Dieser gelungene Diablo-Klon bietet uns eine atmosphärische Präsentation und viele Freiheiten beim Charaktersystem.
The PhysX's of Fantasy
Silverfall
Technisch ist Silverfall ambitioniert, dass muss man ihm lassen. Wozu allerdings ein Diablo-Klon eine Unterstützung der PhysX-Engine anbietet, bleibt mir schleierhaft. Ich musste eine Weile herumtelefonieren, bis ich jemanden fand, der diese etwas obskure Zusatzkarte im Rechner hatte und auch dann sah das Ganze nicht groß anders aus, der einzige Unterschied schien in der Entlastung der CPU zu bestehen, denn das Geschehen wirkte ein wenig flüssiger. Dies ist allerdings auch ein Bonus, denn sie Hardwareanforderungen sind nämlich wirklich nicht ohne. Ein 3 Ghz + Prozessor sollte es schon sein, DirectX 9c ist Pflicht und unter 1 GB an Speicher kommt wenig Freude auf. Das alles hat aber auch einen Sinn, denn Silverfall ist wunderschön. Die Detailfreude der Programmierer hätte zwar noch ausgefallener sein können und der erst in der fast unspielbaren Nahansicht zur Geltung kommende Cell-Shading-Look war sicher nicht wirklich nötig, aber das Gesamtbild von Silverfall ist einfach schön.
Silverfall
Es fällt schwer dieses Gefühl an bestimmten Punkten festzumachen, aber das Ganze ist stimmig und sorgt für einen Gutteil der gelungenen Atmosphäre. Die flüssigen Animationen fügen sich hier gut ein, aber auf der Seite der Special Effekte bei Zaubern hätte es schon mehr sein müssen. Es verleidet einem fast die Zauberkarriere, dass selbst die mächtigsten Effekte recht schmächtig wirken. Da auch einige Clipping-Fehler nerven und die Kameraführung etwas fragwürdig geriet, gibt es hier Abzüge in der B-Note. Der Sound dagegen kann sich erst mal mit einem schönen Fantasy-Score in Sicherheit bringen, denn das Gebotene entspricht durchaus den derzeit gehobenen Standards um Bill Brown und Co.. Schöne Fantasymusik wird mit schönen Effekten gewürzt, nur leider wiederholen sich diese ein wenig, denn wer z.B. nur mit dem Bogen arbeitet, wird bald das ewig gleiche "Twoingggg"-Geräusch hassen. Die Sprachausgabe ist für eine deutsche Synchronisation ordentlich aber letztendlich unspektakulär geraten. Keine Ausfälle trüben das Bild, aber es gibt bei den, gar nicht mal so zahlreichen, Sprechern auch keine Helden, die des Kenners Augenbraue anerkennend hochwandern lassen würden.
Wenige Modi für viele Spieler
Silverfall
Wer nicht so gern allein durch die gefährliche Welt zieht, kann dies mit bis zu sieben anderen Spielern tun und hat die Wahl zwischen dem heimischen LAN oder dem Internet. Beide bieten einen Kampagnen und einen Free-Play-Modus, beim ersten darf die gesamte Story mit mehreren Spielern durchwandert werden, wobei nur der Spielleiter Questen annehmen darf, die restlichen Mitstreiter unterstützen ihn dann bei der Erfüllung selbiger. Im Freeplay-Mode gibt es nur die Nebenquesten, dafür ist hier dann auch PVP (Player versus Player) möglich. Das war es dann auch schon, so dass man nichts geboten bekommt, was man nicht erwartet hätte oder seit Diablo nicht auch schon da war. Bei der heute allerdings weit höheren Gewichtung auf Multiplayer hätte es eigentlich etwas mehr sein müssen.
