Shootmania in der Vorschau: Als E-Sport-Shooter nicht zu unterschätzen

Special Sandro Odak

Shootmania Storm ist seit dieser Woche final veröffentlicht worden. Wir haben uns daher den experimentellen Ego-Shooter der Trackmania-Macher genauer angesehen und zusammen mit einem der Entwickler den neuen Spielmodus Shootmania Royal angespielt. Außerdem konnten wir einen Blick auf die neue Singleplayer-Komponente des Baukastenspiels werfen.

Shootmania Storm in der Vorschau (1) Quelle: Ubisoft/Nadeo Shootmania Storm in der Vorschau (1) Shootmania – ein Shooter nach Baukastenprinzip

Shootmania, das ist eigentlich nur das Basisprogramm, aus dem Entwickler und Fans dutzende Spielideen und Karten bauen können. Im Maniaplanet, dem Spielehub, in dem auch Trackmania läuft, erhält der Spieler beim Kauf von Shootmania das Grundspiel sowie einige Slots, um Erweiterungen darin zu installieren. Die ersten zwei, die von den Entwicklern aus Frankreich stammen, sind Royal und Elite. Sie sind kostenlos und können einfach heruntergeladen werden. Wer später Platz für weitere Downloadmodule braucht, muss entweder bestehende Add-Ons deinstallieren oder kann Platz nachkaufen.

Shootmania Storm in der Vorschau (2) Quelle: PC Games Shootmania Storm in der Vorschau (2) Shootmania Storm ist ein klassischer Online-Shooter. Er wirkt wie ein Cross-Over zwischen Counter-Strike und Unreal Tournament – kompetitiv aber im Kern ziemlich simpel. Jeder Spieler hat zwei Lebenspunkte und startet mit derselben Waffe, eine Art Strahlen-Raketenwerfer. Deren Projektile sind langsam und man kann nur vier Schüsse abfeuern. Danach muss die Waffe nachladen, was automatisch passiert, wenn sie nicht abgefeuert wird. Andere Kanonen aufheben geht nicht, nur an bestimmten Arealen gibt es Spezialwaffen. In Geschossenen Bunkern beispielsweise eine Shotgun und auf exponierten Hügeln eine Strahlenkanone, die mit einem Treffer tötet. Das Balancing funktioniert hier ganz gut: Man muss entscheiden was man lieber hat: Eine One-Hit-Knarre oder lieber die Sicherheit von ein bisschen Deckung.

Bekennende Grafikfans werden mit Shootmania aber sicher nicht ihre Freude haben. Der Shooter ist nicht gerade der schönste Hahn im Korb und vom Gameplay her eher altbacken und auf E-Sport ausgelegt. In solchen Kreisen geht es eben noch um Skill und Performance, nicht um Animationen und Effektregen.

Modul-Bauweise

Shootmania Storm in der Vorschau (4) Quelle: PC Games Shootmania Storm in der Vorschau (4) Im Gegensatz zum Basisprogramm Shootmania Storm, einem sehr klassischen E-Sport-Shooter, sind die Spielziele in Royal und Elite etwas anders. Royal ist ein Last Man Standing Match. Man kämpft gegeneinander, nach einer Minute wird jedoch ein totbringender Sturm aktiviert. Von da an muss man sich zusehends in die Mitte der Karte begeben. Wer die grauen Ausläufer des Sturms berührt, stirbt. Mit zunehmender Spielzeit nimmt der Platz ab und Deckung verschwindet. Das spielt sich sehr flott und agil und spätestens wenn man im Zentrum der Karte zu viert um die letzten Zentimeter Platz kämpft, wird es auch actionreich. Weil die Runden nach meist weniger als zwei Minuten vorbei sind, tut es auch gar nicht weh, wenn man nach dem Tod bis zum Ende der Runde nur Zuschauer ist…

Elite ist ein Mix aus Verteidigung und Angriff. Die Spieler werden in zwei Teams aufgeteilt. Ziel der Angreifer ist es, nach Ablauf eines Countdowns einen Turm einzunehmen. Die Verteidiger müssen das verhindern. Der Clou: Obwohl das Match 3vs3 stattfindet, ist immer nur ein Angreifer aktiv. Er erhält dafür drei Leben und den One-Hit-Laserstrahl. Die Verteidiger hingegen haben nur ein Leben und müssen mit den viel langsameren Raketen auskommen. Wenn man in der Position des Angreifers ist, macht das tatsächlich Spaß. Doch dass die zwei Teammitglieder in der Zeit Sendepause haben, ärgert dann doch ein bisschen.

Shootmania im Singleplayer

Shootmania Storm in der Vorschau (6) Quelle: PC Games Shootmania Storm in der Vorschau (6) Obwohl Shootmania als Online-Shooter gestartet ist, gibt es mittlerweile sogar einen Singleplayer-Modus. Im Editor, den Fans schon aus dem Mehrspieler kennen, kann man nun auch Bots platzieren und durch Trigger und die Maniaplanet-eigene Scriptingsprache Handlungsabläufe kreieren. Beispiel: Erreicht der Charakter einen Punkt auf der Karte, werden hässliche Riesenfrösche auf ihn losgelassen. Wer dazu noch Cutscenes und Dialoge basteln möchte, kann das auch tun: Mit dem hauseigenen Videotool kann man die Sequenzen aufnehmen und dann mit einem Mikrofon vertonen.

Wichtig wird der Singleplayer für das fertige Spiel sicherlich nicht, der Kreativität sind trotzdem keine Grenzen gesetzt. Das ist auch ein erklärtes Ziel der Entwickler, die sich bereits auf interessante Spielideen freuen - klar, dann brauchen sie auch keine eigenen Inhalte nachliefern und können sich auf Questmania konzentrieren, ein bereits angekündigtes Baukasten-RPG.

Meinung

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