Skate im Gamezone-Test

Test Gonzo09

Ein technisch und spielerisch unglaublich ambitionierter sowie kompetent umgesetzter Sport-Titel aus dem Hause EA.

Mit jedem neuen Spiel, dass in die PS3 wandert, und wir alle wissen, derzeit gibt es daran sowieso keine allzu großzügige Auswahl, habe ich mehr den Eindruck, dass der Bewegungssensor des Sixaxis vielleicht einfach keine gute Idee war. Prinzipiell funktioniert er ja, dass bewies Loco Roco und das Spiel mit der Gummiente. Sobald es aber in den Bereich der großen Titel geht, beginnt jedes Mal das Zähneknirschen ob der meist sehr halbherzigen Einbindung von Features, bei denen man nicht den Eindruck hat, dass sie zusammen mit dem Spiel erdacht wurden. Irgendetwas muss halt noch mit Bewegungssensoren mit rein, wir packen das dazu, wenn das Spiel fertig ist...

Auch über die Bewegungssensorunterstützung beim neuen Electronic Arts -Titel skate. fällt mir spontan nur ein positives Merkmal ein: Sie ist per Voreinstellung ausgeschaltet. Offensichtlich traute selbst das EA Black Box Studio dem Ganzen nicht so recht...

Zum Glück hat man bei der sonstigen Steuerung aber keinerlei Patzer geliefert und skate. kann mit Fug und Recht für sich den Titel des derzeit realistischsten Skateboardspiels beanspruchen. Selbst damit würde man aber eigentlich dem von EA "Flickit" getauften System fast Unrecht tun und die Bezeichnung Simulation wäre wohl eigentlich die Verdienteste.

Vergesst alles, was Ihr bisher gelernt habt...

Skate Skate Zunächst einmal müsst ihr alles vergessen, was Activisions Tony Hawk-Reihe euch 10 Jahre lang lehrte, nämlich dass das einfache Fahren und Hüpfen auf dem Board, sogar "einfache" Dinge wie ein 360, mit einem Tastendruck auszuführen sind und selbst die schwierigsten Stunts einfach nur eine wohlgetimte Aneinaderreihung von Buttonklicks darstellen. skate. geht einen anderen Weg und schickt Euch erst einmal als blutigen Anfänger und Nobody auf einen realistischen Parkplatz statt euch Tony-Hawk-Style als Superstars in einem Skatepunk-Video abzusetzen.

Skate Skate Die ersten Stunden bei skate. sind dann auch fast so hart, wenn auch zugegebenermaßen weit weniger schmerzhaft, wie der Erstkontakt mit einem richtigen Board. Um den einfachsten Trick, den Ollie, auszuführen, zieht Ihr den linken Analogstick nach hinten. Der Skater geht leicht in die Knie und verlagert sein Gewicht ein wenig. Dann den Stick mit einer leichten Schwungbewegung nach oben, die Figur kickt das Board hoch und führt den Ollie genau in diesem Moment aus. Klingt einfach, ist es auch. Fühlt sich aber viel besser an, da die Bewegung des Sticks sichtbar mit der Bewegung von Board und Skater korrespondiert und Euch das Gefühl gibt, wirklich einen kleinen Trick vollführt zu haben.

Skate Quelle: EA Skate Bei dem Ollie ist das keine große Kunst, da es aber eine riesige Zahl von Manövern gibt, die alle mit teilweise nur sehr leichten Nuancierungen über das gleiche Prinzip ausgeführt werden, gehört spätestens bei den Challenges, wo Ihr spezielle Moves hintereinander vorführen müsst, sehr, sehr, sehr (denkt Euch noch ein paar "sehr" für die wirklich harten Challenges dazu...) viel Übung dazu. Hier liegt auch ein Knackpunkt dieses genialen Steuerungsansatze, denn eine Reihe von Moves werden ziemlich ähnlich ausgeführt und schon eine 20° Abweichung bei der Bewegung reicht aus, um einen andern Move zu sehen, als Ihr eigentlich geplant habt.

Wie in echt: Hinfallen, Aufstehen, Hinfallen, Aufstehen, Hinfallen....

Skate Quelle: EA Skate Gerade zu Anfang schenkt Euch skate. nichts. Ihr werdet Euren Skater weit häufiger als bei Tony Hawk auf den harten Asphalt schicken und wer einfach nur schnelle Erfolgserlebnisse möchte ist bei der Activision - Konkurrenz wahrscheinlich besser aufgehoben. Wenn Ihr Euch aber durchbeißt und einen Trick nach dem 20ten Mal dann endlich richtig ausführt, habt Ihr Euch dieses Gefühl tiefer und ehrlicher Zufriedenheit redlich verdient. Unfair ist das Spiel dabei übrigens an keiner Stelle und sofern ein nicht gänzlich ausgelutschtes Pad Euch scheitern lässt, habt Ihr einfach noch nicht das richtige Timing raus. Spätestens bei den mit den Schultertasten auszuführenden Grabs heißt es dann üben, üben, üben.

Sobald Ihr dann ein wenig standfester auf dem Board seid, werdet Ihr abseits der zahlreichen Spielvarianten zunächst damit anfangen die riesige und völlig frei beskatebare Stadt San Vanelona zu erkunden. Mit diesem fiktiven Zusammenschnitt diverser Metropolenelemente schuf EA ein kleines Kunstwerk des virtuellen Städtedesign und damit ist noch nicht einmal die ausgesprochen hübsche Grafik gemeint. San Vanelona verschafft Euch den Eindruck in einer realen Stadt unterwegs zu sein, in die die Skater kamen und nicht das die Stadt zum Skaten gebaut wurde.

Viel zu tun in San Vanelona

Skate Skate An Möglichkeiten sein Board zu nutzen mangelt es trotzdem in keiner Weise und Ihr werdet mit der Zeit und Euren sich stetig durch Übung verbessernden Fertigkeiten immer neue Stellen für Tricks, Grinds und überhaupt fast alle Dinge, die auf einem Brett mit vier Rädern möglich sind, entdecken. Sollte euch das gemütliche Cruisen dann reichen und Ihr nach dem Sinn des Skaterlebens Ausschau halten, könnt Ihr am Ruf des virtuellen Skaters arbeiten, indem Ihr an den zahlreichen Turnieren und Challenges teilnehmt. So ziemlich jede Variante einer Wettbewerbsmöglichkeit wurde irgendwo eingebaut, alle sind aber nicht vom Start weg verfügbar und sehr vieles muss wie gewohnt erst freigespielt werden.

Durchaus Spaß macht auch die Suche nach geheimen Skatepunkten, die sich über die von diesen herüberschallende und lauter werdende Musik gut finden lassen, weniger spaßig sind auf Dauer die sehr realen Hindernisse einer realistischen Stadtumgebung. Jeder Bordstein, jede Unebenheit und überhaupt alles, wo auch im richtigen Leben ein Lupfen des Bretts nötig ist, muss auch hier ausgeführt werden.

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