Sherlock Holmes begibt sich in diesem Adventure auf die Spuren von H.P. Lovecrafts Mythos.
Linearität oder Bewegungsfreiheit
Der heimische Analysetisch
Manche mögen in Spielen die große Bewegungsfreiheit und die Möglichkeit, so ziemlich alle Dinge auszuprobieren. Andere Spieler wiederum sind durch zu große Möglichkeiten manchmal verwirrt, das man quasi völlig ohne Führung und Hinweis fortschreitet, ohne einen etwas eingeschränkteren Aktionsbereich zu haben, der bei der Eingrenzung hilft. Bei Sherlock Holmes 3 wird einem die Fortbewegung an einen anderen Ort auf der Karte verwehrt, wenn dieser Ort nichts mit der Lösung des nächsten Puzzles zu tun hat. Diese restriktive Handhabung wird bei den Freigeistern natürlich auf wenig Gegenliebe stoßen, aber es wird denjenigen gefallen, die dadurch ihre Suche auf die wichtigen Orte beschränken und ihre Gedanken besser fokussieren können. Manche Puzzles und Gegenstände sind erst dann einsetzbar, wenn andere Aufgaben vorher gelöst wurden. Versucht man sein Glück vorher an diesem Gegenstand, so erhält man meist einen negativen Kommentar, der einen meist schon verzweifeln lässt.
Glücklicherweise bringt einen die Logik allein mancherorts darauf, dass eine erstmalige Ablehnung eines Gegenstandes einfach daraus resultieren muss, dass vorher einen andere Aufgabe gelöst werden muss, bevor man sich dem anderen Gegenstand widmet. Durch dieses lineare Vorgehen verzettelt man sich tendenziell weniger, allerdings wirkt es manchmal auch verwirrend, wenn man einen mit Sicherheit wichtigen Gegenstand noch nicht verwenden kann bzw. kein kleiner Hinweis gegeben wird, worauf man sich vorher konzentrieren sollte. Auf diese "Ausprobierer" unter den Spielern hätte man ein wenig mehr eingehen können.
Außenansicht Baker Street 22 1B
So, das genügt eigentlich, nun hat man das Handwerkszeug, sich in dieses Abenteuer zu stürzen. Müßig zu sagen, dass es einen Sherlock Holmes nicht allein in seinem Zuhause hält, sondern er begibt sich auch mal an andere Orte, dabei beschränkt er sich nicht auf die Londoner Baker Street, sondern sucht durchaus auch Schauplätze auf, die im Ausland liegen. Nach einem Besuch im Hafen führt die Spur in die Alpen, wo der Besuch eines Sanatoriums auf dem Plan steht. Aber auch die "Neue Welt" wird bereist, um dann kurz vor Schluss wieder auf der heimischen Insel einzukehren, wo dann das Finale wartet. Dort schließt sich dann der Kreis.
Synchronisation
Bei der komplett eingedeutschten Fassung muss man natürlich auch auf die Qualität der Synchronisation eingehen, da kann man ja unter Umständen einiges verkehrt machen. Aber diese Klippe umschifft man ebenfalls gekonnt. Die Sprecher wirken durch die Bank sehr motiviert und klingen auch glaubwürdig in ihren Rollen. Ok, anfänglich vermisst man ein wenig die Arroganz und Selbstgefälligkeit bei Sherlock Holmes, da hält sich der Sprecher schon ein wenig zurück, aber interessanterweise gewöhnt man sich während des Spiels sehr schnell daran, so dass es nicht negativ auffällt. Man bemerkt es gar nicht mehr, weil die Hauptcharaktere stimmlich recht gut harmonieren. Das Zusammenspiel der Stimmen der Hauptcharaktere funktioniert, die eher brummige Stimme bei Dr. Watson, dem treuen Weggefährten, der immer ein wenig tapsig daherkommt und der geistigen Wendigkeit und dem Tatendrang seines prominenten Partners nur mühsam folgen kann. Als Gegenstück dazu die edle, klare Stimme des Meisterdetektivs, mit der er seine Beweisvorträge hält. Und auch die anderen Stimmen fügen sich in ein gutes Gesamtbild ein.