es stellt sich schließlich heraus, dass es sich um ein Bermudadreieck handelt und nachdem eure Freundin darin verschwunden ist, springt ihr kurzerhand ebenfalls hinein. Ihr findet euch auf der Osterinsel wieder und macht Bekanntschaft mit ein paar besorgten sprechenden Steinköpfen. Sie bitten euch darum, den Vulkan am Ausbrechen zu hindern und erzählen euch eine kleine Geschichte dazu. Hund und Hase entschließen sich den armen Steinköpfen zu helfen und so nimmt das Drama seinen Lauf...

Sam and Max: All-Zeit bereit Sam and Max: All-Zeit bereit Die "Nacht der tanzenden Toten" verspricht ebenfalls eine interessante Handlung, da ihr euch mit hirnfressenden Zombies auseinandersetzen müsst. Der Drahtzieher der ganzen Sache ist Jurgen, ein tuntiger Vampir. Er hat ein großes Schloss in Stuttgart, das Sam und Max besuchen müssen, um dem Aufmarsch der Zombies auf den Grund zu gehen. Dabei entdecken sie eine Zombiefabrik und erleben viele verrückte Dinge. Sie tanzen unter anderem zu Techno-Musik oder müssen Zombies aus dem fahrenden Autos mit CDs bewerfen. Da die Handlung in Stuttgart spielt wird sogar im englischen Original hin und wieder Deutsch gesprochen. Thematisch hebt sich diese Episode enorm von der vorherigen ab, denn es geht direkt von der Osterinsel nach Stuttgart zum Vampirschloss.

Auch Episode 4 "Hunde im Weltall" steht thematisch in keinerlei Zusammenhang zu Jurgen und seinen Zombiehorden. Als Anknüpfpunkt kann man allerdings sagen, dass die Untoten und das damit verbundene Chaos in der Stadt, unseren lieben Freund Bosco dazu bewegt haben seinen Laden dicht zu machen und sich zurückzuziehen. Er ist urplötzlich wie vom Erdboden verschwunden und es liegt nun an Sam und Max ihn zu finden. Beim Durchsuchen seines Ladens entdecken sie ein UFO und dann auch Bosco. Doch es gibt da ein kleines Problem - sein Zustand. Er hat die Gestalt eines Tieres angenommen und möchte, dass ihr ihn wieder in seine ursprüngliche Form bringt. Dabei gilt es häufig durch die Zeit zu reisen und viele interessante Menschen zu treffen. Unter anderem auch sich selbst in der Vergangenheit. Die Gespräche die dabei zustande kommen sind teilweise absolut köstlich und man kann sich vor Lachen gar nicht mehr halten. Episode 4 ist, was den Humor betrifft, auf jeden Fall ganz weit vorne und macht einfach nur enorm viel Spaß.

Sam and Max: All-Zeit bereit Sam and Max: All-Zeit bereit "Was geht ab, Beelzebub?" ist die letzte Episode. Sam und Max landen im Vorhof der Hölle, der einer Bahnstation gleicht. Allerdings haben sie kein "Ticket" womit sie dem Teufel einen Besuch abstatten könnten. Da sich die Hölle aber direkt unter der Straße von Sam und Max Büro befindet, klettern die beiden kurzerhand an die Oberfläche und treiben ein solches auf. Als sie schlussendlich in der Hölle ankommen wirkt diese eher wie eine Firma. Die beiden Profiermittler müssen sich dort nun mit gequälten Seelen herumschlagen und nebenbei gibt es noch eine Art Aufstand gegen den Teufel, der als "Chef" abgelöst werden soll. Diese Episode räumt nun mit offenen Fragen auf und liefert Antworten oder sorgt für das ein oder andere "Aha-Erlebnis", da viele Dinge aus den vorangegangenen vier Episoden aufgegriffen oder erläutert werden. Ein gelungener Abschluss!

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