Ob sich die verrückte Diebestour mit den tierischen Langfingern auch diesmal lohnt, erfahrt ihr in unserem Test.
Sehr abwechslungsreiche Missionen
Sly 3: Honor Among Thieves
Die jeweiligen Levels ähneln zwar denen aus Teil 2, doch da ihr diesmal mehr spielbare Charaktere zur Verfügung habt, die noch dazu unterschiedliche Fähigkeiten haben, gibt es nicht nur viel mehr kleinere Mission zum Absolvieren bevor ihr euch an die Hauptaufgabe wagen könnt, sondern diese sind auch sehr abwechslungsreich geraten. So eignet sich beispielsweise der Pandakönig wunderbar für Aufträge, bei denen Feuerwerkskörper zum Einsatz kommen, während Carmelita immer dann gefragt ist, wenn die Waffen sprechen sollen. Aber auch die drei Teammitglieder haben neue Fertigkeiten und Geräte spendiert bekommen, die sich nicht nur im Kampf gegen Feinde nützlich erweisen, sondern auch viel zum abwechslungsreichen Gameplay beitragen. So ist Murray seit seinen Lehrstunden bei seinem Guru in der Lage, sich zu einer Kugel zusammen zu rollen und auf und ab zu hüpfen. So kann er nicht nur Kanaldeckel zuhauen, sondern auch sehr hoch gelegene Gebiete erreichen. Bentley hat im neuesten Titel nicht nur einen mit allem möglichen technischen Schnickschnack ausgerüsteten Rollstuhl, sondern auch eine Greifkamera, mit dem er Wächter an einen bestimmten Platz anlocken und dann mit seinen Pfeilen betäuben kann. Zudem kann er jetzt wie der Waschbär die Taschen der Wachen leeren, indem er seine magnetische Angel ausfährt. Sly hat in dem neuesten Titel zusätzlich zu seinen Kletter- und Sprungkünsten auch die Möglichkeit, sich zu verkleiden - beispielsweise in einen Fotografen oder Polizisten. Doch nicht nur die unterschiedlichen Fähigkeiten der einzelnen Spielfiguren und die diversen neuen Geräte tragen dazu bei, dass keine Mission der anderen gleicht, sondern auch der Einfallsreichtum des Entwicklerteams hat einen großen Anteil daran. So müsst ihr beispielsweise mit Hilfe einer Lupe Geheimcodes auf Gemälden entziffern, durch das behutsame Drehen des Analogsticks ein Schloss aufschließen, einen Kung Fu-Kampf auf Bambusstäben austragen, eine 30 Meter große Carmelita bekämpfen und einen Drachen besiegen. Auch actionreiche Bootsverfolgungsjagden und Doppeldecker-Flugkämpfe erwarten euch im neuesten Ableger. Das Spiel beinhaltet aber nicht nur Solo-Aufträge, sondern auch Missionen, die nur im Team bewältigt werden können. So müsst ihr beispielsweise mit dem Trio in einer Limo-Bar eine Massenschlägerei überstehen, wobei zwischen den Charakteren automatisch gewechselt wird, oder ihr müsst euch mit der (um den Guru und Penelope erweiterten) Gruppe zu dem Pandakönig durchschlagen.
Sly 3: Honor Among Thieves
An Vielfältigkeit und Abwechslung bei den Aufgaben mangelt es wahrlich nicht, doch leider sind manche Missionen viel zu kurz oder zu leicht ausgefallen. Generell ist der Schwierigkeitsgrad des Spiels nicht sehr hoch, aber es gibt schon ab und zu eine knifflige Passage, die man im ersten Anlauf nicht schafft. Meistens kann man aber auch diese Aktionen nach ein, zwei Versuchen erfolgreich zum Abschluss bringen. Die Musik ist meistens passend zum jeweiligen Auftrag und dem Schauplatz gestaltet worden, wie zum Beispiel die chinesischen Klänge bei Slys Kampf auf den Bambusstäben oder gegen den Drachen. Sehr ärgerlich sind lediglich die gelegentlichen Steuerungs- und Kameraprobleme, die dazu führen, dass man unnötigerweise Lebenspunkte einbüßt oder sogar dem Charakter einen frühzeitigen Tod beschert. Vor allem Slys Hüpf- und Hangelpassagen können aus diesem Grund des Öfteren daneben gehen.
Minigames und Multiplayer
Sly 3: Honor Among Thieves
Eigentlich sind fast alle einzelnen Missionen in den Levels einem Minispiel gleichzusetzen, doch der neueste Ableger bietet euch viel mehr. Denn in "Sly 3" sind die aus dem ersten Teil bekannten Meisterdieb-Herausforderungen wieder dabei, wobei diese nicht mehr nur aus zeitbasierten Aufgaben bestehen. Habt ihr ein Level beendet, dann schaltet ihr diverse Minispiele frei wie zum Beispiel Kletterpartien in einer bestimmten Zeit absolvieren, eine bestimmte Anzahl an Münzen sammeln und dabei die angreifenden Gegner abwehren oder mit der Schatzkarte den Hinweisen folgen, um die versteckte Beute aufzustöbern. Somit hat man nach Beendigung der Levels noch jede Menge zu tun, bis man das Spiel zu 100% durch hat. Ein langer Spielspaß ist somit garantiert, auch wenn die kleinen Spielchen meist nicht sehr schwer zu meistern sind.
Sly 3: Honor Among Thieves
Neben abwechslungsreichen Missionen und den Meisterdieb-Herausforderungen bietet "Sly 3" auch einen Zweispielermodus an. Hier stehen euch vier Minispiele zur Auswahl: In "Räuber und Gendarm" schlüpft ein Spieler in die Rolle von Sly und muss Beutestücke einsammeln und diese an sicheren Punkten abliefern, während der zweite Spieler Carmelita steuert und die Aufgabe hat, Sly mit ihrer guten alten Schockpistole zu besiegen. In "Hackathon" müsst ihr in Zusammenarbeit oder jeder allein für sich versuchen, ein Sicherheitssystem zu hacken und dabei die angreifenden Wächter zu überleben. Dann gibt es noch das Minispiel "Doppeldecker-Duell", in welchem ihr euch einen wilden Zweispieler-Luftkampf liefern könnt. Zu guter letzt heißt es im "Galeonen-Duell" Segeln setzen und aus allen Kanonen feuern, denn hier müsst ihr versuchen, das Schiff des anderen zu zerstören. Die Minispiele sind zwar unterhaltsam, aber sehr kurzweilig und nach ein- oder zweimal spielen hat man auch schon genug davon. Somit trägt dieser Modus kaum zum Wiederspielwert des neuesten Titels bei. Einen online oder offline Mehrspieler-Modus bietet "Sly 3" leider nicht an.
Besondere Spielfeatures in 3D
Sly 3: Honor Among Thieves
Als besonderes Feature bietet euch der dritte Sly-Titel bei bestimmten Aufträgen und den Meisterdieb-Herausforderungen die Möglichkeit, diese in der dreidimensionalen Optik zu spielen. Wollt ihr diese Aufgaben in 3D absolvieren, dann müsst ihr die dem Spiel beiliegenden speziellen Brillen aufsetzen. Die Idee an sich ist gut, doch leider ist es die Umsetzung nicht. Zum einen weil der 3D-Effekt nur minimal rüberkommt und zum anderen ist die angewendete Technik mit den rot-grünen Gläsern veraltet und sorgt so für mehr Kopfschmerzen als Spaß. Glücklicherweise bleibt es dem Spieler überlassen, ob er in 3D spielen will oder nicht. Verpassen tut ihr nichts, denn dieses 3D-Element trägt zum eigentlichen Gameplay nichts bei. Als ein weiteres besonderes Feature unterstützt das Spiel ein USB-Headset. Wollt ihr "Sly 3" mit Kopfhörern spielen, dann vergesst nicht, diese Funktion im Hauptmenü zu aktiveren. Ist das Headset eingeschaltet, dann hört ihr nicht nur alle Gespräche, die eurer Spielfigur über den Sicht-Kommunikator zugetragen werden, über den Kopfhörer, sondern könnt auch die Feinde verwirren, indem ihr einfach ins Mikrofon ruft - was ihr dabei reinruft ist egal. Bentleys Stimme direkt am Ohr zu hören und zuzusehen, wie irre blöd sich die Feinde aufführen, wenn man ein Ton von sich gibt, ist zwar sehr amüsant, aber mehr auch nicht. Einen richtigen Vorteil habt ihr im Spiel somit nicht - ganz im Gegenteil, denn solltet ihr zum Beispiel beim Anschleichen an einen Gegner plötzlich eine Hustenanfall bekommen oder euch räuspern, dann ist Schluss mit Heimlichtuerei und ihr müsst euch entweder dem Kampf stellen oder so schnell wie möglich das Weite suchen.
