Shogun 2: Total War im Gamezone-Test

Test Andreas Peter

Ein toll präsentiertes und dabei ordentlich komplexes Strategiespiel, dass dem Käufer für lange Zeit Unterhaltung bietet.

Shogun 2: Total War Shogun 2: Total War Eine ganze Weile kann man durch geschicktes diplomatisches taktieren gut vorankommen, bis hin zum großen Wendepunkt in jeder Partie: Die Computergegner gelangen dann zur Einsicht, dass der Spieler wohl mehr vorhat, als nur seine Armeen ein klein wenig an den Landesgrenzen Gassi zu führen und tatsächlich Anspruch auf den umkämpften Herrscherthron erheben wird. Dass der amtierende Shogun dagegen etwas einzuwenden hat und sich widersetzen wird, ist klar, aber auch alle anderen Parteien haben sich mit dem Status Quo gut arrangiert und gehen erstmal auf Konfrontationskurs. Plötzlich ist man von Feinden umgeben - wehe dem Strategen, der jetzt keine nennenswert gefüllte Kriegskasse vorweisen kann und ausreichend Nachschub aus seinen Ländereien generiert.

Shogun 2: Total War Shogun 2: Total War Wenn das Spiel in den spektakulären Gefechtsmodus umschaltet und sich die verfeindeten Armeen ineinander verkeilen, präsentiert es sich mit großartig anzusehendem, detailliertem Schlachtengetümmel. Grafisch wunderschön gestaltet prallen die Soldatenreihen aufeinander, vom Spieler mittels Maus und Keyboard selektiv gesteuert. Das bewegen der Einheitenreihen bleibt auch mit Übung recht fummelig, was für Verdruss sorgen kann - eine saubere Aufstellung und geschickt getimte Spielzüge sind nämlich überlebensnotwenig. Die Soldatentypen funktionieren nach einem sauber austariertem Papier-Schere-Stein-Prinzp zu- bzw. gegeneinander, mit der richtigen Taktik und gut gefördertem Nachschub ist eigentlich jede Schlacht zu gewinnen - wenn auch nicht immer auf Anhieb. Trocken analysiert gibt es trotz aller Vielfalt eben "nur" Kavallerie, Infanterie und Fernwaffen, und alle Einheitentypen stehen allen Kriegsgegnern zur Auswahl - eine faire Ausgangsbasis.

Shogun 2: Total War Shogun 2: Total War Besonderen Spaß bereiteten uns die Burgbelagerungen - den Gegner von drei Seiten in die Zange zu nehmen und abzulenken, während ein Ninjakommando hinterrücks die Mauern erklimmt und den Burgturm einnimmt - da kommt Freude auf. Allerdings muss man seine Einheiten erstmal an einem Stück an die Festungsmauern bekommen - der Gegner hat hier einiges an Verteidigungsstrategien bereit, die erstmal geknackt werden wollen. Wer genug vom Mauer-Lauern bei der Schlosseroberung hat, kann sich auch auf Seeschlachten verlegen - auch diese sehen großartig aus. Schiffe können geentert und in die eigene Flotte eingereiht werden.

Shogun 2: Total War Shogun 2: Total War Die künstliche Intelligenz des Spiels hält sich ganz wacker - wenn man davon ausgeht, dass sie ab und an auch von Sake-Missbrauch gezeichnete Vollpfosten von Generälen simuliert, die versuchen, mit zwei mit Mistgabeln bewaffneten Bauernheeren gut gesicherte Burganlagen zu erobern. Oder ihre eigenen Städte bei einem Militär-Betriebsausflug unbewaffnet zurück lassen, die wir sodann mit Freuden aus dem Hinterhalt einnehmen. Auf der anderen Seite überrascht der Computergegner mit cleverem Nachschubverhalten über See oder wagt blitzschnell und unerwartet Ausweichmanöver in der tobenden Schlacht, um uns empfindlich zu treffen. Insgesamt kann man die KI als gut, aber ausbaufähig beschreiben - wobei klar ist, dass die Entwicklung solcher Programmlogik in einem so komplexen Strategiespiel alles andere als ein Zuckerschlecken ist. Unmengen von Variablen spielen eine Rolle, die zu berechnenden möglichen Aktionen der Spieler sind kaum alle vorherzusehen.

Shogun 2: Total War Shogun 2: Total War Stark betont ist die Rolle von Spezialeinheiten, sowohl auf der rundenstrategischen Landkarte, also auch mitten in der tobenden Schlacht. Ins Feindesland gesandte buddhistische Mönche demoralisieren die gegnerischen Truppen durch die Lehre der Gleichmut, verführerische Geishas geben hervorragende Spioninnen ab. Die Armeen werden auf dem Schlachtfeld von Generälen geführt, besonders schützenswerten Führungspersönlichkeiten, die durch ihre Anwesenheit verfrühten Auflösungstendenzen glückloser Truppeneinheiten entgegenwirken - aber auch im Falle eines unplanmäßigen Ablebens während des Kampfes die eigenen Truppen moralisch schwer herunterziehen. So ein früher Heldentod kann z.B. über einen motivierten Samurai im Feldeinsatz herbeigeführt werden. Die Fähigkeiten von Generälen und anderen Spezialkräften dürfen übrigens auch über eigene Talentbäume ausgebaut werden, was wieder ein weiteres Detail des überaus komplexen Gameplays herausstellt.

Shogun 2: Total War Shogun 2: Total War Wer sich genug im Kampagnenmodus ausgetobt hat, freut sich auf spannende Mulitplayergefechte. Wir dürfen uns hierfür einen Avatar basteln, der uns Hobbygeneral in den Onlinegefechten repräsentiert. Die ersten Scharmützel starten wir mit einer Standardauswahl an Einheiten, aus der wir unsere Schlachtreihen zusammenstellen. Durch Kampferfahrung und Eroberungen erhalten wir Zugriff auf weitere Einheitentypen. Soweit wir feststellen konnten, funktioniert das Matchmaking-System recht gut - sowohl was den technisch stabilen Ablauf der Multiplayerpartien als auch die Spielstärke der einander zugewiesenen Möchtegern-Shogune betrifft. Zusätzlich zu freien Gefechten gibt es eine im Netzwerk kooperativ spielbare Kampagne und die Drop-In-Schlachten, die im normalen Kampagnenmodus menschliche Gegner bieten.

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