Solasta 2 hat mich in der Demo begeistert und zeigt, dass es viel von Baldur's Gate 3 gelernt hat
Special
Matthias hat sich Solasta 2 angeschaut und ist ziemlich begeistert. Die Entwickler haben viel dazugelernt und sich aufmerksam Baldur's Gate 3 angeschaut.
Es wird mir wohl kaum jemand widersprechen, dass die Larian Studios mit Baldur's Gate 3 vor anderthalb Jahren einen neuen Maßstab für Rollenspiele, vor allem klassische Party-Rollenspiele, abgeliefert haben. Umso mehr freut es mich, dass es weiterhin Entwickler gibt, die sich von diesem übergroßen Vorbild nicht abschrecken lassen und weiterhin neue Abenteuer in diesem Genre entwickeln.
Dazu gehört auch das französische Team von Tactical Adventures. Die arbeiten derzeit an Solasta 2, das auf den Game Awards im vergangenen Dezember angekündigt wurde. Schon damals war ich vom Trailer sehr beeindruckt, weil er bereits erahnen ließ, wie sehr sich die Entwickler weiterentwickelt haben.
Der Vorgänger Solasta: Crown of the Magister erschien 2021 und gefiel mir bereits mit seiner sehr akkuraten Umsetzung des D&D-Systems. Allerdings hatte der Titel auch noch viele Schwächen, die auf mangelnde Erfahrung und sicher auch geringes Budget zurückzuführen waren. Im Rahmen des Steam Next Fest ist nun eine Demo zu Solasta 2 erschienen, die ich mir einmal genauer angeschaut habe.
Solasta 2 macht sich hübsch
Mit einer vorgefertigten Truppe aus vier Charakteren werde ich in der Probierversion in der Nähe des Dorfes Tor Wen abgeladen. Dort wollen die Abenteurer eine alte Freundin treffen und mysteriösen Vorgängen rund um das Dorf auf den Grund gehen. Schon bevor ich aber überhaupt ins Spiel starte, fällt mir im Hauptmenü deutlich auf, wie sehr das Spiel vom Engine-Wechsel profitiert. Nachdem der Vorgänger in Unity entstanden ist, stieg das Team für Solasta 2 auf die Unreal Engine 5 um.
So begrüßen mich auf dem Startbildschirm die sehr schick gestalteten Charaktere der Helden-Truppe der Demo. Im Spiel selbst erfreue ich mich dann auch an den wunderschönen Landschaften. Die Einflüsse von Baldur's Gate 3 erkenne ich dann spätestens bei Dialogen und Zwischensequenzen, an denen man erkennt, dass die Entwickler großen Wert auf eine ansprechende Inszenierung der Erzählung Wert legen. Einige Animationen sehen dabei noch etwas unfertig aus, aber schon jetzt ist die optische Präsentation des Spiels um Längen besser als beim Vorgänger.
Quelle: Tactical Adventures
Dazu kann ich auch das Benutzer-Interface zählen. Die UI-Elemente im Spiel selbst wirken sehr aufgeräumt und in Kombination mit den hilfreichen Tutorials sehr schnell leicht verständlich. Auch Spielmenüs wie Inventar und Charakterübersicht gefallen mir sehr gut und haben zumindest in der kurzen Spielzeit der Demo bisher keine störenden Mängel offenbart.
Manche Mechaniken sind besser als bei Baldur's Gate 3
Das ist besonders erfreulich, da das Spiel ja auf Dungeons & Dragons beruht und dessen Regeln und Begrifflichkeiten gerade für Neueinsteiger schnell abschreckend wirken können. Selbst bei Baldur's Gate 3 habe ich immer wieder von Leuten gehört, dass ihnen das Spiel samt Interface nicht genug hilft beim Einstieg in die Welt der D&D-Regeln. Für Solasta 2 wollen die Entwickler wieder eine sehr treue Umsetzung der Pen&Paper-Vorlage liefern.
Gut finde ich aber auch, dass das Team trotzdem immer im Blick hat, was am Ende für das Spielerlebnis das Beste ist. So scheuen sie nicht zurück, gewisse Regeln aufzuweichen oder abzuändern, um im Kontext eines Videospiels besser zu funktionieren. Ein Beispiel für diese auch in den Tutorials klar als Hausregeln gekennzeichneten Änderungen ist das Stealthsystem.
Bildergalerie
Wenn ich einen Charakter zum Schleichen schicke, wird mir um ihn herum mit einem Kreis seine Geräuschreichweite angezeigt. Wie groß dieser Kreis ist, wird durch den Schleichskill und die angelegte Ausrüstung des Charakters bestimmt. Komme ich einem Gegner zu nahe, füllt sich ein Entdeckungsmeter. Das macht das gesamte heimliche Spiel sehr leicht verständlich und könnte mich dazu animieren, wesentlich häufiger davon Gebrauch zu machen.
An anderen Stellen hat mir die Umsetzung gewisser D&D-Mechaniken sogar besser gefallen als in Baldur's Gate 3. So springen und schwimmen meine Charaktere automatisch, wenn ich sie über entsprechende Hindernisse steuere. Ich muss nicht erst umständlich einen Skill dafür aktivieren. Das sorgt für einen tollen Flow während der Erkundung der Spielwelt. Gefallen hat mir auch, dass der D20-Wurf für Skillchecks in Dialogen zwar auch prominent dargestellt wird, aber automatisch ausgeführt wird, wenn ich eine entsprechende Antwortmöglichkeit wähle.
