Wir alle sind ihm irgendwann im Leben schon einmal verfallen und konnten uns früher, später oder auch gar nicht von ihm lösen. Die Rede ist vom Sammeltrieb des Menschen, der wohl aus Zeiten herrührt, als es mittags noch Säbelzahntiger zu essen gab. Was Ende der 90er Jahre mit Pokemon eindrucksvoll anfing wird nun von Activision mit einem eigenen Produkt weitergeführt: Den Skylanders. Fast genau ein Jahr nach Release des ersten Teils und einem unglaublichen Erfolg erscheint mit Skylanders Giants die offizielle Fortsetzung der Marke. Neue Figuren, neue Geschichte, alles gut?
Quelle: Activision
Skylanders Giants im Test: Auf solchen Dockingstationen werden die Spielfiguren ausgelesen und ins Spiel teleportiert
Die Giganten kommen
Skylanders Giants spinnt die Geschichte des ersten Teils weiter und versetzt euch dabei einmal mehr in die Rolle des Portalmeisters, welcher mit Hilfe der legendären Kreaturen die Spielwelt Skylands vor allem Übel bewahren soll. Dieses Mal ist es auch wieder Oberschurke Kaos, welcher Landen der legendären Krieger unterjochen möchte. Dazu verhelfen soll ihm ein besonderes Artefakt, die Faust von Arkus genannt, welches vor tausenden von Jahren einmal am Körper des Anführers des Robotervolkes der Arkeyaner haftete. Einmal im Besitz der Faust wäre Kaos dadurch in der Lage die riesige Armee der Arkeyaner in die Skylands zu führen und dort endlich der Alleinherrschaft entgegen zu streben – und das passt den Skylanders aber mal gar nicht!
Aufs Portal und ab ins Spiel
Quelle: Activision
Skylanders Giants im Test (4)
Auch im neuesten Teil bleibt das Spielprinzip der Skylanders unverändert. Mittels eines per USB mit der Konsole verbundenen Portals beamen wir die Plastikfiguren ins mitgelieferte Spiel und können diese ohne Umschweife steuern. Doch nicht nur die Figuren des Giants-Packets dürfen im neuen Teil mitmischen auch die von euch bisher erworbenen Charaktere können problemlos ins Spiel implementiert werden. Dazu wird man vom Spiel selbst auch mehr oder weniger gezwungen, schließlich gibt es immer öfter besondere Elementarzonen welche eines der insgesamt acht Elemente mit besonderen Kräften ausstattet. Dank der neuen Giants ist es nun auch möglich große Felsbrocken aus dem Boden zu reißen und mächtige Mauern einfach einzurennen. Leider sind Spieler welche nur die Figuren des Giants-Startersets besitzen im Spielverlauf an vielen stellen aufgrund fehlender Figuren ausgesperrt und schauen in die Röhre. An sich ist das Spielprinzip allerdings gleich geblieben. Durch vielseitige Level-Architekturen streifen wir mit stets wechselnden Charakteren, lösen zu einfach geratene Schieberätsel und plätten alle Kreaturen welche unserer Rettungsaktion im Wege stehen. Die Gegnervielfalt ist dabei wirklich gut gelungen, wobei das Spiel erst bei den richtigen Brocken richtig aufzutrumpfen vermag. Die Bosskämpfe verlangen teils recht ausgefuchste Taktik bis sie ihre Schwachstelle offen legen. Zum Leidwesen der Spieldynamik verzichtet auch Giants auf eine autonome Sprung- oder Sprintmechanik und bietet ersteres nur auf speziellen Plattformen und zweiteres erst gar nicht an. Das technische Grundgerüst ist farblich kunterbunt, die unterschiedlichen Level zeigen sich facettenreich und auch die Effekte leuchten farbenfroh. Die Synchronisation allerdings zeigt sich von einer lustlosen und äußerst demotivierten Seite. Kaum ein Satz versprüht den Charme der es mit der schönen Optik des Spiels aufnehmen kann und hängt deshalb über weite Strecken des Spiels in Sachen Authentizität deutlich hinterher.
Quelle: Activision
Skylanders Giants im Test (7)
Zwischen den einzelnen Missionen finden wir uns auf einem großen Luftschiff, dem Spielmenü, von Kapitän Flynn wieder. Hier werden uns mit der Zeit immer mehr Nebenaufgaben und Zeitvertreibe geboten. Neben speziellen Element-Herausforderungen können wir unsere Skylanders aufleveln, neue Attacken und Items kaufen, Minispiele spielen und sogar das Luftschiff in ein neues Gewand stecken. Alles in allem bietet Skylanders auch neben den eigentlichen Missionen viele Nebenbeschäftigungen die allemal ein wenig Zeit fressen.
Habt ihr von Zeit zu Zeit Lust euch auch mal mit einem Kumpel in die Skylands zu stürzen, funktioniert das ebenso einfach wie unkompliziert. Die Plattform-unabhängigen Figuren können einfach aufs Portal gestellt werden und per aktiviertem Gamepad adhoc gesteuert werden. Auch der auf der Spieledisk enthaltene Duell-Modus sorgt für jede Menge Mehrspielerspaß und zusätzlichen Spielwert.