Soviel Action traut man der Wii nicht zu, ein unglaublich atemberaubendes Feuerwerk!
Ihr habt die vielen Minispiele satt? Könnte das ganze Fitnesskram nicht mehr sehen? Habt das ewige Casual-Gedöns leid? Dann seid ihr bei Treasures Meisterwerk "Sin and Punishment: Successor of the Skies" vollkommen richtig. Ganze zehn Jahre nach dem Erstlingswerk, damals ebenfalls exklusiv als protziges aber nur japanisches N64-Modul für eine Nintendo-Hardware erschienen, veröffentlicht der Spezialist für brachiale Action und Vergewaltigung der möglichen Hardwarepower einen Nachfolger und serviert uns zusammen mit Big N eines der besten Spiele ihres Portfolios! Doch lasst euch eines gesagt sein: Trotz manch einsteigerfreundlicher Möglichkeit gehört dieses Spiel zu den härtesten Nüssen, die es von Videospielern zu knacken gilt!
Sin and Punishment: Successor of the Skies
Nach derartigen Blockbustern wie "Gunstar Heroes", "Radiant Silvergun" oder dem unvergesslichem Meisterwerk "Ikaruga" nimmt man das neueste Werk geradezu ehrfürchtig in die Hand und freut sich über die fast schon einmalige Chance, ein hochkarätiges Treasure Spiel ohne Umweg eines Importes in die Konsole schieben zu dürfen. Wer seinerzeit nicht in den Genuss des Nintendo 64 Krachers kam bzw. bis dato auch die Virtual Console der Wii verschmäht hat, brauch sich dennoch keine Gedanken bezüglich der Geschichte machen. Der Plot um ein Universum, welches in zwei sich rivalisierende Bereiche eingeteilt ist, klingt geradezu episch und pompös, der gedruckte Teil vermittelt aber wesentlich mehr Brisanz, als das eigentliche Spiel. Abstruse Szenen längst vergangener Tage und verwirrende Unterhaltungen mit Freund und Feind hinterlassen schlussendlich mehr Fragen, als tatsächlich bis zum Abspann geklärt werden.
Sin and Punishment: Successor of the Skies
Dieser flimmert je nach Spielweise und Schwierigkeitsgrad vermutlich nach 5-7 Stunden über den Bildschirm. Zugegeben nicht gerade viel, doch der Eindruck dieser wenigen Stunden hinterlässt eine völlig andere Meinung. Denn das erste Mal gleicht einem Ritt auf einer amerikanischen Super-Achterbahn und ist mit dessen Adrenalinkick nahezu identisch - sprich einfach überwältigend! Ihr übernehmt entweder die Rolle des Draufgängers Isa, oder die der kecken Kachi. Spielerisch vertraut ersterer auf eine ordentliche Durchschlagskraft und so artet der aufgeladene Schuss in eine gewaltigen Explosion aus, während die Dame nicht weniger zierlich agiert, aber stattdessen einfach mehrere Gegner auf einmal anvisiert. Die Unterschiede halten sich in Grenzen und so ist fast es einerlei, welche Figur zu Beginn des Abenteuers auserkoren wird. Optisch wirken beide Charaktere höchst bescheiden und zeugen nicht gerade von der technischen Brillianz, die man von Treasure gewohnt ist.
Trotz Reizüberflutung alles unter Kontrolle
Sin and Punishment: Successor of the Skies
Je nach persönlichen Vorlieben bietet "Sin and Punishment" von Wii-Remote mit oder ohne Zapper, über Classic Controller, bis hin zum GameCube Pad jegliche Möglichkeit und sogar die Freiheit, das bevorzugte Eingabemittel komplett selber konfigurieren zu können. Allesamt gehen die Steuerungsvarianten gut von der Hand, wobei die Pointertechnik durchaus gewisse Vorteile ausspielen kann. Mittels der Wii-Remote werden Feinde schnell und geradezu zielsicher anvisiert - einfach grandios und superb umgesetzt! Spielerisch bleiben wir auf den Schienen einer Achterbahn inklusive optischer, bisweilen stark psychedelischer Pirouetten und Loopings und ballern was das Zeug hält, um gefühlte Zigmillionen Gegner über den Jordan zu schicken! Und nein, wir haben es nicht mit einem weiteren banalen Lightgun-Shooter im Stil von "Dead Space" oder "Resident Evil" zu tun, denn ihr schaut eurem Helden oder der Heldin zumeist über die Schulter oder betrachtet die Figur wenigstens aus einer klassischen seitlichen Perspektive. Vielmehr darf "Sin and Punishment" den Vergleich mit "Ikaruga" und Konsorten nicht scheuen!
Sin and Punishment: Successor of the Skies
Dank direkter Kontrolle mittels des analogen Sticks lauft, springt und fliegt ihr durch den euch gegebenen zweidimensionalen Raum, den meist schillernden Geschossen und Lasern ausweichend, während die imposante und extrem abwechslungsreiche 3D-Spielumgebung an euch vorbeirauscht. Das Spieltempo ist gewaltig hoch, die mannigfache Artenvielfalt der Gegner aber umso imposanter. Kaum hat man sich an die spielerischen Freiheiten gewöhnt, die ersten Schussübungen inklusive dem direkten Anvisieren von Feinden hinter sich gebracht und auch den Nahkampf mit der Klinge erlernt, werden euch unglaubliche Horden von Käfern, riesige Muränen, ganze Armeen von Roboter und vieles mehr auf den Hals gehetzt. Teilweise bevölkern mehrere Dutzend Feinde den wahlweise auf 4:3 oder 16:9 ausgelegten Bildschirm und imponieren mit einer Salvenorgie, die sich nicht nur spielerisch gewaschen hat, sondern sich auch geradezu effektvoll in die Augen einbrennt.
