So langsam kommen die beliebten Figuren ja doch ins Schwitzen. Die fünfte Saison der Skylanders ist geplagt von zugkräftiger Konkurrenz: Denn nachdem bereits Disney ihre Allzweckwaffe Star Wars aus dem Ärmel geschüttet hat, kämpfen sich auch die LEGOs durch sämtliche Dimensionen. Kampflos wird der Kuchen aber nicht abgegeben und die Skylanders mit PS-starken Boliden ausgestattet. Entstanden ist einmal mehr ein Abenteuer für die ganze Familie. Der Test klärt, was neu ist und woran noch gearbeitet werden kann.
Die Skylanders sind wieder da und mit ihnen ein alter Bekannter: Oberbösewicht Kaos, welcher abermals seine nicht ganz durchdachten Pläne zur Schau stellt und somit für viel Spaß sorgen wird. Kenner dürften es sich bereits denken: Der Schurke arbeitet weiterhin daran, die Welt zu unterjochen und ihr sorgt hoffentlich erneut für sein gnadenloses Scheitern. Traditionell ist die Story nichts, was hervorgehoben werden muss, dennoch ist diese wie gewohnt herrlich kurios inszeniert und wundervoll in Szene gesetzt. Nicht nur die Kids werden sich amüsieren, bei all den Gags, Anekdoten und flotten Sprüchen, auch als erwachsener Spieler ist man durchaus gut bedient und für den einen oder anderen Lacher zu haben. Dafür sorgt unter anderem Spaßvogel Flyn mit seinen Sprüchen, ebenso wie Kaos mit seiner recht eingeschränkten Sicht auf das Weltbild.
Berauschende Neuerungen in den Skylands
Quelle: Activision
In altbekannter Tradition kommt auch die fünfte Edition der Skylanders mit einer ordentlichen Neuerung daher. In Skylanders SuperChargers steuert der Portalmeister, also der Spieler vor dem TV-Gerät, nicht nur zahlreiche kunterbunte Figuren mit all ihren unterschiedlichen Eigenschaften von Magie, über den Erdelementen bis hin zu Licht und Schatten, sondern klemmt sich hin und wieder auch hinter das Steuer eines Rennwagens, Flugschiffs oder gar Wasserfahrzeugs. Den Entwicklern wurde dadurch viel Freiraum geschaffen, um das altbekannte Hüpfspiel mit Geschicklichkeitseinlagen gekonnt um zahlreiche neue Elemente zu erweitern. Damit rütteln und schütteln sie an den Grundfesten der ursprünglichen Skylanders Mechanik, bei der vor allem die Erkundung der einzelnen Länder und Gebiete im Vordergrund stand.
Häufig wechseln sich nun die traditionelle Jump'n'Run-Passagen mit den neuen Abschnitten ab. Im Starter-Set befindet sich Hot-Streak – ein flambierter fahrbarer Untersatz – und sein SuperCharger-Fahrer Spitfire. Ein schlagkräftiges "Team", welches vollkommen ausreicht, um dem bösen Buben das Handwerk zu legen. Mit den Bezahlschranken hält man sich zumindest in der Kampagne erstaunlich stark zurück, denn es würde ein Wasserfahrzeug und Flugzeug ausreichen, um sämtliche zusätzliche Nebenschauplätze und Aufgaben innerhalb der Skylands besuchen zu können. Aus spielerischer Sicht auch eine lohnenswerte Investition! Mit dem bereits vorhandenen Auto rast man in bester Destruction Derby Manier durch die kunterbunten Landschaften oder nutzt die Strecken von A nach B um weiter in der Story zu kommen. Wasserfahrzeug bieten darüber hinaus auch Tiefseegänge durch Schluchten und gefährliche Gebiete an, während uns die Abschnitte in luftiger Höhe doch recht stark an Spiele wie Starwing erinnern – auch wenn ähnliches bereits in den vorherigen Skylander-Episoden finden war.
Quelle: Activision
All das bewirkt einen dynamischen Wandel der Spielmechanik zwischen dem klassischen und wohlbekannten Hüpfspiel, mit kleineren Rätseln wie das Verschieben von Kisten und manch physikalischem Geschicklichkeitstest, zu völlig anderen Dingen und liefert dadurch sehr viel spielerische Abwechslung. Doch auch abseits dieser SuperCharger-Pisten wird eine erstaunlich kreative Offensive an den Tag gelegt. Es gibt Abschnitte, in denen mit Gravitation und verdrehter Perspektiven hantiert wird. Nicht nur sehen diese Abschnitte dank hohem Detailgrad regelrecht famos aus, sie erfordern auch Koordination und Auffassungsgabe, wenn man die zu Leben erweckten Skyanders durch die Gefahren manövriert. Ein anderer Abschnitt wiederum entführt euch in eine kunterbunte Märchenwelt. Platt wie auf dem Papier werden kunstvoll inszenierte Geschichten vorgelesen und parallel gespielt, welche wie ein Comic gezeichnet wurden. Eine Kulisse, die völlig am ursprünglichen Konzept der Skylands vorbei geht aber unglaublich gelungen interpretiert ist.
An der Poleposition vorbei ...
Quelle: Activision
Letztendlich ist Skylanders SuperChargers ein weiteres Abenteuer, welches ähnlich wie die letzten beiden Episoden durchwegs begeistern und unterhalten kann und Sammlern wie auch Liebhabern allbekanntes offeriert. Natürlich gibt es wieder zahlreiche Geheimnisse wie versteckte Kisten und reichlich Gold zu entdecken und auch diverse Fähigkeiten wie auch andere Dinge müssen zunächst frei geschaltet sowie aufgerüstet werden. Mühen werden zudem stärker belohnt, mit einem Portalmeister-Rang, welcher neuerdings zusätzliche Statuseffekte bieten kann. Für Ablenkung sorgt unter anderem auch das witzige "Kartenspiel" und neuerdings Mario Kart ähnliche Rennen – denn schließlich haben wir ja Fahrzeuge dazu gewonnen. Gastgeber Pandergast fordert die Rennfahrer auf zahlreichen Pisten heraus, die äußerst detailreich inszeniert wurden und mit diversen Fallen sowie fiesen Items gespickt wurden. Das Fahrverhalten und das Finetuning der Items lässt aber viel Raum für Verbesserungen. Eine Konkurrenz für Mario und Co. stellen die Skylanders daher wohl kaum dar.
Leider offenbaren sich außerhalb der Kampagne auch recht deutlich die Barrieren, denn es mangelt an Skylander-Figuren und vor allem Fahrzeugen. Zahlreiche Pisten lassen sich nur mit einem teuren "Racing Action Pack" spielen und auch so manche Herausforderung steht nur einmal pro neuer Figur zur Verfügung. Die zahlreichen Neuerungen im Gameplay forderten darüber hinaus auch leider zahlreiche Opfer. Mit jeder neuen Ausgabe der Skylander wurden spezifische Ideen integriert. Trap Team lieferte Fallen, mit denen Feinde wie Pokémons eingefangen und später im Kampf eingesetzt wurden. Auch wenn die Falle im neuen Portal Platz findet, so dient diese ausschließlich der Freischaltung neuer Himmelstein-Karten. Die kreativen Geschicklichkeitstests der Swap Force Figuren wiederum hat man seit jener Episode aus dem Skylands nicht mehr gesichtet. Jede Neuerung sorgt somit auch für die Streichung von Spielelementen aus vergangenen Tagen.
Quelle: Activision
Ein wesentlicher Fortschritt wiederum ist die Option, sich online mit Freunden zu treffen und den Kampf gegen Kaos auch kooperativ anzugehen – was bisher auf das heimische Wohnzimmer beschränkt war. Ach Himmelstein-Duelle können gegen Freunde über das weltweite Netz ausgetragen werden sowie zufällige Rennduelle. Hier kommt es darauf an, welches Fahrzeug man auf dem Portal stehen hat und wird damit entweder in eine Land, Wasser oder Luftherausforderung geworfen. Leider muss man sehr viel Geduld aufbringen, um Rennduelle gegen andere Onlinespieler absolvieren zu können. Auch einige Wochen nach Release scheinen nicht gerade viele Spieler online unterwegs zu sein.
