Shadows: Heretic Kingdoms in der Vorschau: Wer ist hier der Puppenspieler?

Special Sandro Odak
Shadows: Heretic Kingdoms in der Vorschau (1)
Quelle: bitComposer

Das isometrische Action-RPG Shadows: Heretic Kingdoms wird nicht gern mit Diablo vergleichen. Der Druck steigt dadurch enorm. Doch optisch erinnert der Kult-Nachfolger an die schmutzigen, düsteren Screenshots, die Blizzard zu Beginn der Diablo-3-Entwicklung zeigte. Wir haben uns Shadows daher genauer angesehen.

Sätze wie "Sieht aus wie Diablo 3 in seinen schmutzigen, düsteren Anfangstagen" sollten Producer Helge Peglow eigentlich glücklich machen. Und irgendwie ist er auch stolz. Trotzdem winkt er ein bisschen ab. Der Vergleich mit dem Action-Hit von Blizzard ist gefährlich. Er weckt Begehrlichkeiten und natürlich ist es schwer, mit so einer Konkurrenz mithalten zu können. Auf den ersten Blick aber schafft Shadows: Heretic Kingdoms das mit Bravour.

Um was geht's?
Shadows: Heretic Kingdoms in der Vorschau (9) Quelle: bitComposer Shadows: Heretic Kingdoms in der Vorschau (9) Rückblende: Am Ende von Kult: Heretic Kingdoms ist ein theokratischer Diktator besiegt, das Godslayer-Schwert ist gefunden. Kult war ein kleiner "Kritiker-Liebling" einige 80er Wertungen konnte das RPG 2005 einsacken, aber ein Verkaufserfolg war es nicht. Nun, knapp neun Jahre nach dem ersten Teil, nimmt sich der deutsche Publisher bitComposer eines Nachfolgers an. Weil die Fans der Marke eben doch noch da sind und sich genau dieses Spiel wünschen.

Shadows: Heretic Kingdoms schließt direkt an den Vorgänger an. Bei einem magischen Ritual beschwört ein mystischer Magier einen Dämon, den Devourer. Er ist fortan der Hauptcharakter des Spiels und handelt nach den Vorgaben des Beschwörers. Wie es sich für einen Dämon und Seelensauger gehört, erledigt der fiese Devourer seine Schmutzwäsche nicht selbst. Stattdessen verschlingt er verblichene Seelen und lässt die für sich kämpfen. Die kämpfen dann in einer Party von maximal drei Soldaten für ihn, sind sozusagen seine Puppen. Sie müssen tun, was er will. Ein Haudrauf mit schwerer Axt hat zum Beispiel überhaupt nichts dagegen, in einer Nebenmission die Leiche einer Frau für den Ehemann wegzuschaffen. Seine Empathie für Mitmenschen ist eh nicht besonders hoch. Die etwas feinfühligere Bogenschützin hingegen würde mürrisch dagegen andiskutieren.

Shadows: Heretic Kingdoms in der Vorschau (12) Quelle: bitComposer Shadows: Heretic Kingdoms in der Vorschau (12) 15 Charaktere gibt es insgesamt in Shadows: Heretic Kingdoms, maximal neun kann man in einem Durchlauf freischalten. Direkt zu Beginn muss man sich etwa entscheiden zwischen einem Krieger, einer Bogenschützin und einem Magier. "Je nachdem welche Charaktere man wählt, verändert sich die Geschichte und der Spielstil", erklärt Producer Peglow. Um alle Aspekte und Wendungen zu sehen, muss man Shadows schon mehrmals durchspielen. Für ein Action-RPG ein Faktor, der den Wiederspielwert enorm hebt. Die Seelen haben auch einen Einfluss auf den Dämon, der mit der Zeit zum schizophrenen Wesen wird. Irgendwann weiß man gar nicht mehr, wer wen steuert: Der Dämon seine gefangenen Seelen? Die Seelen unterbewusst den Dämon? Oder ist es vielleicht doch der magiebegabte Beschwörer, der die Zügel in der Hand hat? Das gilt es in der Kampagne mit rund 80 Quests herauszufinden.

Die Schattenwelt
Neben einem Kampfsystem, das vor allem auf den taktischen Mix der drei Kampfstile Magie, Nahkampf und Fernkampf setzt, beinhaltet Shadows: Heretic Kingdoms ein kleines Rätselelement. Der Spieler wechselt zwischen der Schattenwelt, in der sich nur der Devourer bewegen kann, und der realen Welt hin und her. Manch einem fiesen Gegner kann man so entgehen. Wenn etwa in der Menschenwelt eine Horde Spinnen wartet, wechselt man in die Schattenwelt und durchquert einen völlig leeren Raum. Außerdem gibt es Schalterrätsel und Tore, die man nur als Dämon durchschreiten kann. Wechselt man auf der anderen Seite wieder in die Echtwelt, hat man ein bis dahin unüberwindbares Hindernis hinter sich gebracht.

Was uns gefallen hat?
Shadows: Heretic Kingdoms in der Vorschau (14) Quelle: bitComposer Shadows: Heretic Kingdoms in der Vorschau (14) Der Grafikstil von Shadows: Heretic Kingdoms hat beim Vorschau-Besuch am meisten Eindruck geschunden. Vor allem die Passagen in der Schattenwelt des Devourers sind düster und schmuddelig. Die grünliche Beleuchtung unterstreicht das mystische Setting dieser Momente und erinnert daran, wie Diablo 3 hätte aussehen können, wenn die Macher nicht am Ende ein helleres Szenario gewählt hätten. Die Unterwelt-Levels in einer Höhle wirken in Sachen Beleuchtung besonders intensiv, denn hinter Ecken und Säulen sieht man das Zusammenspiel von Licht und Schatten gut. Die Levels sehen detailreich aus, die Charaktere ikonisch – Shadows: Heretic Kingdoms ist optisch ein rundes Ding!

Aber Shadows bietet auch viel Abwechslung. In großen Städten floriert das Leben, im Wüstengebiet warten fiese Skorpione auf uns und auf Dschungel-Karten geht es deutlich farbenfroher zu. Shadows: Heretic Kingdoms sieht in kaum einem Teil der Kampagne so aus wie vorher. Über 50 Zonen besucht man, kann diese relativ frei erkunden. "Die Heretic Kingdoms sind zwar keine freie Welt, wir schicken den Spieler schon von einem Gebiet ins nächste", erklärt Helge Peglow. "Aber in welcher Reihenfolge und wie man seine Quests darin erledigt, das entscheidet jeder selbst."

Shadows: Heretic Kingdoms soll im vierten Quartal 2014 exklusiv für den PC erscheinen. Ab dem 13. Juni können sich Fans in einer Early Access Version für 39,99€ ins Abenteuer stürzen.

Meinung

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