Shin Megami Tensei: Digital Devil Saga im Gamezone-Test

Test CharLu

Ein RPG mit kühler Umgebung, arroganten Charakteren und einem tollen Monsterdesign.

Shin Megami Tensei: Digital Devil Saga Shin Megami Tensei: Digital Devil Saga Generell habt ihr natürlich die Möglichkeit die Widersacher an Angriffen zu hindern, und zwar dann, wenn ihr heraus gefunden habt, wie sie am Besten um die Ecke zu bringen sind. Dann nämlich erhaltet ihr weitere Chancen für einen gut platzierten Angriff. Dazu gesellt sich dann am Besten ein passender Schutzzauber für die eigene Party und ein Gegenschlag der bösen Seite löst sich ruckzuck auf und ihr seid wieder am Zug. Setzt ihr noch mit einem der zahlreichen Kombi-Angriffe nach - lernt ihr mit aufsteigendem Level inkl. gelernten Mantras immer wieder dazu - hat die Gegnerschaft keine wirkliche Chance. Ihr habt dafür aber ein gutes Punktekonto und immer stärker werdende Kämpfer.

Kombi-Angriffe, dies sei am Rande noch notiert, lassen sich in beiden Wesenzuständen ausführen. In der normalen Gestalt kommen die Schusswaffen zum Einsatz, in Monstergestalt lassen sich körperliche Attacken, manches Mal gepaart mit Magie, ausführen. Walweise können auch reine Magie-Attacken (je nach Gegner) vollführt werden. Landet ihr einen Volltreffer (Weak), lässt sich das ohne Weiteres und vor allem ohne Gegenwehr wiederholen.
Aber auch die Kombination aus normaler Gestalt und Monster innerhalb der Party ist möglich. So kann eine Schuss-Attacke mit ein wenig Magieunterstützung wahre Wunder wirken.

Grau in Grau in Grau in Grau ....

Shin Megami Tensei: Digital Devil Saga Shin Megami Tensei: Digital Devil Saga Die Welten, die ihr zu bereisen habt, sind keine wirkliche Augenweide. Wie der Name Junkyard (Schrottplatz) schon sagt, darf man keine Schönheit erwarten. Vielmehr eintöniges Grau in Grau bestimmt das Bild und lässt so manches Mal die Level überaus gleich ausschauen - auch wenn ihr zwischendrin einen Sektorenwechsel vollzogen habt. Endlos lange Gänge reihen sich aneinander und bieten als Abwechslung maximal zahlreiche Türen, welche nach der Öffnung entweder Räume in gleichem Farbton servieren oder aber den Blick auf weitere graue Gänge freigeben. Welch ein Glück, dass so viele, viele Zufallskämpfe das Bild vermeintlich auflockern, ist doch zumindest eine Attacke oder ein Magieangriff ein wahrer Fabflash fürs Auge. Im Übrigen lernt ihr spätestens im Kellerlabyrinth der Solids in Anahata die immer stets eingeblendete Karte überaus zu schätzen. Ohne diese wären selbst erfahrene Spurensucher hoffnungslos aufgeschmissen - und das nicht erst aufgrund der Tatsache, dass in diesem Verlies andere Regeln (rechts ist links und umgekehrt) gelten.

Shin Megami Tensei: Digital Devil Saga Shin Megami Tensei: Digital Devil Saga Dafür zeigen sich die Charaktere von einer sehr überzeugenden Seite. Eine gekonnte Mischung aus klassischem Zeichentrick gemixt mit Cel-Shading. Abwechslungsreich, unterkühlt, erhaben, so präsentieren sich Serph und seine Kollegen und machen in jeder Situation eine gute Figur. Auch ihre Monster-Egos wissen zu begeistern und bestechen durch die abgedrehte Darstellungsweise. Keine Monster im üblichen Sinne, vielmehr auf Basis total verrückter Kreativität lassen Fans des Ausgefallenen die Herzen höher schlagen. Aber auch die verfeindeten Sektorenmitglieder müssen sich nicht hinter dem Heldentrupp verstecken und die Gegnervielfalt ist absolut über jeden Zweifel erhaben. Eine tolle Darstellung geht mit sauberer Animation einher und macht so jeden Kampf zu einem optischen Vergnügen. Auch Flimmern, Grafikblitzer oder sonstige Unschönheiten sucht man vergebens, so dass der gesamte optische Auftritt zwar sehr unterkühlt daher kommt, dafür aber durch einen sauberen Feinschliff besticht.

Wie gut kannst du Englisch?

Shin Megami Tensei: Digital Devil Saga Shin Megami Tensei: Digital Devil Saga Hatte seinerzeit Ubisoft sich mächtig ins Zeug gelegt und den hiesigen Spielern eine synchronisierte und damit angepasste Fassung des ersten Shin Megami Tensei Teils serviert, vermasselt Atlus seinen eigenen Auftritt. Spieler, die nicht mindestens ein gutes Grundwissen in Sachen Englisch haben, werden sicher bald das Pad in die Ecke legen bzw. sollten am Besten gleich die Finger von dem Spiel lassen. Nicht nur, dass das verwendete Englisch weit über einen Grundkurs der VHS oder den ersten Jahren in der Schule hinausgeht, auch die vielen spezifischen Begriffe sind sogar Englischkönnern manches Mal sprichwörtlich Rätselhaft. Natürlich lässt sich vieles Ableiten und gerne hilft auch mal das Wörterbuch weiter, aber am Ende kann das nicht Sinn der Sache sein und so wird der Spielfluss für den normalsterblichen Zocker schnell zum Spießrutenlauf und hat wenig mit Rollenspielgenuss gemein. Wenn dann auch noch Kämpfe dahingehend scheitern, weil man eigentlich nicht weiß, welcher Angriff gesetzt werden muss bzw. was man überhaupt bei seinem Gegner anwenden muss, stellt sich sehr schnell mehr Frust als Lust ein.

Ein weiterer Frustfaktor sind auch die überdimensional vielen Zufallskämpfe. Es ist ja prinzipiell fein, dass man seine Punktekonten auf diese Art und Weise schnell und effizient erhöhen kann. Wenn allerdings die Kämpfe fast jedes Mal einem Bosskampf gleich kommen, ist das nicht mehr lustig. Und das Lachen vergeht einem auch dann, wenn diese Kämpfe innerhalb von nicht mal zwei Schritten ausgelöst werden. Abgerundet wird diese Ärger auch durch die Tatsache, dass sie die Geschichte damit null offenbart. An einem bestimmten Punkt fällt nämlich die anfangs so viel versprechende Story einfach nur gnadenlos ab, da man außer Kämpfen, Kämpfen, Kämpfen nichts mehr weiter tut. Neue Erfahrungen oder alternative Ziele sind Fehlanzeige. Hier werden lediglich überaus geduldige Naturen noch mit Ruhe dem Ende entgegen gehen.

Shin Megami Tensei: Digital Devil Saga Shin Megami Tensei: Digital Devil Saga Dafür muss sich das Spiel in Sachen Bedienerfreundlichkeit gar nicht mal verstecken. Auch wenn das Portfolio ein wirkliche Masse an Möglichkeiten zulässt, braucht es unterm Strich nur wenige Handgriffe, um die Figur durch die Sektoren und Abschnitte zu geleiten. Auch das Kampfmenü ist über jeden Zweifel erhaben (so fern man eben der englischen Sprache mächtig ist) und bietet viel Freiraum, den selbst Rollenspielneulinge ganz schnell zu schätzen wissen. Egal ob man physische Attacken, Magieangriffe oder einfach nur Items setzen will - die Übersicht geht in keinem Fall verloren. Gleiches gilt auch für das Mantra Menü als auch das immer aufrufbare Statusmenü lässt keine Wünsche offen und informiert übersichtlich und bietet alles, was man auf einen Blick wissen - inkl. der zugehören aufrufbaren Untermenüs.

Meinung

Wertung zu Shin Megami Tensei: Digital Devil Saga (PS2)

Wertung:

7.8 /10
Pro & Contra
abgedrehte Charakteretolles und ausgefallenes Monsterdesigninteressantes und sehr wandelbares Kampfsystemsehr herausfordernde und anspruchsvolle Kämpfegute Menüführungauch für Einsteiger leicht zu erlernen
nur englische Sprache in Wort und SchriftHänger in der Storyimmerzu gleiche Musikbegleitungwenig Levelabwechslung und sehr eintönige Darstellungzu viele Kämpfe
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