Ein technisch und spielerisch unglaublich ambitionierter sowie kompetent umgesetzter Sport-Titel aus dem Hause EA.
Ansichtssache: Probleme mit der Perspektive
Skate
Dass sorgt bei längeren Fahrten durch die Stadt gelegentlich für ein klein wenig Stress, schließlich müsst Ihr immer die Augen nach kleinen Hindernissen offenhalten, wollt ihr nicht alle paar Meter erneut erst das Board besteigen müssen. Aber auch das lässt sich in letzter Instanz nur als realistisch bezeichnen... Weniger realistisch, wenn auch designtechnisch nachvollziehbar, ist die gebotene Perspektive, die sich eindeutig an den zahlreichen Skateboardvideos auf MTV, youtube und Co. orientiert. Eine sehr tiefe Kamera folgt dem Skater knapp über dem Boden, was erst einmal ziemlich gut aussieht. Problematisch wird, wenn sich dann zahlreiche Hindernis nähern, die Ihr dank der Perspektive, in der Eure Figur mehr als nur ein wenig die Sicht versperrt, erst wahrnehmt, wenn es schon zu spät ist. Ärgerlich und ausnahmsweise auch mal auf einem echten Brett naturgemäß weniger ein Thema...
Damit nicht nur die Perspektive Euch ein professionelles Video vorgaukelt, und Ihr bei den Stürzen wenigstens gut ausseht, ist das Outfit des Skaters natürlich genauso wichtig wie seine elaboriert anpassbare Gestalt. Zahlreiche Skater-Labels, die mir persönlich alle nicht so viel sagen, aber ganz sicher Euch auch im richtigen Leben diesen Kram verkaufen wollen, bieten ihre Kleidung und Boards feil. Regelmäßige Konsumenten der Skaterhochglanzmagazine sollten hier wohl alle ihre Favoriten finden und sich dann wohlgekleidet in den Onlinemodus stürzen.
Onlinemodus "by the book"
Skate
Dies ist ein Bereich in dem skate. derzeit "nur" eine gute Figur macht und ein wenig das Gefühl hinterlässt, dass es irgendwie mehr hätte sein können. Freestyle, Jam und Tournament sind alle schön und gut und vielleicht liegt es einfach nur an den restlichen innovativen Ansätzen, dass ich hier etwas erwartete, was mir nicht ebenfalls nach kurzer Überlegung eingefallen wäre. Die speicherbaren Replays sind prinzipiell gelungen und jederzeit können die letzten 60 Sekunden für die Nachwelt bewahrt werden. Unangenehm fällt eigentlich nur die nicht frei positionierbare Kamera auf. Die Pflicht wurde souverän erfüllt, bei der Online-Kür hätte mehr kommen können. Gleiches gilt auf der PS3 auch für die Optik. Die Animationen sind ein Traum, San Vanelona sieht ohne Frage wirklich gut aus und die meisten Grafikspielereien, die die aktuelle Konsolengeneration für sich verbucht, wurden geschickt eingesetzt. Es macht auch einen sympathischen Eindruck, dass EA der Versuchung widerstand, noch auf Biegen und Brechen noch hipper als Tony Hawk zu sein und nutzt all den Eyecandy dezent und geschmackvoll, so dass ein geschliffener und professioneller Look Euer Blickfeld füllt.
PS3 - Umsetzung: Schwächen im Detail
Unangenehm fallen dagegen die weit häufigeren kleinen Ruckler und die etwas längeren Ladezeiten im Vergleich zur 360-Version auf. Natürlich hatte EA schon mehr Zeit, um auf der Microsoft-Konsole dass Programmieren zu Üben als auf Sonys Flagschiff, da skate. hier aber mit über einem Monat Verzögerung startet hätte man dies eigentlich nicht erwartet.
Skate
Ansonsten gleichen sich beide Versionen wie ein Ei dem anderen und beim Sound gibt es definitiv keine auszumachenden Unterschiede. Eine umfangreiche Auswahl an Skatesongs in einer guten Mischung aus "altbekannter Gassenhauer" und "nie gehört, aber nett" erfreuen Euer Ohr und nur wer völlig alle Varianten der Skater-typischen Musik ablehnt, wird hier etwas aussetzen haben. Das Rollengeräusch sollte dann aber wieder allen gefallen, denn so hören sich kleine Räder auf Asphalt nun mal an.
